Aster mongolicus

Aster mongolicus

Aster mongolicus

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Astern (Aster)
Art: Aster mongolicus
Wissenschaftlicher Name
Aster mongolicus
Franch.

Aster mongolicus (Syn.: Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam.), auch Mongolische Schönaster genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Astern (Aster) innerhalb der Familie Korbblütler (Asteraceae). Sie ist im fernöstlichen Russland, in Nordchina und Korea verbreitet. Aster mongolicus wird als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Als Gartenpflanze
„Gefüllte“ Sorte mit größeren Röhrenblüten

Vegetative Merkmale

Aster mongolicus ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 122 Zentimetern erreicht. Sie hat einen dicht horstigen Wuchs ohne Ausläufer. Ihre straff aufrechten Stängel sind im oberen Teil locker verzweigt, gefurcht und anliegend behaart.

Die gestielten, unteren und mittleren Stängelblätter sind bei einer Länge von 5 bis 9 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern verkehrt-lanzettlich bis schmal-länglich. Sie sind spärlich und kurz behaart bis fast kahl. Die Blattspreite ist fiederspaltig sowie dicht und kurz-borstig behaart. Die linealischen bis länglichen Fiederabschnitte sind ganzrandig und haben stumpfe Enden. Die dünnen Laubblätter im unteren Stängelbereich sind bis zur Anthese bereits verwelkt. Die oberen, reduzierten Stängelblätter sind linealisch-lanzettlich und ganzrandig.

Generative Merkmale

Die Blüte- und Fruchtzeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. Die 12 bis 45 Blütenkörbe stehen in offenen, schirmtraubig zusammengesetzten Gesamtblütenständen. Der Blütenkorb hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern. Der drei- oder vierreihige Hüllkelch ist 10 bis 15 Millimeter im Durchmesser und halbkugelförmig. Die dachziegelartig angeordneten, ungleichen und kahlen Hüllblätter sind bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern und einer Breite von 3 bis 4 Millimetern elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Sie haben einen häutigen, zerschlitzten, weiß oder violett gefärbten Rand und ein stumpfes, grünes oberes Ende.

Die (mindestens 11) 14 bis 25 Strahlenblüten sind weiß bis bläulich-violett gefärbt. Sie sind etwa 14 bis 26 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit. Die gelben Röhrenblüten sind etwa 3 bis 5 Millimeter lang und enden in ungleichen, etwa 1 bis 2 Millimeter langen Kronzipfeln.

Die etwa 3,5 Millimeter langen und 2,5 Millimeter breiten, strohfarbenen bis bräunlichen Achänen sind verkehrt-eiförmig, zusammengedrückt und manchmal dreieckig. Sie sind zwei- oder dreifach gelblich gerippt, spärlich und angedrückt behaart und selten am oberen Ende drüsig behaart. Die 0,3 bis 1,2 Millimeter langen Pappusborsten sind bräunlich gefärbt.

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Aster mongolicus erstreckt sich von den fernöstlichen russischen Regionen Amur, Chabarowsk und Primorje über die nordchinesischen Regionen Huabei und die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning bis nach Korea. Das Verbreitungsgebiet ähnelt dem von Aster incisus, reicht in China jedoch weiter nach Süden.

Aster mongolicus besiedelt grasige Berghänge, Gebüsche, Feld- und Waldränder sowie lichte Sekundärwälder und Ruderalstellen in Höhenlagen von Meereshöhe bis 1200 Metern. In vielen Habitaten kommt sie gemeinsam mit Aster incisus vor, wächst aber auch an gestörten, offenen Standorten entlang von Straßen und Wegen, während Aster incisus geschützte und natürliche Standorte bevorzugt.

Systematik

Die Erstbeschreibung von Aster mongolicus erfolgte im Jahr 1883 durch Adrien Franchet in Nouvelles Archives du Muséum d'Histoire Naturelle, Reihe 2, Band 6, Seite 41. Das Artepitheton mongolicus bedeutet „mongolisch“ oder „aus der Mongolei stammend“. Es bezieht sich hier auf den ersten Fundort in der nordchinesischen Region Innere Mongolei. Aster mongolicus wird zusammen mit Aster incisus und fünf weiteren in China heimischen Asternarten der Sektion Aster sect. Asteromoea (Blume) Makino zugeordnet.

