
August Emil Enna (* 13. Mai 1859 in Nakskov; † 3. August 1939 in Kopenhagen) war ein dänischer Musiker und Komponist.
Der Großvater, ein gebürtiger Italiener, war nach den napoleonischen Kriegen (wo er als Soldat diente) mit seiner in Deutschland geborenen Frau nach Dänemark ausgewandert. August Enna wurde in Nakskov auf Lolland geboren, wo sein Vater Schuhmacher war. Die Familie zog 1870 nach Kopenhagen, wo Enna Schuhmacherlehrling wurde und Musikunterricht bekam (Violine, Klavier und Theorie; mit Christian Schiørring als Geigenlehrer und Organist Peter Rasmussen für die Theorie). Er wurde Geiger und trat in Finnland und Schweden auf. Im Jahre 1883 kehrte er nach Dänemark zurück, um Musikdirektor an Werner's Teaterselskab (Werners Theatergesellschaft) zu werden, einem Tourneetheater.
1884 komponierte er seine erste Oper, Agleia, einige Klavierstücke und Instrumentalwerke, und im Jahre 1886 eine Symphonie (in c-Moll), die das Interesse von Niels Gade erregte. 1890/91 war er Dirigent am Theater Dagmar in Kopenhagen. Danach lebte er vom Komponieren und von kürzeren Engagements; in seinen letzten Jahren war er arm. 1908 wurde er Titularprofessor.
1892 wurde seine bahnbrechende Arbeit, die Oper Heksen (Die Hexe) uraufgeführt. Dann hatte er großen Erfolg mit weiteren Opern, darunter Kleopatra (1894), Den lille pige med svovlstikkerne (Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, 1897), Gloria Arsena (1917) und Komiker (1920). Mehrere von ihnen wurden an verschiedenen europäischen Bühnen aufgeführt, so zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Weimar, Magdeburg und Köln.
Er war ein Ritter des Dannebrogordens. Begraben wurde er in Frederiksberg auf dem alten Friedhof.
Er schrieb in einem hochromantischen Stil, der lange aus der Mode war, als er 1939 fast vergessen starb. Sein einziges öfter aufgeführtes Stück ist wohl die Ouvertüre zum Mädchen mit den Schwefelhölzern, einer einaktigen Oper, die nur etwas mehr als eine halbe Stunde dauert. Seine Musik ist von Wagner und Verdi sowie von der dänischen romantischen Tradition inspiriert. Enna hatte einen guten Sinn für Theaterinstrumente, hatte eine feine melodische Ader und beherrschte die Kunst der Orchestrierung. Einige seiner Werke sind auf die kleinen dänischen Provinztheater mit begrenzten Ressourcen zugeschnitten. Mehrere seiner Opern basieren auf beim Volke beliebten Vorlagen von Hans Christian Andersen. Nach dem Ersten Weltkrieg war Ennas Zeit als erfolgreicher Komponist vorbei. In seiner Zeit gehörte er zu den international meistgespielten Opernkomponisten.
Neben Opern- und Theatermusik schrieb Enna ein Violinkonzert (Uraufführung in der Carnegie Hall in New York), zwei Sinfonien, andere Orchestermusik sowie Lieder und kleine Klavierstücke.
Sein Name war lange Zeit nur in Fachkreisen bekannt (und durch Kreuzworträtsel: dänischer Komponist mit vier Buchstaben). Nur wenige seiner Werke sind auf Tonträger erhältlich. Das Klassik-Label CPO veröffentlichte bislang vier CDs mit Werken des Komponisten.
Emil Reesen komponierte 1945 eine Fantasi over Kompositioner af August Enna for Orkester.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Enna, August |
| ALTERNATIVNAMEN | Enna, August Emil (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Musiker und Komponist |
| GEBURTSDATUM | 13. Mai 1859 |
| GEBURTSORT | Nakskov |
| STERBEDATUM | 3. August 1939 |
| STERBEORT | Kopenhagen |