Arsensulfide

Arsensulfide („Schwefelarsen“) sind Sulfid-Verbindungen der chemischen Elemente Arsen und Schwefel in der Form AsxSy.

Ausbildungsformen

Es sind verschiedene Arsensulfide bekannt, von denen mehrere in der Natur vorkommen:

Struktur

Arsensulfide haben allgemein die Summenformel As2Sn, bilden aber meist komplizierte Käfigstrukturen der Form As4Sn. Arsen ist dabei dreibindig, geht also eine Bindung mit je drei weiteren Atomen (Schwefel oder Arsen) ein. Schwefel ist zweibindig und steht brückenbildend zwischen je zwei Arsenatomen.

Arsenpentasulfid bildet die Ausnahme, da in dieser Verbindung an jedem Arsen-Atom zusätzlich noch je eine Doppelbindung zu Schwefel vorhanden ist.

Im Festkörper liegt Arsen(III)-sulfid als As2S3 in einer polymeren Struktur vor, die Käfigstruktur (hier: Adamantan-Struktur) bildet sich erst in der Gasphase.

Eigenschaften

Arsensulfide sind im Allgemeinen schwer wasserlöslich und daher in reinem Zustand nicht giftig.

Arsentrioxid ist eines der giftigsten Mineralien und krebserregend und für viele Lebewesen schädlich. Die oral aufgenommene, tödliche Dosis kann für den Menschen bereits bei weniger als 0,1 g liegen. Aus diesen Gründen gelten alle Arsensulfide prinzipiell als hochgiftig und umweltschädlich und unterliegen strengsten Sicherheitsbestimmungen.

Arsensulfide
Name Arsen(II)-sulfid Arsen(III)-sulfid Arsen(V)-sulfid
Andere Namen
Natürliches Vorkommen Realgar Auripigment
Summenformel As4S4 As2S3 As2S5
CAS-Nummer 12044-79-0 1303-33-9 1303-34-0
PubChem 139298 71586773 3371533
Molare Masse 427,92 g·mol−1 246,04 g·mol−1 310,14 g·mol−1
Aggregatzustand fest fest
Kurzbeschreibung Stücke oder kristallines Pulver
goldgelb, geruchlos
Schmelzpunkt 300…325 °C >300 °C
Dichte 3,46 g·cm−3
Löslichkeit in Wasser 0,51 mg·l−1 bei 18 °C
GHS-
Kennzeichnung
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
H- und P-Sätze 301​‐​331​‐​410 301​‐​331​‐​410 301​‐​331​‐​410
? 270​‐​273​‐​302+352​‐​309+310​‐​501 261​‐​273​‐​301+310+330​‐​304+340+312​‐​391​‐​403+233

Künstliche Herstellung

Die meisten Arsensulfide können durch Zusammenschmelzen von Arsen und Schwefel im entsprechenden Mengenverhältnis gewonnen werden. Arsen(V)-sulfid entsteht aus Arsensäure und Schwefelwasserstoff.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu CAS-Nr. 1303-33-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Januar 2017. (JavaScript erforderlich)
  2. 1 2 3 Datenblatt Arsenic(V) sulfide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 27. Januar 2017 (PDF).
  3. ↑ Eintrag zu Arsen(II)-sulfid in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 27. Januar 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. ↑ Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Arsenverbindungen, mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 27. Januar 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. ↑ Eintrag zu Arsen(V)-sulfid in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 27. Januar 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  6. ↑ G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 603.