
Auersperg (slowenisch Turjaški) ist der Name eines Adelsgeschlechts, das sich in Österreich verzweigte und zum Uradel gehört. Seine Angehörigen haben als Feldherren, Politiker und Staatsmänner die Geschicke des Kaisertums Österreich beeinflusst und mitbestimmt.
Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert spielten sie als Oberkommandierende an der kroatischen Militärgrenze in den Türkenkriegen sowie als Förderer des Protestantismus, der Literatur und der Künste eine bedeutende Rolle. Durch die Erhebung der pankrazischen Linie in den Fürstenstand 1653 und den nachfolgenden Erwerb reichsunmittelbarer Herrschaften gehörte diese Linie auch zu den Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reichs. Nachkommen des Geschlechts leben heute unter anderem in Österreich, Slowenien, Italien, Deutschland, England, in den USA, Kanada und in Ländern Südamerikas.

Die von Auersperg sollen als ein edelfreies Geschlecht ursprünglich von der Burg Ursberg bei Mindelheim in Schwaben stammen. Es wird angenommen, dass die von Ursperch (Ursberg) eines der Adelsgeschlechter waren, die sich nach der entscheidenden Niederlage der Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 im Zuge der darauf folgenden bairischen Kolonisation der frei gewordenen Gebiete, wozu auch die Gegenden Krains, ein Teil des heutigen Slowenien, gehörten, niedergelassen haben.
Die urkundliche gesicherte Stammreihe der heute noch bestehenden Familie beginnt mit Herand von Auersperg 1220.
Ihre Stammburg Ursperg, später Auersperg (slowenisch Turjak) errichteten sie in Unterkrain, wo damals ihre ersten Güter lagen; sie erstreckten sich vom Grosluper Talkessel (Grosupeljska kotlina) in südlicher Richtung über Großlassitsch/Großlaschitz (Velike Lašče) bis nach Reiffnitz (Ribnica). Dem gegenwärtigen Stand der Forschung nach war Engelbertus de Ursperch, der in einem im Jahre 1162 in St. Veit an der Glan in Kärnten ausgestellten Dokument als Zeuge aufscheint, der erste urkundlich erwähnte Auersperg.
Dieses edelfreie Geschlecht erlosch um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Nachfolge trat ein Ministerialengeschlecht an, das sich nach der Burg Auersperg nannte und vermutlich auch das Wappen des erloschenen Geschlechtes verliehen bekam.

Die Burg Auersperg, die geländebedingt in der Form eines wuchtigen Dreiecks auf dem Plateau eines steil nach Westen abfallenden bewaldeten Hanges erbaut wurde, liegt in Unterkrain in der Gemeinde Velike Lašče, etwa 25 km südöstlich von Ljubljana (dt. Laibach), dicht an der Straße, die von dort nach Kočevje (dt. Gottschee) führt. Ihr Vorläufer war die Untere Burg Auersperg, auch Altauersperg genannt und stand auf einem etwas tiefer gelegenen Felsvorsprung unterhalb des neuen Gebäudes. Wann die beiden Burgen errichtet wurden, ist urkundlich nicht gesichert. Auf der mächtigen Bastei, dem sogenannten Ochsenturm, im ostwärtigen Teil der oberen Burg ist eine Steinplatte angebracht mit folgender Inschrift:
Diese obere Burg erscheint urkundlich erstmals im Jahre 1220, als Engelbertus de Owersperch „in castro meo Owersperch“ eine Urkunde ausstellte. Dass es zwei Burgen gab, geht aus der Urkunde aus dem Jahre 1318 hervor, als Kaiser Friedrich III. die Brüder Volkard und Herbard von Auersperg mit dem „ober hus ze Ursperg und daz nider swaz si da hant gebuwen oder noch buwen wellent“ (das obere Haus zu Auersperg und das untere, das sie da erbauten oder noch bauen wollen) belehnte. Altauersperg, von dem heute noch stellenweise vier Meter hohe Mauern vorhanden sind, wurde seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt. Beide Festungen sollen im Zuge der Erbauseinandersetzung zwischen Pilgram II. von Auersperg und seinem Schwager Grafen Otto von Ortenburg 1140 gebrandschatzt worden sein. Ein halbes Jahrhundert später wurden sie von Adolph II. von Auersperg wiedererrichtet. In einer weiteren Fehde, die Adolphs Sohn Otto von Auersperg im Jahre 1200 gegen den Grafen von Görz, den Grafen von Ortenburg und den Patriarchen von Aquileja geführt haben soll, wurden die Festungen abermals zerstört. Im Jahre 1270 verkauften die Brüder Peter und Wolfgang von Auersperg die instand gesetzten Burgen an ihre Vettern. Diese wiederum verkauften sie an Balthasar von Auersperg, den Kanzler des Patriarchen von Aquileja. Obwohl Balthasar ein unehelicher Sohn, vermutlich Herward von Auerspergs war, genoss er auch innerhalb der Familie ein hohes Ansehen.
Auersperg wurde im September 1943 im Verlauf von mehrtägigen Kampfhandlungen zwischen den Partisanen und den Weißgardisten (Domobranci) vom heftigen Artillerie- und Mörserbeschuss samt Inventar in Schutt und Asche gelegt. Den älteren Teil des umfangreichen Familienarchivs der Auerspergs haben die damaligen Besitzer schon zuvor nach Udine, auf den dortigen Familiensitz, verbracht. Andere spärliche Reste werden heute im Archiv Sloweniens in Ljubljana aufbewahrt. Erst im Jahre 1962 begann man mit der Konservierung und Restaurierung der zertrümmerten Burg. Das Gebäude gilt heute als Kulturdenkmal Sloweniens. Es ist soweit wiederhergestellt, dass es wieder besichtigt werden kann.
Im ehemaligen Herzogtum Krain besaßen die von Auersperg folgende Herrschaften.
Slowenien: (Siehe auch: Liste von Burgen und Schlössern in Slowenien)
Österreich:
Böhmen und Mähren:
Gegenwärtig befinden sich die folgenden Schlösser noch im Besitz des Hauses Auersperg:
Eine erste Teilung des Geschlechts fand durch die Brüder Volkhard (* 1401; † 1461) und Engelhard I. (* 1404; † 1466) statt, wobei die Nachfahren des ersteren 1604 ausstarben. Engelhard I. hatte wiederum zwei Söhne namens Pankraz II. (* 1441; † 1496) und Volkard VIII. (* 1443; † 1508), die zwei weitere Hauptlinien begründeten.
Die Brüder Herward XII. (* 1574; † 1618) und Dietrich II. (* 1578; † 1634) aus der Pankrazischen Linie gründeten zwei Zweige, die beide 1630 in den Grafenstand erhoben wurden. Ihr entfernter Cousin Wolfgang Siegmund (* 1543; † 1598) aus der Volkhardischen Linie setzte diese im Freiherrenstand fort, sie erlangte Ende des 17. Jahrhunderts ebenfalls den Grafenstand und erlosch im Mannesstamm mit Ferdinand (* 1906; † 1944) auf Schloss Ernegg.
Der ältere pankrazische Zweig blieb im Grafenstand und war bis 1945 in Krain auf der Burg Auersperg ansässig, der jüngere teilte sich mehrfach auf; zu ihm gehörte Johann Weikhard von Auersperg, der 1653 von Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. 1654 belehnte der Kaiser ihn in seiner Eigenschaft als König von Böhmen auch mit dem schlesischen Herzogtum Münsterberg sowie der Stadt Frankenstein. 1651 wurde die Grafschaft Tengen an die Auersperg verpfändet, die sie 1653 als Lehen erhielten. Im folgenden Jahr wurde sie gefürstete Grafschaft und ihretwegen besaßen die Fürsten von Auersperg eine Virilstimme im Fürstenrat des Reichstags sowie Sitz und Stimmrecht beim Österreichischen Reichskreis. Die ca. 70 km² große Grafschaft wurde 1806 im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbunds badischer Souveränität untergeordnet und 1811 an das Großherzogtum Baden verkauft. Die Auersperg gehörten deshalb nach 1823 zu den Standesherren.
Heinrich Josef von Auersperg, 4. Fürst von Auersperg und Herzog von Münsterberg, diente unter Karl VI. bis 1738 als Oberhofmarschall, anschließend bis 1765 als Oberstallmeister und Oberkämmerer am Hofe Maria Theresias und wurde ein enger Freund Kaiser Franz Stephans. Er heiratete 1719 Marie Dominika von und zu Liechtenstein (* 1698; † 1724) und 1726 Maria Franziska Antonia von Trautson.
Sein ältester Sohn aus erster Ehe, Karl Josef Anton von Auersperg (* 1720; † 1800), 5. Fürst, heiratete 1744 Maria Josepha Rosalia Gräfin von Trautson (* 1724; † 1792), die ältere Tochter von Johann Wilhelm 2. Fürst von Trautson, Graf zu Falkenstein (* 1700; † 1775), mit dem dieses Geschlecht erlosch. Der aus ihrer Ehe stammende jüngere Sohn, Prinz Karl (* 1750; † 1822), wurde nach dem Tod seines Großvaters zum Haupterben des Trautson’schen Vermögens und nahm den Namen Auersperg-Trautson an. Es kam zu einem Erbstreit mit dem Fürsten Johann Nepomuk Friedrich von Lamberg, der ebenfalls mit einer Tochter des zweiten Fürsten Trautson verheiratet war. In Folge des Streits wurde die Herrschaft Falkenstein in Niederösterreich 1799 verkauft. Da Prinz Karl kinderlos geblieben war, ging das übrige Trautson-Erbe an die Nachkommen seines älteren Bruders Wilhelm von Auersperg (1749–1822), des 6. Fürsten von Auersperg, über. Die vormals Trautson’schen Besitzungen Schloss Goldegg in Niederösterreich und die Tiroler Burgen Sprechenstein und Trautson gehören bis heute den Auersperg-Trautson.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg und dem staatsrechtlichen Übergang des größten Teils Schlesiens 1742 an Preußen behielten die Auersperg das Herzogtum Münsterberg, das in eine Standesherrschaft umgewandelt wurde. 1791 veräußerte Fürst Karl Joseph Anton den Besitz an den preußischen König Friedrich Wilhelm II.
