| Automatic | ||||
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| Studioalbum von Mali Obomsawin | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
LP, CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
8 | |||
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45:00 | ||||
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Besetzung |
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Taylor Ho Bynum, Andrew Broder, Mali Obomsawin | ||||
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Studio(s) |
Firehouse 12 Studio, New Haven; Grand Street Recording, Brooklyn | |||
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Automatic ist ein Musikalbum von Mali Obomsawin. Die 2025 im Firehouse 12 Studio in New Haven und im Grand Street Recording in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen am 16. Oktober 2026 auf Out of Your Head Records.
Obomsawin, eine Angehörige der Odanak-Gemeinschaft der Abenaki-Nation, hatte für ihr erstes Album Sweet Tooth (2022) bereits Archiv- und Feldaufnahmen verwendet. Für ihr Album Automatic hatte sie jedoch Zugang zu Hunderten von Stunden ethnologischer Aufnahmen der Abenaki-Sprache aus den 1950er-Jahren, die im Besitz des Dartmouth College waren. Verwendete Aufnahmen werden von Obomsawin oft bearbeitet, zusammengeschnitten und verzerrt, bis sie sich organisch in die Kompositionen einfügen, wodurch die Vorstellung eines „Volksliedes“ oder einer „ethnologischen Studie“ aufgebrochen wird, notierte Don Ball. Stattdessen würden die Stimmen mit den anderen Instrumenten verschmolzen und interagierten als eigenständige instrumentale Komponenten. „Hinter Automatic steht ein tiefes Bewusstsein für den ausbeuterischen Umgang der Institutionen mit Material der Ureinwohner“, erklärte Obomsawin. „Ich wollte ein Album schaffen, das keine Institution besitzen kann.“ Auf dem Cover von Mali Obomsawins Album „Automatic“ ist sie in einem Raum zu sehen, umgeben von kulturellen Einflüssen wie ihrem Bass und traditionellen Eschenholzkörbchen sowie revolutionären Artefakten wie marxistischer Literatur, Granaten und der Flagge der Mohawk Warrior Society.
Mitwirkende an dem Album waren Taylor Ho Bynum am Kornett und als Co-Produzent, Allison Burik an der Bassklarinette, Adam O’Farrill an der Trompete, Yuma Uesaka und Noah Campbell am Tenorsaxophon, außerdem Andrew Broder an Elektronik und Turntables, Zack O’Farrill am Schlagzeug und Magdalena Abrego an der E-Gitarre.
Die Kompositionen stammen von Mali Obomsawin.

Nach Ansicht von Don Ball, der das Album in All About Jazz rezensierte, hat Obomsawin ein reichhaltiges musikalisches Mosaik zusammenstellt, das sich nur schwer definieren oder in eine Schublade stecken lasse, dessen Anhören jedoch unglaublich fesselnd sei. Obomsawins Bassspiel würde die Musik auf dem gesamten Album vorantreiben, untermale oder hinterfrage den Rhythmus zwar manchmal, behalte dabei aber stets ein ausgeprägtes Gespür für Melodie bei. Zu anderen Zeiten, wie beispielsweise bei „Moi, quand j’y suis“ (deutsch „Ich, wenn ich dort bin“) – ihrer Hommage an Charles Mingus, einen weiteren Künstler, der seine Musik als entschlossene Antwort auf ein unterdrückerisches Establishment nutzte –, sei ihr Klang besinnlich und bedächtig. Ihre Stimme sei ein weiteres Instrument, das sie äußerst wirkungsvoll einsetzt: Mal würde sie wortlos singen, mal vermische sie sich mit den archivierten Stimmen, bis sie zu einem Ganzen verschmelzen würden. Besonders ergreifend sei dies beim letzten Titel, „Venez“, wo die aufgezeichneten Stimmen klingen, als würden sie eine Hymne singen, und wenn Obomsawin einstimme, würden die Stimmen allmählich verklingen, bis nur noch ihre Stimme zu hören sei.
Obwohl sie seit ihrem Debütalbum Sweet Tooth aus dem Jahr 2022 bereits mehrere Gemeinschaftsarbeiten veröffentlicht habe, sei Automatic der eigentliche Nachfolger dieses Albums, so Don Ball weiter. Abgesehen davon, dass mehrere Musiker auf beiden Alben mitwirkten, würde Automatic auch den Klang und die Sensibilität von Sweet Tooth teilen, sei dabei jedoch weitreichender. Durch die Mitwirkung von Andrew Broder an Elektronik und Plattenspielern und weiteren Musikern werde die musikalische Palette ihrer neuen Kompositionen erweitert und vertieft. Die Arbeit der Bläser auf dem Album sei außergewöhnlich und bewege sich – oft innerhalb desselben Songs – von locker und frei hin zu straff und harmonisch. Buriks einleitende Bassklarinette in „Triage“ sei besonders elegant, und es gebe Momente in „O’temin“ und „Kojua II“, in denen die Bläser zugleich eindringlich und intensiv klingen würden. In vielerlei Hinsicht sei dies ein radikales und provokantes Album. Es würde etablierte Vorstellungen und Etikettierungen von Jazz, indigener Musik und Volksmusik infrage stellen. Stattdessen sei es „einfach nur Musik: kraftvolle und tiefgründige Musik. Mehr als das braucht es an Etikettierung nicht“.
Das Album würde sich mit Maximalismus, Krieg und indigener Identität auseinandersetzen – aus der Perspektive des Volkes der Odanak selbst, meint Alex Gallacher (KLOF), wie bereits das Frontcover zeige mit traditionellen Eschenholzkörbchen neben Symbolen des Konflikts. Anstatt die Stimmen ihrer Vorfahren als ethnologisches Material für den Konsum von Außenstehenden zu behandeln, beanspruche Automatic die traditionelle Sprache der Abenaki und die musikalischen Traditionen als lebendige, improvisierte Komposition zurück und weigere sich, Institutionen zuzulassen, das zu kommerzialisieren, was ihrem Volk gehöre.