Die sehr dunkel gefärbte Augennachtschwalbe ist 20–21cm groß, das Männchen wiegt zwischen 35 und 43g, das Weibchen zwischen 29 und 44g, die Geschlechter unterscheiden sich kaum. Die Oberseite und die Flügeldecken sind nahezu gleichförmig dunkel graubraun ohne Nackenband. Die Augennachtschwalbe hat ein schmales weißes Kehlband und gelbbraun oder rotbraun begrenzte Flecken auf Schulterfedern und Flügeldecken mit zwei weißen Punkten. Auf der Unterseite finden sich schmale weiße Punkte. Im Fluge werden schmale weiße Spitzen der äußeren Steuerfedern sichtbar.
Stimme
Der Ruf des Männchens wird als wiederholtes trillerndes preeeo oder prEEoo beschrieben, vom Grund oder von einem niedrigen Ansitz aus gerufen.
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:
N. o. lautusMiller, W & Griscom, 1925 – Osten Honduras’, Nordosten Nicaraguas und Nordwesten Costa Ricas, auch in der Kanalzone in Panama
N. o. ocellatus (Tschudi, 1844), Nominatform – Kolumbien, Nordosten Ecuadors und Osten Perus bis Brasilien und südlich über Bolivien und Paraguay bis in den Nordosten Argentiniens
Nyctiphrynus ocellatus bergeniNiethammer, 1953 und Nyctiphrynus ocellatus brunnescensGriscom & Greenway, 1937 gelten heute als Synonyme zur Nominatform.
Die Brutzeit liegt in Costa Rica und Nicaragua zwischen März und April, in Ecuador im Dezember und in Peru zwischen September und November.
Etymologie und Forschungsgeschichte
Die Erstbeschreibung der Augennachtschwalbe erfolgte 1844 durch Johann Jakob von Tschudi unter dem wissenschaftlichen NamenCaprimulgus ocellatus. Als Verbreitungsgebiet gab er Peru an. 1857 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte mit die für die Wissenschaft neue Gattung Nyctiphrynus ein. Dieser Name leitet sich von »nykti-, nyx, nyktos νυκτι-, νυξ , νυκτος«für »Nacht« und »phrynē, phrynēs φρυνη, φρυνης«für »Kröte« ab. Der Artnameocellatus hat seinen Ursprung in ocellatus, ocellus, oculus‚gepunktet, mit Ösen markiert, Öse, Auge‘. Lautus stammt von lautus, lavare‚elegant, ordentlich, prächtig, waschen‘ ab. Bergeni ist Jonny von Bergen (1906–1982) gewidmet. Brunnescens leitet sich von brunnescens, brunnescentis, brunneus, brunius‚etwas braun, bräunlich braun‘ ab. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er nur Puerto Bertoni und dem Rio Iguaçu im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für Paraguay.
Gefährdungssituation
Die Augennachtschwalbe gilt als „nicht gefährdet“ (least concern).
Literatur
Arnaldo de Winkelried Bertoni in Mosè Giacomo Bertoni:Fauna paraguaya. Catálogos sistemáticos de los vertebrados del Paraguay: peces, batracios, reptiles, aves, y mamíferos conocidos hasta 1913. In: Descripcion fisica y economica del Paraguay. Band59, Nr.1. Establecimiento Gráfico M. Brossa, Asunción 1914, S.1–86 (google.de).
Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte:Parallelismo frau la tribu die cantori dissirostri e quella die volucri hianti e die notturni ovvero insidenti. In: Rivista Contemporanea: Filosofia - Storia - Scienze - Letteratura - Poesia -Romanzi - Viaggi - Critica - Acheologia - Belle Arti. Band9, 1857, S.209–217 (archive.org).
Ludlow Griscom, James Cowan Greenway:Critical notes on new Neotropical Birds. In: Bulletin of the Museum of Comparative Zoology at Harvard College. Band81, Nr.2, 1937, S.417–437 (biodiversitylibrary.org).
Alfred Laubmann:Die Vögel von Paraguay. Band2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S.6 (google.de).
Johann Jakob von Tschudi:Avium conspectus quae in Republica Peruana repiuntur et pleraque observatae vel collectae sunt in itinere. In: Archiv für Naturgeschichte. Band10, Nr.1, 1844, S.262–317 (biodiversitylibrary.org).
Waldron DeWitt Miller, Ludlow Griscom:Descriptions of new birds from Nicaragua. In: American Museum Novitates. Nr.159, 1925, S.1–9 (amnh.org[PDF; 844kB]).
12345N. Cleere und G. M. Kirwan: Ocellated Poorwill (Nyctiphrynus ocellatus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Nyctiphrynus ocellatus