Arthur Best

Arthur Bestano
Arthur Bestano und Kitty Koob
Bestano mit einer unbekannten Partnerin

Arthur Karl Josef (Arthur) Best, Künstlername Arthur Bestano (* 28. Oktober 1902 in Frankfurt am Main; † 15. Februar 1968 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Alleinunterhalter.

Leben und Wirken

Arthur Best wurde in der Frankfurter Schäfergasse als einziges Kind von Carl Wilhelm Best (1875–1959) und Anna Maria Pfülf geb. Jäger (1862–1936) unehelich geboren. Seine Mutter war eine geschiedene Pensionatsinhaberin mit sieben Kindern, sein Vater hielt sich zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes als Soldat in Mainz auf. Die Eltern heirateten 1910. Arthur trug bereits seit seiner Geburt den Nachnamen seines Vaters, der später Karriere im städtischen Verwaltungsdienst machte, seine Mutter blieb im Gastgewerbe tätig.

Nach der Schulzeit war Best zunächst bei der Frankfurter Firma Passavant angestellt und arbeitete dann als Verkäufer und Reisender bei lokalen Unternehmen. Von 1921 bis 1923 absolvierte er eine Schauspielausbildung bei Gustav Alexander Engels in Frankfurt. Anschließend begann er seine Laufbahn als Schauspieler mit ersten Auftritten am Frankfurter Neuen Theater, es folgte 1925 ein Operetten-Gastspiel in Luxemburg, wo er nach eigenen Angaben als Charakterdarsteller am Metropole-Theater wirkte. Später trat er in deutschen Theatern und Sälen auf, insbesondere als Vortragskünstler, Zauberkünstler und als Moderator von Modenschauen. Spätestens 1927 nahm er den Künstlernamen „Arthur Bestano“ an und trat unter anderem im Alkazar in Essen, im Apollo-Theater in Augsburg, im Odeon in Köln und in der Wilhelmshalle in Hamburg-St. Pauli auf. 1928 trat er im Cabaret Maxim in Stuttgart auf. In den 1930er Jahren erfolgte eine Zusammenarbeit mit Käthe Kraft, einer Violinistin, die als Kabarettistin und Stimmungssängerin unter dem Künstlernamen Kitty Koob auftrat. Im Fasching 1932 trat er im Kabarett Serenissimus in München-Schwabing als Conferencier, Sänger und „Hexenmeister“ auf.

Spätestens 1935 hatte Arthur Best die Künstlerin Irene Grade (1895–1962), die Tochter von Gustav Grade, kennengelernt. Irene Grade wurde im Frühjahr 1937 – nach eigener Aussage – von Arthur Bestano schwanger und brachte im Januar 1938 einen Sohn zur Welt.

Während des Zeit des Nationalsozialismus geriet Best als Sozialdemokrat in Ungnade und sah seine Einnahmen zurückgehen. Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.536.572) und war von Mai bis Juli 1933 auch Mitglied der SA. Während des Nationalsozialismus hatte er unter anderem Auftritte im Café Odeon in Karlsruhe und im Varieté Groß-Duisburg.

1939 heiratete Best die aus Hamm stammende Künstlerin Johanna Emma Zachau und gelangte dadurch in diese Stadt. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. 1949 folgte die Scheidung, woraufhin Arthur Best nach Frankfurt am Main zurückkehrte und den Kontakt zu seiner Familie vollständig abbrach. In Hamm hatte er die Kammerspiele Hamm gegründet. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt am Main heiratete er ein zweites Mal und hatte verschiedene Anstellungen sowie ein eigenes Reklamebüro. Er starb 1968 in relativer Armut.

Commons: Arthur Best – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Luuk Keunen: Arras, Yeotha, Anena: een reis door een eeuw variété met de Duits-Britse artiestenfamilie Grade-Pulham (1869-1962). Hrsg.: Jeroen Scharroo. 2026 (niederländisch).
  2. ↑ Arras, Yeotha, Anena. Een reis door een eeuw variété met de Duits-Britse artiestenfamilie Grade-Pulham (1869-1962), Version 4.5, 18. Juli 2026
  3. ↑ Arras, Yeotha, Anena. Een reis door een eeuw variété met de Duits-Britse artiestenfamilie Grade – Pulham (1869 1962), S. 15.
  4. ↑ Das Programm 1702, 13. Januar 1935; Essener Allgemeine Zeitung, 1. Januar 1935
  5. ↑ Die Deutsche Artistik, 3. Jahrgang, Nummer 11, 14. März 1937; Reflector, I. Jahrgang, nr. 1, 1 April 1937
  6. ↑ Der Neue Tag, 25. März 1937
  7. ↑ Hamburger Anzeiger, 10. August 1937; Die Deutsche Artistik, 22. August 1937 (3. Jahrgang, Nummer 34)
  8. ↑ Cabaret Maxim. In: Stuttgarter Neues Tagblatt vom 21. Juni 1928, Seite 13.
  9. ↑ Kabarett Roter Teppich. In: Bochumer Anzeiger vom 6. Mai 1930.
  10. ↑ Der große Erfolg für das Bavaria-Theater ist Arthur Bestano. In: Aachener Anzeiger vom 30. September 1930, Seite 6.
  11. ↑ Neues Programm bei Zirwas. In: Mindener Zeitung vom 19. Mai 1932.
  12. ↑ Tanz und Stimmung im Palast-Cafe Buer. In: Buersche Zeitung vom 18. Februar 1933.
  13. ↑ Im Serenissimus. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 20. Januar 1932, Seite 10.
  14. ↑ Irene Grade gab Arthur Best bei der Vormundschaft in Zürich als leiblichen Vater ihres Kindes an.
  15. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/2751434
  16. ↑ Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, NW 1037-BVI / SBE Der Sonderbeauftragte für die Entnazifizierung im Lande NW NW 1037-BVI, Nr. 388 (Digitalisat)
  17. ↑ Kleines Cabaret im Café Odeon. In: Badische Presse vom 21. Dezember 1935, Seite 13.
  18. ↑ Das Weihnachtsprogramm im Odeon. In: Karlsruher Tageblatt vom 21. Dezember 1935, Seite 10.
  19. ↑ Das Varieté Groß-Duisburg. In: Rhein- und Ruhrzeitung vom 8. November 1940, Seite 3.
  20. ↑ Arras, Yeotha, Anena. Een reis door een eeuw variété met de Duits-Britse artiestenfamilie Grade-Pulham (1869-1962), Version 4.5, 18. Juli 2026, Teil 2, S. 33-34 (334-335 im PDF).
  21. ↑ Landesarchiv NRW, NW0014 Lizenzen für Kulturveranstaltungen und Medien, Nr. 262
Personendaten
NAME Best, Arthur
ALTERNATIVNAMEN Best, Arthur Karl Josef
KURZBESCHREIBUNG deutscher Künstler
GEBURTSDATUM 28. Oktober 1902
GEBURTSORT Frankfurt am Main
STERBEDATUM 15. Februar 1968
STERBEORT Frankfurt am Main