Arktischer Mohn

Arktischer Mohn

Arktischer Mohn

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Gattung: Mohn (Papaver)
Art: Arktischer Mohn
Wissenschaftlicher Name
Papaver radicatum
Rottb.

Arktischer Mohn (Papaver radicatum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mohn (Papaver) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Arktische Mohn ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit gelbem Milchsaft. Aus einem „Wurzelstock“ heraus bildet er eine verhältnismäßig dichte, mehrere Teilpflanzen umfassende Grundrosette aus blaugrünen, lanzettenförmig drei- bis fünffach gelappten und grob gezähnten behaarten Blättern.

Generative Merkmale

Auf meist mehreren, 12 bis 20 cm hohen, unverzweigten, abstehend behaarten, oft rötlich gefärbten Stängeln trägt er jeweils nur eine einzelne bis 5 cm große Blüte, deren Knospen kugelig und nickend sind. Die Blütenhülle besteht aus zwei behaarten Kelchblättern, vier schwefelgelben, später grünlich-gelben Kronblättern von etwa 1,5 cm Länge. Aus dem Fruchtknoten bildet sich eine kesselförmige, etwa 1 cm lange und 0,6 cm dicke Porenkapsel, die eine große Zahl sehr kleiner Samenkörner enthält.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42, 56 oder 70.

Habitus

Ökologie

Der Arktische Mohn ist ein echter Solarkollektor – seine Blütenblätter sind so geformt, dass sie die Sonnenstrahlen einfangen und auf die Fruchtknoten im Blütenzentrum reflektieren können. Dabei wenden sich die Blütenköpfe der Sonne rotierend zu und lassen deren Strahlen immer in optimalem Einfallswinkel stehen. Auf diese Weise gelingt es der Pflanze, die Temperatur zu steigern und die Samenreifung in kürzester Zeit zu ermöglichen – im kurzen arktischen Sommer wesentlich für das Überleben der Art.

Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind.

Vorkommen

Arktischer Mohn und seine Untergruppen sind zirkumpolar in arktischen Klimazonen verbreitet, so an den Küsten Grönlands und im arktischen Nordosten Kanadas (Kanadisch-arktischer Archipel und Kanadisches Festland einschließlich der Nordküste der Provinz Québec), im Norden Alaskas, auf Island, in Lappland, auf Spitzbergen, auf Franz-Josef-Land und an der Nordostküste Sibiriens. Mit dem Gegenblättrigen Steinbrech ist diese Art die am weitesten im Norden lebende bedecktsamige Pflanze; beide überleben noch bei 83°40' nördlicher Breite auf der Kaffeklubben Ø, diese Insel wird im Allgemeinen als nördlichstes festes Land der Welt angesehen.

Arktischer Mohn wächst bevorzugt auf offenen Schotterplätzen.

Systematik und Verbreitung der Unterarten

Die Erstveröffentlichung von Papaver radicatum erfolgte 1770 durch Christen Friis Rottbøll in Skrifter, som udi det Kiøbenhavnske Selskab af Laerdoms og Videnskabers elskere ere fremlagte og oplaeste Band 10 Seite 455 (Tafel 8, Figur 24). Ein Synonym ist Oreomecon radicata (Rottb.) Banfi, Bartolucci, J.-M.Tison & Galasso.

Beispielsweise hat man 1991 in Europa acht Unterarten unterschieden. Sie haben alle die Chromosomenzahl 2n = 70:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Papaver radicatum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. ↑ Photos - Videos: Sagax Groenland 2007 (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive), abgerufen am 14. April 2024.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 9 (Paeoniaceae to Capparaceae). Seite 49–53, Helsinki 1991. ISBN 951-9108-08-4.
Commons: Arktischer Mohn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien