August Fischer-See

August Fischer-See (* 4. Dezember 1911 in Konjic, Bosnien und Herzegowina; † 26. August 2003) war ein österreichischer Offizier, der im Zweiten Weltkrieg in der deutschen Wehrmacht diente und im Bundesheer der Zweiten Republik bis zum Rang eines Generals aufstieg. Bekanntheit erlangte er zudem als Zeuge im parlamentarischen Untersuchungsausschuss von 1977 zum sogenannten „Syrien-Skandal“.

Leben

August Fischer-See trat 1929 in das österreichische Bundesheer der Ersten Republik ein und absolvierte die Ausbildung zum Pionieroffizier. 1933 wurde er zum Leutnant befördert und wechselte 1935 zur Fliegerausbildung, woraufhin er 1938 den Rang eines Oberleutnants in den österreichischen Luftstreitkräften bekleidete.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde er in die deutsche Luftwaffe übernommen. Während des Zweiten Weltkriegs diente er unter anderem als Hauptmann (ab 1939) und Major (ab 1942). Er wurde als Erster Generalstabsoffizier (Ia) bei der 7. und der 15. Luftwaffen-Feld-Division eingesetzt. Gegen Ende des Krieges war er im Fallschirm-AOK 1 sowie der 2. Fallschirmjäger-Division tätig. Am 1. Januar 1945 wurde ihm als Major das Deutsches Kreuz in Gold verliehen.

Nach dem Krieg schloss sich Fischer-See dem neu aufgestellten Bundesheer der Zweiten Republik an. Er gehörte zu einer Gruppe kriegserfahrener Offiziere, die maßgeblich an der Modernisierung und dem Aufbau der neuen Teilstreitkräfte beteiligt waren. In der Folge stieg er bis in die Führungsebene auf und bekleidete den Posten des Leiters der Sektion IV (Gruppe B) im Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV), wo er als General des Intendanzdienstes wirkte. Am 31. Dezember 1976 trat er offiziell im Rang eines Generals in den Ruhestand.

Rolle im Untersuchungsausschuss 1977

Kurz nach seinem Übertritt in den Ruhestand geriet Fischer-See im Frühjahr 1977 in den Fokus des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der illegale österreichische Waffenexporte der Firma Steyr-Daimler-Puch und Waffenlieferungen nach Syrien unter der Verantwortung des damaligen Verteidigungsministers Karl Lütgendorf untersuchte.

Fischer-See war im Juli 1976 in seiner Funktion als Sektionschef im BMLV direkt in die logistische Abwicklung involviert. Er hatte am 26. Juli 1976 den formalen Dienstzettel Nr. 158/76 unterzeichnet, mit dem auf Weisung des Ministers die leihweise Bereitstellung von Munitionsbeständen des Bundesheeres (vorgeblich für ein legales Panzergeschäft mit Tunesien) autorisiert wurde. Diese Freigabe ermöglichte es letztlich dem Waffenhändler Alois Weichselbaumer, die Scharfschützenmunition abzusondern und via Schwechat nach Syrien umzuleiten. Vor dem Ausschuss sagte Fischer-See als Zeuge aus, eine vom Heeres-Nachrichtenamt übermittelte Warnliste bezüglich verdächtiger Waffenhändler im Panzerschrank verwahrt, den Minister jedoch nicht gesondert informiert zu haben, da er davon ausging, dass Lütgendorf über den Ablauf des tunesischen Geschäfts ohnehin laufend im Bilde gewesen sei.

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Stefan Bader: An höchster Stelle … Die Generale des Österreichischen Bundesheeres der Zweiten Republik. Band 3, Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, Bundesministerium für Landesverteidigung, Wien 2004, S. 88.
  2. 1 2 3 Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Untersuchung österreichischer Waffenexporte ins Ausland. 538 der Beilagen zu den stenographischen Protokollen des Nationalrates XIV. GP, S. 4.
  3. 1 2 3 4 Fischer-See, August. In: TracesOfWar.com. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (Personen-Datenbank zu Militärbiografien).
  4. ↑ Klaus D. Patzwall, Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945. Geschichte und Inhaber. Band II, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X.
  5. 1 2 Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, XIV. GP, S. 26.
  6. ↑ Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, XIV. GP, S. 18.
Personendaten
NAME Fischer-See, August
ALTERNATIVNAMEN Fischer-See, August
KURZBESCHREIBUNG österreichischer General und Sektionschef im Verteidigungsministerium
GEBURTSDATUM 4. Dezember 1911
GEBURTSORT Konjic, Bosnien und Herzegowina
STERBEDATUM 26. August 2003