
Die Arbequina ist eine Sorte des Olivenbaums (Olea europaea). Aufgrund ihrer agronomischen Eigenschaften, insbesondere ihrer Eignung für extrem dichte Anpflanzungen, ist sie heute eine der weltweit am häufigsten angebauten Olivensorten. Ihr Öl zeichnet sich durch ein besonders mildes Geschmacksprofil aus.
Ursprünglich stammt die Arbequina aus der historischen Region Les Garrigues in der katalanischen Provinz Lleida in Spanien. Ihr Name leitet sich von der dortigen Gemeinde Arbeca ab. Von Katalonien aus verbreitete sich die Sorte aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit weltweit. Heute wird sie nicht nur in ihren Ursprungsregionen Lleida und Tarragona sowie in Andalusien angebaut, sondern prägt vor allem die moderne Olivenölproduktion in Kalifornien (USA), Chile, Argentinien und Australien.
Der Baum der Arbequina-Olive wächst verhältnismäßig klein und kompakt. Diese Wuchsform, kombiniert mit einem sehr frühen Ertragseintritt nach der Pflanzung und einer frühen Reifezeit der Früchte, macht die Sorte ideal für sogenannte Superintensivkulturen (Super-High-Density-Plantagen). In solchen Hainen können bis zu 2.000 Bäume pro Hektar gepflanzt und die Ernte vollständig maschinell durchgeführt werden. Die Frucht selbst ist klein, liefert aber mit 20 bis 25 Prozent einen im kommerziellen Vergleich hohen Ölgehalt.
Das aus der Arbequina gewonnene native Olivenöl extra zeichnet sich durch ein sehr mildes, fruchtiges und nussiges Profil aus. Typische Aromanoten erinnern an reifen Apfel, Mandel und teilweise an Banane. Bitterkeit und Schärfe (Pungenz) sind bei der Arbequina zumeist kaum wahrnehmbar. Aufgrund dieses dezenten Charakters wird das Öl vorwiegend für Speisen verwendet, deren Eigengeschmack nicht überlagert werden soll (Fischgerichte, milde Salate oder Süßspeisen).
Ein chemisch charakteristisches Merkmal des Arbequina-Öls ist sein strukturell vergleichsweise niedriger Polyphenolgehalt. Bei früher Ernte liegen die Werte typischerweise zwischen 100 und 250 mg/kg, bei Standardproduktion oft darunter. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte Schwelle von 250 mg/kg, ab der gesundheitsbezogene Angaben zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress gemacht werden dürfen, wird von Arbequina-Ölen daher selten erreicht. Der geringe Anteil an Antioxidantien bedingt zudem eine geringere Oxidationsstabilität gegenüber polyphenolreicheren Sorten wie Picual oder Cornicabra.