Arriba-Rechner

Die Software Arriba-Rechner (Eigenschreibweise: arriba-Rechner) ist eine Medizinische Entscheidungshilfe (Decision Aids) für die ärztliche Konsultation. Einsatzgebiete sind u. a. kardiovaskuläre Prävention, Diabetes mellitus, Früherkennungsuntersuchungen und Depressive Störungen. Mit dem Arriba-Rechner können Hausärzte für Patienten unter anderem das persönliche Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall berechnen.

Der Name „Arriba“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Programm-Ziele zusammen: Aufgabe gemeinsam definieren, Risiko subjektiv, Risiko objektiv, Information über Präventionsmöglichkeiten, Bewertung der Präventionsmöglichkeiten und Absprache über weiteres Vorgehen.

Entwickelt wurde der Risikorechner von den Abteilungen für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg und Universität Rostock, finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

In der gemeinnützigen arriba Genossenschaft (Vorsitzender Norbert Donner-Banzhoff, stv. Vorsitzender Edmund Fröhlich) haben sich Hausärzte und andere Unterstützer zusammengeschlossen, um die Idee von arriba zu unterstützen. Es geht ihnen um die evidenzbasierte Information und Einbeziehung von Patienten in präventive, diagnostische und therapeutische Entscheidungen. Die Organisation ist am Programm „Verlässliches Gesundheitswissen“ des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz beteiligt.

Module-Übersicht

(Quelle: )

Systemvoraussetzungen

Systemvoraussetzung ist die Installation der aktuellen Version der Java-Software. Angeboten werden Versionen für Windows (*.exe) und als Jar-Datei für z. B. Mac OS X.

Weitere Informationen

Auf Basis der PROCAM-Studie (Prospective Cardiovascular Münster Study), die ähnliche Ergebnisse wie die bekannte amerikanische Framingham-Herz-Studie zeigte, wurde ein ähnlicher Risikorechner für Herzinfarkt und Schlaganfall erstellt. Ein weiterer bekannter Risikorechner ist SCORE.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ arriba Hausarzt. In: DEGAM Webseite – arriba Hausarzt. Abgerufen am 23. Oktober 2018.
  2. ↑ Was ist arriba? Abgerufen am 23. Oktober 2018.
  3. ↑ Die 6 arriba-Schritte
  4. ↑ Gemeinsam über die Therapie entscheiden: neuer Herz-Kreislauf-Risikorechner für die Hausarztpraxis. (Memento vom 17. September 2011 im Internet Archive). In: Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen. (BMBF), November 2007, S. 5.
  5. ↑ Gesundheitsinformationen, Qualität von Internetportalen. 5. März 2022, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2022; abgerufen am 24. März 2022.
  6. ↑ GPZK gGmbH: Module. In: arriba-hausarzt.de. GPZK gGmbH, abgerufen am 29. Oktober 2022.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 Norbert Donner-Banzhoff, Heidemarie Keller, Eva-Maria Sadowski, Tanja Krones, Erika Baum, Andreas C. Sönnichsen, Uwe Popert: Individualisierte Risikoprognose für die Herz-Kreislauf-Prävention: ein Werkstattbericht. In: R. Kunz, G. Ollenschläger, H. Raspe, G. Jonitz, N. Donner-Banzhoff (Hrsg.): Lehrbuch Evidenzbasierte Medizin in Klinik und Praxis. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-7691-0538-4, Kap. 27, S. 295–304 (researchgate.net [PDF]).
  8. ↑ Lisa M. Sullivan, Joseph M. Massaro, Ralph B. D'Agostino: Presentation of multivariate data for clinical use: The Framingham Study risk score functions. In: Statistics in Medicine. Band 23, Nr. 10, 30. Mai 2004, ISSN 0277-6715, S. 1631–1660, doi:10.1002/sim.1742 (wiley.com [abgerufen am 29. Oktober 2022]).
  9. 1 2 H. Hense: Framingham risk function overestimates risk of coronary heart disease in men and women from Germany—results from the MONICA Augsburg and the PROCAM cohorts. In: European Heart Journal. Band 24, Nr. 10, Mai 2003, S. 937–945, doi:10.1016/S0195-668X(03)00081-2 (oup.com [abgerufen am 29. Oktober 2022]).
  10. 1 2 P. Brindle: Predictive accuracy of the Framingham coronary risk score in British men: prospective cohort study. In: BMJ. Band 327, Nr. 7426, 29. November 2003, ISSN 0959-8138, S. 1267–0, doi:10.1136/bmj.327.7426.1267, PMID 14644971, PMC 286248 (freier Volltext) – (bmj.com [abgerufen am 29. Oktober 2022]).
  11. ↑ Hugh Tunstall-Pedoe, World Health Organization. MONICA Project, World Health Organization: MONICA, monograph and multimedia sourcebook : world's largest study of heart disease, stroke, risk factors, and population trends 1979-2002. World Health Organization, Geneva 2003, ISBN 92-4156223-4.
  12. ↑ Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein: Zeigen Sie dem Patienten sein kardiovaskuläres Risiko (Memento vom 1. März 2011 im Internet Archive)
  13. ↑ Duale Plättchenaggregations-Hemmung. In: Arriba-Website. GPZK gGmbH, abgerufen am 2. Juni 2021.
  14. ↑ GPZK gGmbH: Depression. In: arriba-hausarzt.de. GPZK gGmbH, abgerufen am 29. Oktober 2022.
  15. ↑ PPI absetzen. Abgerufen am 6. November 2018.
  16. ↑ PSA-Screening. Abgerufen am 6. November 2018.
  17. ↑ Insulinbehandlung intensiviert. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. November 2018; abgerufen am 6. November 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. ↑ Insulinbehandlung nicht-intensiviert. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. August 2020; abgerufen am 6. November 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  19. ↑ Über die PROCAM-Studie
  20. ↑ Estimation of ten-year risk of fatal cardiovascular disease in Europe: the SCORE project (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive). In: European Heart Journal. 24, 2003, S. 987–1003.