Synonyme für Aster mongolicus Franch. sind Asteromoea mongolica (Franch.) Kitam., Kalimeris lautureana var. mongolica (Franch.) Kitag. und Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam. Letzteres galt viele Jahre lang als gültiger Artname. Dies hing mit der Anerkennung der Gattung Kalimeris zusammen, siehe Forschungsgeschichte bei Aster incisus. Der Gattungsname Kalimeris wird von einigen Autoren weiterhin unterstützt. Insbesondere in der Gartenliteratur wird der Artname Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam. bevorzugt.

Verwendung

Aster mongolicus ist als Zierpflanze verbreitet. Im Gartenbau und Handel wird meist das Synonym Kalimeris mongolica verwendet. Die Gattung Kalimeris wurde vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2026 ausgerufen. Es werden vor allem die folgenden Sorten kultiviert:

Aster mongolicus eignet sich vor allem für sonnige Gehölzränder, aber auch für großflächige oder kleine Gruppen in Staudenrabatten und pflegeleichten Wildblumenwiesen. Sie blüht in den Hochsommermonaten, jedoch nicht so lange wie Aster incisa. Durch das Entspitzen der Triebe wird ein kompakter Wuchs gefördert und die Zahl der Blüten erhöht. Aster mongolicus bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Standorte in mäßig nährstoffreichen, durchlässigen, mäßig trockenen bis frischen Böden. Sie ist winterhart bis −23 °C (Zone 6).

Literatur

Commons: Aster mongolicus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 The Royal Horticultural Society: Stauden - Die große Enzyklopädie. Dorling Kindersley, München 2015, ISBN 978-3-8310-2752-1, Kapitel Kalimeris mit K. incisa, K. mongolica und K. pinnatifida und K. yomena ‘Shogun’ auf Seite 292.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Yilin Chen, Luc Brouillet, John C. Semple: Aster Linnaeus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong De-Yuan (Hrsg.): Flora of China. Band 20–21. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, S. 574–632, Aster mongolicus Franchet auf Seite 587 (textgleiche Online-Version).
  3. 1 2 3 Datenblatt Aster mongolicus Franch. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  4. 1 2 3 4 Hong-ya Gu and Peter C. Hoch: Systematics of Kalimeris (Asteraceae: Astereae). In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 84, Nr. 4, 1997, S. 762–814, Kalimeris mongolica auf Seite 782–785, doi:10.2307/2992027, JSTOR:2992027 (Digitalisat).
  5. 1 2 Adrien Franchet: Plantæ Davidianæ ex Sinarum Imperio. In: G. Masson (Hrsg.): Nouvelles Archives du Muséum d'Histoire Naturelle, sér. 2. Band 6. Paris 1883, S. 1–126, Aster mongolicus auf Seite 41 (Digitalisat).
  6. ↑ Yilin Chen, Luc Brouillet, John C. Semple: Aster sect. Asteromoea (Blume) Makino. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong De-Yuan (Hrsg.): Flora of China. Band 20–21. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, S. 584 (textgleiche Online-Version).
  7. ↑ John C. Semple: Kalimeris bei Asterae Lab, University of Waterloo, Ontario.
  8. ↑ Compositae Working Group (CWG), 2026. Datenblatt Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam. Status: „accepted“. In: Global Compositae Database.
  9. 1 2 Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, Kapitel Kalimeris Cass. mit K. altaica, K. incisa, K. mongolica und K. yomena auf Seite 526.
  10. 1 2 3 Staude des Jahres 2026: Kalimeris (PDF) bei Bund deutscher Staudengärtner.
  11. 1 2 3 Katrin Lugerbauer: Staude des Jahres 2026: Schönaster - Kalimeris. In: Gartenpraxis. Band 52, Nr. 1. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2026, S. 6–11.
  12. 1 2 Kalimeris mongolica bei Missouri Botanical Garden.