Arpilleras sind Textilbilder, die Geschichten erzählen. Bekannt ist die Handarbeit aus Chile. Sie ist jedoch auch in anderen südamerikanischen Ländern anzutreffen wie zum Beispiel Peru.

Als Reaktion auf die Militärregierung unter Augusto Pinochet von 1973–1990 entwickelte sich das Sticken zu einer Form des Widerstandes. Die Tätigkeit entfaltete sich zum Sprachrohr der Mütter, die ihre Söhne und Töchter in den Kämpfen verloren haben. Die entstandenen Stickereien erzählen ihre Geschichten und dienen zudem eine Einnahmequelle der Betroffenen.
Entstanden sind sie in der Revolution, um Botschaften visuell zu übermitteln. Die Figuren repräsentieren Politiker und Zivilisten. In der Frauenbewegung wurden die Arpilleras genutzt, um die Rolle der Frau zu verändern. Mit der Handarbeit wurde eine Möglichkeit gefunden, sich gegenseitig zu vernetzen und zu unterstützen.
Das Ausgangsmaterial bietet Jutestoff. Die farbigen Applikationen werden aufgenäht. Die Stoffpuppen werden in die Applikationen integriert. Aus verschiedenen farbigen Stoffresten entstehen Patchworapplikationen.
Es haben sich verschiedene Netzwerke und temporäre Zusammenschlüsse gebildet. Die Organisation Movement for the Emancipation of the Chilean Woman (MEMCh) ist ein 1935 gegründetes globales Netzwerk. Die Vereinigung arbeitet an der Hör- und Sichtbarkeit von Frauenstimmen und versteht sich als unparteiischer Zusammenschluss. Ziele sind gleiche Chancen in Bildung und Gesellschaft, reproduktive Rechte für Frauen und der Kampf gegen den Faschismus. MEMCh löste sich 1953 auf und wurde 30 Jahre später fortgeführt, um die Demokratie in Chile zu verteidigen. Handarbeit zählt zu den aktivistischen Widerstandsformen.