Autoskopie

Schaubild zur Autoskopie. Ein Mensch liegt auf einem Bett. Über ihm ist dieselbe Person in grauer Farbe abgebildet. Die Person schaut auf die ursprüngliche Person herab.
Autoskopie

Autoskopie bezeichnet in der Psychologie verschiedene Phänomene des Sich-selbst-Sehens. Dies impliziert zunächst die (oftmals durchaus überraschende) Selbstwahrnehmung als reale Person, wenn man sich selbst im Rahmen einer Audioaufnahme hört oder im Rahmen einer Videoaufnahme sieht und das eigene Verhalten, Körpersprache, Umgang mit anderen usw. im Außenblick beobachten kann. Siehe dazu auch Wahrnehmung und Augenschein.

Beschreibung und Differenzierung

Der Begriff verweist aber auch auf weitere Phänomene:

Autoskope Erlebnisse wurden des Öfteren von klinisch Toten und später Reanimierten berichtet. Es gibt bis heute nur sehr wenig wissenschaftliche Untersuchungen dieses Phänomens. Autoskopie konnte u. a. im Zusammenhang mit epileptischen Anfällen und vaskulären Hirnschädigungen nachgewiesen werden. Blanke et al. beschrieben 2004 phänomenologische, neurologische und neuroanatomische Korrelate autoskoper Symptome bei sechs Patienten, um erstmals eine testbare Hypothese über die zugrundeliegenden neuralen Mechanismen zu entwickeln.

Differenzierung nach Blanke und Heydrich:

DoppelgängererlebnisAußerkörperliche ErfahrungSpiegelhalluzination
SelbstlokalisationZentriert im physischen Körper, stabilZentriert im illusionierten Körper, stabilZentriert im physischen Körper oder illusionierten Körper, instabil
SelbstidentifikationMit physischem KörperMit illusioniertem KörperMit physischem oder illusioniertem Körper
BetrachterZentriert im physischen Körper, stabilZentriert im illusionierten Körper, stabilZentriert im physischen Körper oder illusionierten Körper, instabil
BetrachteterZweidimensionales Bild des eigenen Körpers, Gesichts oder OberkörpersDreidimensionales Bild des vollständigen eigenen KörpersDreidimensionales Bild des vollständigen eigenen Körpers
Lebendigkeit des Empfundenengeringhochhoch
bei Läsion im Gehirnbilateral, occipital, temporalrechts, temporal, parietallinks, temporal, parietal

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ D. Arenz: Heautoskopie Doppelgängerphänomen und seltene Halluzination der eigenen Gestalt, Nervenarzt (2001) 72: 376. doi:10.1007/s001150050767
  2. ↑ Markus Steffens, Michael Grube: Zur Phänomenologie der Heautoskopie; Psychiatrische Praxis 2001; 28(04): 189 – 192; DOI: 10.1055/s-2001-13263
  3. ↑ O. Blanke, T. Landis, L. Spinelli & M. Seeck: Out‐of‐body experience and autoscopy of neurological origin. In: Brain. 127 (2), 2004, S. 243–258, PDF.
  4. ↑ Blanke, Heydrich, 2013, zitiert bei Dianna T. Kenny: God, Freud and Religion. Routledge, 2015, ISBN 978-1-317-64966-3, S. 39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche); Original Distinct illusory own-body perceptions caused by damage to posterior insula and extrastriate cortex PDF-Datei.