At Land

Film
Titel At Land
Produktionsland Vereinigte Staaten
Erscheinungsjahr 1944
Länge 14–15 Minuten
Stab
Regie Maya Deren
Drehbuch Maya Deren
Kamera Alexander Hammid; Hella Heyman
Schnitt Maya Deren
Besetzung

At Land ist ein US-amerikanischer kurzer, stummer Experimentalfilm von Maya Deren aus dem Jahr 1944. Gedreht wurde in Schwarzweiß auf 16-mm-Film; als Kameraleute werden Alexander Hammid und Hella Heyman (auch: Hella Hammid) genannt. Die Laufzeit wird je nach Quelle mit 14 oder 15 Minuten angegeben.

Handlung

Zu Beginn wird eine Frau (Maya Deren) an einen Strand gespült; die Brandung läuft in umgekehrter Richtung zurück ins Meer. Im Verlauf gelangt sie über abrupte Orts- und Raumsprünge in eine bürgerliche Gesellschaftsszene: Sie kriecht über einen gedeckten Tisch, ohne dass die Anwesenden Notiz von ihr nehmen. Eine Schachpartie bildet ein wiederkehrendes Motiv; ein Spielstein gerät in Bewegung und wird zum Auslöser einer Verfolgung, die die Protagonistin zurück in die Strandlandschaft führt. Der Film entfaltet eine traumlogische Erzählung, in der Begegnungen und Situationen weniger kausal als über Rhythmus, Wiederholung und Variation verbunden sind.

Hintergrund und Gestaltung

In filmtheoretischen Texten unterscheidet Maya Deren eine „horizontale“ Dramaturgie (Handlungsfortschritt) von einer „vertikalen“ Form, die Situationen und Affekte in Variationen verdichtet; At Land arbeitet entsprechend stark mit Wiederholung, Motivketten und rhythmischen Übergängen statt mit linearer Kausalität. Ute Holl liest insbesondere die Spannungsfigur von streng codierten Ordnungen (Schachbrett als Koordinatensystem) und dem „Rauschen“ des Meeres als strukturierendes Prinzip des Films; die Bewegungen der Protagonistin erscheinen dabei als Navigation zwischen Regelhaftigkeit und Kontingenz. Im Kontext der US-amerikanischen Experimentalfilmproduktion der 1940er bis 1960er Jahre wird Deren in der Forschung als eine der kanonischen Protagonistinnen behandelt; At Land wird dort zusammen mit anderen Schlüsselarbeiten dieser Phase historisch und ästhetisch verortet.

Veröffentlichung und Verleih

Der Film ist u. a. über Institutionen/Verleihe wie Women Make Movies, Light Cone sowie die Film-Makers' Cooperative im Kontext des Avantgarde- und Repertoirebetriebs verfügbar.

Rezeption

Die Deutungsgeschichte betont häufig die traumlogische Erzählweise und die Verbindung von Körperbewegung, Raumwechseln und Wiederholungsstrukturen. In Kurzbeschreibungen wird At Land als Film über eine surreale Reise „in Fragmenten“ und die Auseinandersetzung mit Identität charakterisiert.

Literatur

Commons: At Land – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

  1. 1 2 At Land. In: Filmpodium Zürich. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  2. 1 2 At Land. In: Light Cone. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  3. 1 2 Maya Deren – The Films of Maya Deren (Filmografie/Verleih). In: Women Make Movies. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  4. ↑ At Land. In: The Criterion Channel. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  5. 1 2 3 4 5 Wendy Haslem: Great Directors: Maya Deren (Issue 23, December 2002). In: Senses of Cinema. Oktober 2019, abgerufen am 9. Januar 2026.
  6. 1 2 At Land. In: LUX. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  7. ↑ Maya Deren: Poetik des Films. Wege im Medium bewegter Bilder. Merve Verlag, Berlin 1984, ISBN 978-3-88396-037-1.
  8. ↑ Maya Deren, Dance, and Gestural Encounters in Ritual in Transfigured Time. In: Senses of Cinema. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  9. ↑ Ute Holl: Über die Kunst, an Land zu navigieren. Zu Maya Derens At Land. In: uteholl.de. S. 40–49, abgerufen am 9. Januar 2026 (Aus: Bildwelten des Wissens. Kunsthistorisches Jahrbuch für Bildkritik, Band 5,1: Systemische Räume).
  10. ↑ Henning Engelke: Metaphern einer anderen Filmgeschichte. Amerikanischer Experimentalfilm, 1940–1960. Schüren, Marburg 2017, ISBN 978-3-89472-994-3.
  11. ↑ At Land. In: The Film-Makers' Cooperative. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  12. ↑ Flickertunes (Programmseite). In: City 46 / Kommunalkino Bremen. Abgerufen am 9. Januar 2026.
Weitere Filmlinks: