Armenisches Hochland

Armenisches Hochland
Satellitenbild des Hochlands
Satellitenbild des Hochlands
Satellitenbild des Hochlands
Höchster Gipfel Ararat (5137 m)
Lage Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Iran, Türkei
Armenisches Hochland (Kaukasus)
Armenisches Hochland (Kaukasus)
Koordinaten 40° 31′ N, 44° 12′ OKoordinaten: 40° 31′ N, 44° 12′ O
Kleiner und Großer Ararat
Kleiner und Großer Ararat
Kleiner und Großer Ararat
Armenisches Hochland, Schluchten des Achurjan, Nebenfluss des Aras, Blick vom seit 1921 türkischen Ani auf die armenisch gebliebene Seite
Armenisches Hochland, Schluchten des Achurjan, Nebenfluss des Aras, Blick vom seit 1921 türkischen Ani auf die armenisch gebliebene Seite
Armenisches Hochland, Schluchten des Achurjan, Nebenfluss des Aras, Blick vom seit 1921 türkischen Ani auf die armenisch gebliebene Seite
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Das Armenische Hochland (armenisch Հայկական լեռնաշխարհ oder Բարձր Հայք / Bardsr Hajk), im Deutschen auch Armenisches Gebirge oder Ararathochland genannt, bildet den zentralen Teil des nordanatolisch-nordiranischen Kettengebirges und umfasst im breiten Sinne auch den Kleinkaukasus.

Je nach Definition ist das Armenische Hochland 300.000 bis 400.000 Quadratkilometer groß und umfasst Gebiete der Türkei (vor allem die ehemaligen armenischen Provinzen des Osmanischen Reiches), Irans, Georgiens, Aserbaidschans und fast vollständig die heutige Republik Armenien.

Viele Gebirge im Armenischen Hochland stellen eine Aneinanderreihung von Vulkanen dar. Zu diesen zählen das Dschawacheti-Gebirge, das Arsiani-Gebirge (Yalnızçam Dağları), das Geghamgebirge und der Aras Dağları (Haykakan Par). Die höchste Erhebung ist der 5137 m hohe Ararat, ein ruhender Vulkan. Große Seen sind der Vansee, der Urmiasee (beide Salzseen) und der Sewansee (Süßwassersee).

Begriffsentstehung und -Verwendung

Der Begriffsbezeichnung leitet sich ab vom ursprünglichen Siedlungsgebiet der Armenier, wo Mitte des ersten oder zweiten vorchristlichen Jahrtausends die Ethnogenese des armenischen Volkes stattfand und welches bis 1915 von Armeniern bewohnt war. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der Begriff im Werk „Anabasis“ von Xenophon verwendet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Begriff des Armenischen Hochlands Europäern und Nordamerikanern geläufig. Manchmal wurde das Gebiet auch zu dieser Zeit einfach als „Armenien“ bezeichnet.

Seit dem Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 und der Verwandlung der Türkei in einen monoethnischen Nationalstaat wird der Begriff „Armenisches Hochland“ ähnlich wie andere auf die einheimischen Völker der heutigen Türkei hindeutende Namen (zum Beispiel „Pontische Bergkette“) oftmals gemieden. Dies gilt insbesondere für den Sprachgebrauch in der Türkei, aber auch für andere Länder, wo aus Rücksichtnahme auf die Türkei von dem Begriff abgesehen wird. So heißt der westliche Teil des armenischen Hochlandes, das ehemalige Westarmenien, heute Ostanatolien, obwohl früher „Anatolien“ nur das westliche Kleinasien bezeichnete, während das ehemalige Ostarmenien (ohne die 1921 im Vertrag von Kars an die Türkei abgetretenen Gebiete) mit der Republik Armenien der Region Transkaukasien (von Russland aus gesehen „hinter dem Kaukasus“) oder „Südkaukasus“ zugeordnet wird.

Gebirgsgruppen

Der Flusslauf des Aras gliedert das Armenische Hochland in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Im Folgenden sind die Gebirgsgruppen mit einer Höhe über 3000 m aufgelistet.

Nördliches Armenisches Hochland (mit Kleinkaukasus)

Südliches Armenisches Hochland

Berge (Auswahl)

Im Folgenden sind eine Reihe von Gipfeln im Armenischen Hochland und der Sabalan im Iranischen Hochland aufgelistet:

 Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Bilder

Literatur

Commons: Armenisches Hochland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien : Geschichte und Gegenwart. Orig.-ausg., 2., aktualisierte und erg. Auflage. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54136-0.
  2. ↑ Karl Georg von Raumer: Lehrbuch der allgemeinen Geographie. 2. Auflage. 1835, S. 211 (google.am).
  3. 1 2 3 Artikel Armenisches Hochland in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  4. 1 2 Tamcke, Martin: Koexistenz und Konfrontation : Beiträge zur jüngeren Geschichte und Gegenwartslage der orientalischen Christen. Lit, Münster 2003, ISBN 978-3-8258-6819-2.
  5. ↑ Sputnik: Кровавая крепость и Орленок урартского царя: что хранит треугольник армянской цивилизации. Abgerufen am 1. Juli 2018 (russisch).
  6. ↑ Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien : Geschichte und Gegenwart. Orig.-ausg., 2., aktualisierte und erg. Auflage. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54136-0.
  7. ↑ Physical map. Abgerufen am 20. Februar 2018 (englisch).
  8. ↑ Karte "Europa (physikalisch)". Major C.Loreck, 1913, abgerufen am 20. Februar 2018.
  9. ↑ Tessa Hofmann: Zwischen Ararat und Kaukasus. Porträt eines kleinen Landes in fünf Stichworten. In: Huberta von Voss: Porträt einer Hoffnung. Die Armenier. Lebensbilder aus aller Welt. S. 24. Hans Schiler Verlag, Berlin 2004. ISBN 978-3-89930-087-1.