August Friedrich Daniel Gaster (* 28. Oktober 1852 in Wismar; † 6. Januar 1929 in Bad Doberan) war ein deutscher Architekt.
August Gaster absolvierte von 1872 bis 1875 und von 1877 bis 1878 die Polytechnische Schule in Hannover. Dort war er, ebenso wie zuvor Gotthilf Ludwig Möckel, ein Schüler des bedeutenden Architekten Conrad Wilhelm Hase.
1888 wurde Gaster zum Landbaumeister in (Bad) Doberan ernannt. Er war für die Ämter Bukow, Doberan und Schwaan verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehörte die Aufsicht über staatliche und kirchliche Bauvorhaben in dieser Region.
Etwa im Jahr 1894 erhielt Gaster einen Ruf in das Schweriner Ministerium, wo ihm die Position des obersten Baubeamten des mecklenburgischen Staates angeboten wurde. Er lehnte dieses Angebot ab und erklärte sich stattdessen bereit, in die Prüfungskommission für mecklenburgische Baumeister mit Sitz in Schwerin einzutreten. Neben seinen amtlichen Pflichten widmete er sich fortan auch der Planung und Ausführung privater Bauvorhaben.
Die 1908 von August Gaster entworfene Villa Godewege in (Bad) Doberan zählt heute zu den wenigen Villen des frühen 20. Jahrhunderts in Mecklenburg, die eine schlicht-elegante Ausprägung des Reformstils zeigen. Sie gilt als bedeutendes Beispiel für die qualitätsvolle, zurückhaltende Architektursprache dieser Epoche.
Im Jahr 1920 erfolgte seine Ernennung zum Vorstand des Hochbauamtes Rostock II in Doberan.
Gaster schuf zahlreiche bedeutende öffentliche und repräsentative private Bauten, von denen viele bis heute erhalten blieben. Er gilt als einer der profiliertesten Architekten seiner Zeit in Mecklenburg.
Gaster war mit Clara Gaster, geb. Kothé (* 20. September 1858; † 31. Juli 1928) verheiratet. Sie hatten 3 Kinder: die Töchter Hanna (* 2. Juli 1890 in Doberan; † 14. Dezember 1972), Gertrud (* 2. Juni 1886 in Rostock; † 24. August 1955 in Wismar). Der Sohn Alfred (* 20. Oktober 1888) fiel im Ersten Weltkrieg, nach dem Bestehen der Vorprüfung für Architekten in Hannover, 1917 bei Polderhoeck (Flandern). Die Tochter Gertrud Gaster verh. Kleiminger war mit dem Gymnasialdirektor, mecklenburgischen Heimatforscher und Autor Rudolf Kleiminger (* 19. November 1884 in Neustadt i. Meckl.; † 19. August 1967 in Wismar) verheiratet.
August Gaster bewohnte mit seiner Familie ab 1914 das repräsentative Wohnhaus in der heutigen Goethestraße 10 in (Bad) Doberan.



| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gaster, August |
| ALTERNATIVNAMEN | Gaster, August Friedrich Daniel (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 28. Oktober 1852 |
| GEBURTSORT | Wismar |
| STERBEDATUM | 6. Januar 1929 |
| STERBEORT | Bad Doberan |