Ashapurna Devi (bengalisch আশাপূর্ণা দেবী; * 8. Januar 1909 in Kolkata; † 13. Juli 1995 ebenda) war eine indische Schriftstellerin der bengalischen Literatur. Sie gilt als eine der führenden bengalischen Romanautorinnen und Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts, deren Werk die beengten Lebenswelten bürgerlicher Frauen in Bengalen aufzeigte. Besonders bekannt wurde sie durch die Romantrilogie Pratham Pratisruti, Subarnalata und Bakulkatha, die zwischen 1964 und 1974 erschien und zu den wichtigsten Werken der bengalischen Prosa gezählt wird.
Ashapurna Devi wurde 1909 in einer konservativ-bürgerlichen Familie im Norden Kalkuttas (das heutige Kolkata) geboren. Ihre Mutter weckte in ihr die Liebe zum Lesen, obgleich sie selbst keine formale Schulbildung erhielt und sich ihr Wissen weitgehend über Bücher aneignete. Als Kind sandte sie heimlich ein Gedicht an die bengalische Kinderzeitschrift Sishu Sathi und wurde nach der Veröffentlichung zur Einreichung weiterer Texte angehalten. Mit fünfzehn Jahren wurde sie verheiratet. Seit 1970 lebte sie mit ihrer Familie in Garia im Süden Kolkatas, wo sie in einem Zwischengeschoss ihres Hauses zahlreiche Werke verfasste, darunter Neel Parda und Bokul Kotha. Sie starb im Jahr 1995 in Kolkata an einer Lungenentzündung.
Ashapurna Devi schrieb zunächst für Kinder und wandte sich ab den 1940er-Jahren zunehmend an eine erwachsene Leserschaft. Ihr Werk basierte auf Alltagsbeobachtungen und stellt weibliche Handlungsspielräume in patriarchalen Familien- und Gesellschaftsordnungen dar. Pratham Pratisruti und Subarnalata wurden als besonders kraftvolle Darstellungen von Frauen gelesen, die einer engen und starren patriarchalen Gesellschaft gegenüberstehen. Die Pulitzer-Preisträgerin Jhumpa Lahiri übersetzte in den 1990er-Jahren Geschichten Devis und hob deren Verständnis für die Schichten und Widersprüche des Familienlebens hervor. Die englische Auswahl Matchbox erschien 2016 in der Übersetzung von Prasenjit Gupta und umfasste 21 Kurzgeschichten, die aus einer von der Autorin selbst zusammengestellten Auswahl ihrer besten Arbeiten stammten. Mehrere ihrer Stoffe wurden für das Kino adaptiert, darunter der Roman Agnipareeksha, dessen Verfilmung von 1954 zu einem großen Kassenerfolg des Leinwandpaars Uttam Kumar und Suchitra Sen wurde. Der Telugu-Tamil-Film Mangalyabalam bzw. Manjal Mahimai entstand 1959 auf der Grundlage der bengalischen Verfilmung von Agnipareeksha und wurde in beiden Sprachfassungen ein großer Erfolg. Der Film Tapasya von 1976 beruhte auf einer Geschichte Devis und gewann den National Film Award for Best Popular Film Providing Wholesome Entertainment. Suman Mukhopadhyays Hindi-Film Nazarband beruhte ebenfalls auf einer Geschichte Devis und wurde 2020 für das Busan International Film Festival angekündigt. Für ihr literarisches Werk erhielt sie 1976 den Jnanpith Award in der Sprache Bengali und 1994 die Sahitya Akademi Fellowship.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Devi, Ashapurna |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Schriftstellerin der bengalischen Literatur |
| GEBURTSDATUM | 8. Januar 1909 |
| GEBURTSORT | Kolkata |
| STERBEDATUM | 13. Juli 1995 |
| STERBEORT | Kolkata |