Karl Auersperg (* 1859; † 1927), der 10. Fürst, heiratete Eleonore Gräfin von Breunner-Enckevoirth (* 1864; † 1920). Ihr älterer Sohn Adolf Karl (* 1886; † 1923) setzte die (fürstliche) Hauptlinie fort, der jüngere Sohn Karl (* 1895; † 1980) nahm den Namen Prinz von Auersperg-Breunner an und begründete diesen, ebenfalls bis heute bestehenden Zweig.


Familienoberhäupter seit 1927:
„Auersperg, von, itzt Fürsten und Grafen; Herr Georg Landeshauptmann in Krain, 1425 laut von Perizhoffischen Verzeichnisses, ohne Indicirung. Herr Octavian, dann Christoph und Andreas von Auersperg, im von Perizhoffischen Verzeichnis unter dem Jahre 1507, ohne Nachweisung. Herr Hanns und Dietrich von Auersperg sitzen im Landtage im Jahre 1566, Prot: No 1, Fol: 254. Herr Weikhard Freiherr von Auersperg, Landeshauptmann in Krain 1576, Prot: No 2, Fol: 197. Fürsten Karl Joseph, Herzog zu Gottschee, wird unter 25. Juni 1792 über sein Ansuchen als gefürsteten Herzoge, für sich und seine Nachfolger im gedachten Herzogthume Gottschee, bey landtäglichen Versammlungen, wenn derselbe oder seine Nachfolger diesen persönlichen beywohnen, ein besonderer Sitz, und das Vorrecht der ersten Stimme, gleich nach dem Herrn Fürst-Erzbischofe von Laibach und den Herren Verordneten, mithin vor all’ anderen Fürsten, Grafen, Freyherren und Rittern, eingeräumt. Fasc: Landmannsbriefe Litt: A, No 10.
Auersperger, Hanns, kommt im landschaftlichen Wappenbriefe von 1463 vor.“

Von den zahlreichen Wappenvarianten werden an dieser Stelle nur die gebräuchlichsten aufgeführt.
Blasonierung: Im roten Schild ein aus einem grünen Dreiberg wachsender goldener Auerochse (später ein schreitender Auerochse mit silbernem Gehörn). Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der Auerochse wachsend.
Blasonierung: Gevierter Schild mit Herzstelle. Auf der Herzstelle im silbernen Schild ein goldgekrönter roter Löwe (Gottschee). In den Feldern 1 und 4 in Rot ein auf grünem Boden einwärtsschreitender goldener Stier (Auersochs) mit goldenem Nasenring, in den Feldern 2 und 3 in Gold ein einwärtssehender, goldgekrönter schwarzer Adler mit goldenen Fängen auf silberner Bank stehend (Schönberg). Auf dem Schild drei gekrönte Spangenhelme mit Decken und Helmzier. Mitte: schwarzweiße Decken mit goldgekröntem Doppeladler auf der Bank; rechts: rotgoldene Decken mit Stier wachsend; links: rotsilberne Decken mit Löwe wachsend.
Blasonierung: Gevierter Schild mit Herzstelle. Auf der Herzstelle in Gold eine sechsblättrige blaue Rose († Freiherren Sesima v. Austj); in den Feldern 1 und 4 ein auf grünem Dreiberg einwärtsschreitender schwarzbewehrter goldener Stier (Auerochs) mit eisernem Nasenring; in den Feldern 2 und 3 in Gold ein einwärtssehender, goldgekrönter schwarzer Adler mit schwarzen Fängen auf schwarzer Bank stehend (Schönberg). Auf dem Schild drei gekrönte Bügelhelme. Mitte: rotsilberne Decken mit Adler, rechts: rotgoldene Decken mit Stier wachsend; links: schwarzsilberne Decken mit blauer Rose zwischen einem von Silber und Schwarz, und einem von Gold und Rot geteilten Büffelhorn († Freiherren Sesima v. Austj).
Blasonierung: Gespaltener und zweimal geteilter Schild mit Herzstelle: Auf der Herzstelle in Silber ein gekrönter, roter Löwe (Gottschee). Feld 1 gespalten: in von Gold und Silber gespaltenem Feld ein von Schwarz und Rot gespaltener Adler mit einem steigenden, silbernem Halbmond auf der Brust; in Rot ein silberner Löwe. Feld 2 geteilt von Rot und Gold mit geflutetem blauen Balken, in Rot ein schreitender, gekrönter silberner Löwe, in Gold ein schwarzer Adler. Felder 3 und 6 in Rot ein auf grünem Boden einwärts schreitender goldener Auerochse mit Nasenring. Felder 4 und 5 in Gold ein einwärtssehender, goldgekrönter schwarzer Adler mit schwarzen Fängen auf schwarzer Bank stehend (Schönberg). Den Schild umschließt ein purpurner, innen mit Hermelin besetzter Wappenmantel mit Fürstenhut.