Ein archimimus bzw. eine archimima war ein Schauspieler bzw. eine Schauspielerin im Theater der römischen Antike, der/die in einem Mimus (einer Form der antiken Komödie) die Hauptrolle spielte.
Der archimimus war nicht nur Hauptdarsteller eines Stücks, sondern auch Vorsteher einer Mimentruppe (grex); die anderen Schauspieler werden in Inschriften actores secundarum, tertiarum, quartarum (partium), „Schauspieler der zweiten, dritten, vierten Rollen“ genannt. In älteren Quellen wird die äquivalente Funktion des Direktors eines Schauspielensembles (allerdings nicht im Mimus) auch dominus gregis genannt; im engeren Sinne wurde auch der Begriff actor (Schauspieler) für diese hervorgehobene Rolle verwendet.
Die archimimi und archimimae waren meist Freigelassene. Sie standen oft in großem Ansehen, wie nicht nur die erhaltenen Grabinschriften (Epitaphe) für einige von ihnen, sondern auch ihre Erwähnung in literarischen Quellen wie bei Plutarch, Horaz oder Sueton sowie weitere Inschriften zeigen. Sie konnten zu ansehnlichem Wohlstand gelangen, wie etwa der Grabstein der Fabia Arete zeigt.
Der Mimus zeichnete sich durch hohe Improvisationskunst und Spontaneität aus, wobei dem archimimus wohl auch in vereinfachter Form die Funktionen von Drehbuchautoren, Dramaturgen und Regisseuren zukamen – er bzw. sie entwarf einfache Handlungsstrukturen, denen die Schauspieler dann Leben gaben.
Namentlich bekannte archimimae (chronologisch):
Namentlich bekannte archimimi (chronologisch):