Augustodurum

Koordinaten: 49° 16′ 48″ N, 0° 42′ 10″ O

Reliefkarte: Frankreich
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Augustodurum​

Augustodurum war der antike Hauptort der gallischen Baiokassen im Nordwesten Galliens. Auf den Stamm geht der heutige Name der Stadt Bayeux zurück Mit der Ankunft der Römer wurde Augustodurum eine wichtige gallorömische Stadt in der römischen Provinz Gallia Lugdunensis.

Der gallische Hauptort lag an der von Autricum (Chartres) nach Alauna (Aleaume bei Valognes) führenden Römerstraße; In der Regel gehen die Althistoriker, davon aus, dass es sich um den antiken Vorläufer des heutigen Bayeux (Département Calvados) handelt. Das gallorömische Augustodurum wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. von Kaiser Augustus auf der Stelle des gallischen Ortes am Berg Phaunus gegründet. Der Phaunus war sehr wahrscheinlich mit einem wichtigen vorrömischen Heiligtum der Gallier verbunden. Im heutigen Bayeux sind noch einige gallorömische Ruinen – etwa Thermen, ein castrum sowie weitere gallorömische Mauerreste – vorhanden. Zudem befindet sich die Bezeichnung Augustodurum auf einigen Meilensteinen.

Der Ortsname Augustodurum ist der latinisierte keltische Name der antiken Stadt Bayeux. Der Ortsname wurde gebildet aus Augustus, dem Namen des ersten römischen Kaisers, und dem keltischen Wort -dur („Stadt“, „Tor“, „Tür“). Der antike Mischname aus den Anfängen der Römerherrschaft geriet langsam in Vergessenheit, während aus dem Hauptort der civitas Baiocassium in Anlehnung an den Namen des gallischen Stammes Baiocas wurde.

Anmerkungen

  1. ↑ Vgl. Maximilian Ihm: Bodiocasses. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 592 f..
  2. ↑ Vgl. Maximilian Ihm: Autricum. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 2611..
  3. ↑ Vgl. Maximilian Ihm: Alauna 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 1297..
  4. ↑ Vgl. Tabula Peutinheriana 7.
  5. ↑ Vgl. Johann Baptist Keune: Bayeux. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband III, Stuttgart 1918, Sp. 201..
  6. ↑ Vgl. Maximilian Ihm: Augustodurum. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 2368..
  7. ↑ Meilensteine Nr. 8977–8989: vgl. Émile Espérandieu Recueil général des bas-reliefs de la Gaule romaine. Band 4: Lyonnaise (2e partie). Paris 1911, S. 162ff; vgl. Ernest Desjardins: Géographie de la Gaule d'après la Table de Peutinger. Band 1. Paris 1869. S. 338 (Digitalisat); vgl. Tabula Peutinheriana 24.
  8. ↑ Vgl. Auguste Longnon: Les noms de lieu de la France - Leur origine, leur signification, leurs transformations. Paris 1979, S. 35–39; vgl. Gerhard Rasch: Die bei den antiken Autoren überlieferten geographischen Namen nördlich der Alpen vom linken Rheinufer bis zur pannonischen Grenze, ihre Bedeutung und sprachliche Herkunft. (=Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 47). Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, S. 137–139; vgl. Christian Wilhelm von Glück: Die bei Caius Julius Caesar vorkommenden keltischen Namen in ihrer Echtheit festgestellt und erläutert. München 1857, S. 133.
  9. ↑ Vgl. Nennung civitas Baiocassiums in der Notitia Galliarum; Auguste Longnon: Géographie de la gaule au VIe siècle. Paris 1878, S. 238.
  10. ↑ Vgl. Nennung Baiocas in der Notitia Dignitatum.
  11. ↑ Vgl. Johann Baptist Keune: Bayeux. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband III, Stuttgart 1918, Sp. 201..
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Literatur