
Arvid Runestam (* 16. Januar 1887 in Grava (heute Gemeinde Karlstad, Värmlands län); † 11. Oktober 1962 in Uppsala) war ein schwedischer lutherischer Geistlicher und Theologe. Er war Professor an der Universität Uppsala und von 1938 bis 1957 Bischof des Bistums Karlstad.
Nach dem Abitur in Karlstad studierte Runestam ab 1906 Theologie an der Universität Uppsala, wo ihn besonders Einar Billing prägte. Er wurde 1916 Lizentiat der Theologie, übernahm 1917 eine Dozentur für Systematische Theologie und wurde 1921 aufgrund einer Untersuchung zur Willensfreiheit zum Dr. theol. promoviert. 1923 erhielt er den Lehrstuhl für Dogmatik und Moraltheologie, den er bereits ab 1920 geschäftsführend vertreten hatte. 1925 hielt er einen Vortrag bei der von Nathan Söderblom organisierten Stockholmer Weltkirchenkonferenz und war seitdem in der ökumenischen Bewegung für Praktisches Christentum engagiert.
Erst 1932 ordiniert, wurde Runestam Ende 1937 zum Bischof des Bistums Karlstad ernannt. Er trat das Amt 1938 an und übte es bis zur Versetzung in den Ruhestand zum Jahresende 1957 aus. Auch in dieser Zeit veröffentlichte er noch theologische Fachbücher. 1958 kehrte er nach Uppsala zurück, um als Emeritus weiter Lehrveranstaltungen abzuhalten.
Runestams frühe akademische Schriften beschäftigen sich mit der Theologie Martin Luthers. Durch sie gilt er als wichtiger Vertreter der Lutherrenaissance . Später traten Grundlagenfragen der Ethik und die Sexualethik in den Vordergrund. Hier vertrat Runestam (in expliziter Zurückweisung der familienpolitischen Initiativen von Alva und Gunnar Myrdal) eine konservative Sicht. Er unterstützte das Programm der „Moralischen Aufrüstung“ der Oxfordgruppe, ohne sich aber mit deren ideologischen Grundlagen zu identifizieren.
Runestam veröffentlichte etliche Aufsätze in der Zeitschrift für systematische Theologie. Er gehörte 1925 zu den Gründern der Svensk teologisk kvartalskrift und fungierte bis 1933 als Mitglied der Redaktion.
Runestam war von 1924 bis zu seinem Tod mit Lucie Söderblom (1902–2002) verheiratet, einer Tochter des Erzbischofs und Friedensnobelpreisträgers Nathan Söderblom. Zu ihren Kindern gehören der Historiker und Bibliothekar Staffan Runestam (1928–2020) und die Semitistin Eva Riad (1932–2025, Mutter von Tomas Riad).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
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| Johan Alfred Eklund | Bischof von Karlstad 1938–1957 | Gert Borgenstierna |
| Personendaten | |
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| NAME | Runestam, Arvid |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Theologe und Bischof |
| GEBURTSDATUM | 16. Januar 1887 |
| GEBURTSORT | Grava (heute Gemeinde Karlstad, Värmlands län) |
| STERBEDATUM | 11. Oktober 1962 |
| STERBEORT | Uppsala |