Arno Mulot

Arno Mulot (* 10. August 1904 in Wallhausen bei Crailsheim; † 1980) war ein deutscher Germanist, Literaturhistoriker sowie Hochschullehrer im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik.

Leben

Nach einem Studium der Literaturwissenschaften promovierte er 1930 mit der Dissertation: Kritische Studien Zu den Aufzeichnungen des Prinzen Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen an der Universität Tübingen. Seit 1923 war er Mitglied der Studentenverbindung Tübinger Königsgesellschaft Roigel, 1933–1935 Tübinger Burschenschaft Roigel in der DB. Von 1939 bis zur Schließung 1941 lehrte er als Professor für deutsche Literaturgeschichte an der Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt. Arno Mulot gehörte wie Adolf Bartels, Heinz Kindermann, Franz Koch, Hellmuth Langenbucher, Walther Linden, Josef Nadler und Hans Naumann zu den führenden Literaturwissenschaftlern des „Dritten Reiches“, die immer wieder zu einer „neuen ‚nationalsozialistischen Dichtung‘“ aufriefen. Zum 1. Mai 1933 war er der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 2.877.589). Sein wichtigstes Werk im Bereich der „völkischen“ Literaturgeschichte war Die deutsche Dichtung unserer Zeit, die von 1937 bis 1942 in 6 Bänden bei Metzler erschien.

Nach dem Krieg ging er in den Schuldienst in Reutlingen und Tübingen als Schulleiter. Weiter veröffentlichte er Schulbücher für den Deutschunterricht. Insbesondere seine mit Willy Grabert verfasste Geschichte der deutschen Literatur erlebte zahlreiche Auflagen. Bei der Erstausgabe 1953 erschien nur der Name von Grabert als Verfasser. Bei den zahlreichen folgenden Auflagen bis zur 24. Auflage 1992 wurde Mulot dann als Autor genannt.

Mulot war mit Wiltraut Bernharde geb. Jacobi verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Sibylle wurde 1950 geboren.

Bibliographie

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Tübinger Königsgesellschaft Roigel: Roigelverzeichnis 1929. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1930, S. 109.
  2. ↑ Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 343.
  3. ↑ Jan-Pieter Barbian: Literaturpolitik im NS-Staat. Von der Gleichschaltung bis zum Ruin. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, S. 390.
  4. ↑ Uwe Baur, Karin Gradwohl-Schlacher: Literatur in Österreich 1938–1945: Handbuch eines literarischen Systems. Band 3: Oberösterreich. Böhlau Verlag, Wien 2014, S. 270.
  5. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29900511
  6. ↑ Bernhard Metz: Germanische Literaturwissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus, Universität Konstanz, 2002, Tabellarische Germanisten-Übersicht, S. 12.
  7. ↑ Sibylle Mulot: Der junge Musil, Heinz Verlag, 1977, S. 267.
Personendaten
NAME Mulot, Arno
KURZBESCHREIBUNG deutscher Germanist, Literaturhistoriker sowie Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 10. August 1904
GEBURTSORT Wallhausen bei Crailsheim
STERBEDATUM nach 1945