Astrid Wagner

Astrid Wagner (* 13. Mai 1963 in Fürstenfeld, Steiermark) ist eine österreichische Rechtsanwältin, Strafverteidigerin und Autorin. Sie ist insbesondere für die Übernahme der Strafverteidigung von Verdächtigen in aufsehenerregenden Verfahren bekannt, darunter Fälle mit Terrorismus-, Sexualstraf- und Tötungsdelikten.

Werdegang

Im Alter von einem Jahr kam sie, bedingt durch den Beruf ihres Vaters, nach Paris. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Frankreich (Le Vésinet bei Paris) und Österreich (Wien, Mödling, Fürstenfeld).

Nach der Matura ging sie mit 19 Jahren nach Graz, um an der Karl-Franzens-Universität das Studium der Rechtswissenschaften und der Dolmetscherausbildung (Französisch und Italienisch) aufzunehmen. 1989 reichte sie ihre Diplomarbeit mit dem Titel Das befristete Arbeitsverhältnis ein und erhielt 1990 den akademischen Grad Mag. iur.

Nach ihrer Sponsion war sie in Graz als Rechtspraktikantin am Landesgericht für Straf- und Zivilrechtssachen sowie am Konkursgericht tätig. In dieser Zeit wurde sie als Kandidatin für den steirischen Landtag nominiert. Von 1992 bis 1997 war Wagner als Juristin bei der Landesorganisation Steiermark der Mietervereinigung Österreichs. 1993 zur wurde sie Landesvorsitzenden gewählt. Anfang der 1990er Jahre verarbeitete sie den Prozess um Jack Unterweger, mit dem sie auch zwei Jahre lange liiert war, juristisch und kriminologisch in einem Buch.

1997 verließ Wagner die Mietervereinigung Österreichs und ging nach Wien, um Rechtsanwältin zu werden. Sie arbeitete in zwei Rechtsanwaltskanzleien und legte im April 2000 die Anwaltsprüfung ab. Ein Jahr später eröffnete sie ihre eigene Kanzlei.

2006 promovierte sie an der Universität Wien mit der Dissertation Das Geschworenengericht: eine rechtsvergleichende Analyse, in der sie sich kritisch mit dem österreichischen System der Gerichtsbarkeit mit Geschworenen auseinandersetzte.

2014 rief Wagner zusammen mit dem freien SPÖ-Mitarbeiter und Tierschützer Günter Pfurtscheller die Bürgerinitiative Mehr Rechte für Tiere ins Leben.

Auf Basis von Interviews verfasste Wagner 2023 mit dem Titel Die Abgründe des Josef F. eine Biografie von Josef Fritzl, den sie auch vor Gericht vertreten hatte. Das Werk wurde im Selbstverlag veröffentlicht.

Im Jahr 2024 kandidierte Wagner für die Liste Gaza bei der Nationalratswahl.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Website von Astrid Wagner, Abschnitt „Autorin Astrid Wagner“ (online), abgerufen am 21. März 2024.
  2. 1 2 Website von Astrid Wagner, Abschnitt „Anwältin mit Leib und Seele“ (online), abgerufen am 21. März 2024.
  3. ↑ Die brave Ehefrau des ICE-Terroristen Qaeser A. In: krone.at. 18. Oktober 2020, abgerufen am 27. Januar 2026.
  4. ↑ Neuer Antrag auf vorzeitige Entlassung von Fritzl. In: krone.at. 10. August 2025, abgerufen am 27. Januar 2026.
  5. ↑ „Teufels-Killer“ für unzurechnungsfähig erklärt. In: krone.at. 15. Dezember 2024, abgerufen am 27. Januar 2026.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Website von Astrid Wagner, Abschnitt „Mein Werdegang“ (online), abgerufen am 21. März 2024.
  7. ↑ Österreichische Nationalbibliothek, bibliographische Angaben zur Wagners Diplomarbeit (online), abgerufen am 21. März 2024.
  8. ↑ Jack Unterwegers Vertraute: „Habe einen Mörder geliebt“. In: kurier.at. 15. Juni 2014, abgerufen am 28. Dezember 2017.
  9. ↑ Österreichische Nationalbibliothek, bibliographische Angaben zur Dissertation von Astrid Wagner 2006 (online), abgerufen am 21. März 2024.
  10. ↑ Bürgerinitiative für harte Strafen für Tierquäler. In: krone.at. 26. November 2014.
  11. ↑ »Liste Gaza« präsentierte sich in Graz. ORF, 7. August 2024.
  12. ↑ Büß jeden Tag für: Bei Eifersucht Mord – jetzt spricht ein Täter. In: krone.at. 3. November 2019.
Personendaten
NAME Wagner, Astrid
KURZBESCHREIBUNG österreichische Rechtsanwältin, Strafverteidigerin und Autorin
GEBURTSDATUM 13. Mai 1963
GEBURTSORT Fürstenfeld