Assamaka (auch: Assamakka, Assamanka) ist ein Dorf in der Gemeinde Ingall in Niger. Der Ort ist eine wichtige Zwischenstation für Migranten, die oft ohne gültige Papiere nach Algerien kommen.
Geographie
Assamaka liegt im Norden des Landes in der Wüste Talak auf einer Höhe von 389m.
Das Dorf liegt zwölf Kilometer von der Grenze zwischen Algerien und Niger entfernt und bietet den einzigen Grenzübergang in das Nachbarland. Der gegenüberliegende Grenzort in Algerien ist das rund 35 Kilometer entfernte In Guezzam.
Die Distanz von Assamaka zum Gemeindehauptort Ingall im Süden beträgt etwa 370 Kilometer. Die nächstgelegene Großstadt in Niger ist im Südosten das etwa 200 Kilometer entfernte Arlit.
Geschichte
Assamaka im Februar 1985
Assamaka bestand zunächst lediglich aus einer Zollstation und einem Militärposten, bis sich Mitte der 1980er Jahre mit zunehmendem Handel zwischen Niger und Algerien eine kleine Siedlung entwickelte.
Bei der Volkszählung 2001 hatte das Dorf 365 Einwohner, die in 67 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 513 in 103 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Assamaka liegt an der sogenannten Hoggar-Piste, die als Algier-Lagos-Highway eine Transsahararoute unter den transkontinentalen Straßenprojekten der Trans-African Highways ist. Der Streckenabschnitt von In Guezzam jenseits der Grenze in Algerien über Assamaka nach Arlit im Südosten ist nicht asphaltiert. Gleiches gilt für die Piste, die nach Süden zum Hauptort Ingall führt.
Migranten
Der Ort ist eine wichtige Zwischenstation für Migranten, die oft ohne gültige Papiere nach Algerien reisen. Aus Algerien ausgewiesene Nigrer werden zunächst nach Assamaka gebracht, von wo aus die Polizei Weitertransporte nach Arlit organisiert. Außerdem schiebt Algerien immer wieder nicht-nigrische Geflüchtete ab, die einige Kilometer nördlich von Assamaka in der Wüste ausgesetzt werden.
↑Julien Rechenmann:Catalogue des stations gravimétriques réoccupables en Afrique Occidentale. Mesures effectuées de 1953 à 1965. ORSTOM, Bondy 1966, S.162 (core.ac.uk[PDF; abgerufen am 9.Oktober 2022]).
12Julien Brachet:Irrégularité et clandestinité de l’immigration au Maghreb. Cas de l’Algérie et de la Libye. In: Ali Bensaâd (Hrsg.): Le Maghreb à l’épreuve des migrations subsahariennes. Immigration sur émigration. Karthala, Paris 2009, ISBN 978-2-8111-0164-0, S.120–121.
↑Emmanuel Grégoire:Touaregs du Niger. Le destin d’un mythe. 2. Auflage. Karthala, Paris 2010, ISBN 978-2-8111-0352-1, S.171.
↑Sofian Philip Naceur:Massenabschiebungen aus Algerien: In die Wüste und aus dem Land. In: Die Tageszeitung: taz. 23.Oktober 2020, ISSN0931-9085 (taz.de[abgerufen am 25.Oktober 2020]).