| Average White Band | |
|---|---|
Average White Band im Club The Liquid Room in Edinburgh am 20. Mai 2008 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Soul, Funk, Jazz |
| Aktive Jahre | 1972–1983; seit 1989 |
| Website | www.averagewhiteband.com |
| Gründungsmitglieder | |
| Alan Gorrie | |
Gesang, Gitarre | Hamish Stuart |
Gesang, Gitarre | Onnie McIntyre |
| Roger Ball | |
Saxophon | Malcolm „Molly“ Duncan († 2019) |
| Robbie McIntosh († 1974) | |
| Aktuelle Besetzung | |
Gesang, Gitarre, Bass | Alan Gorrie |
Gesang, Gitarre | Onnie McIntyre |
Gesang, Keyboard, Bass | Klyde Jones |
Saxophon, Keyboard | Fred „Freddy V“ Vigdor |
Schlagzeug, Perkussion | Brian Dunne |
Die Average White Band, auch kurz AWB, stammt aus Schottland, und ist eine der wenigen europäischen Soulbands, die mit schwarzer Musik populär wurden. Sie wurde 1972 von Alan Gorrie, Roger Ball, Malcolm „Molly“ Duncan († 2019), Robbie McIntosh († 1974), Hamish Stuart und Onnie McIntyre gegründet. Ihr Name („Durchschnittlich(e) weiße Band“) bezieht sich sowohl darauf, dass alle Gründungsmitglieder Weiße waren, als auch auf die Bemerkung eines Freundes, die Musik sei „zuviel für den durchschnittlichen Weißen“.
Alan Gorrie und Onnie McIntyre hatten zuvor gemeinsam in der Band Forever More gespielt, deren LP sich an der amerikanischen Westküste rund 50.000 Mal verkaufte, in Europa aber unbeachtet blieb. Nach deren Auflösung spielte McIntyre bei Roy Young, während Gorrie als Studiomusiker arbeitete und die Idee zur Average White Band entwickelte. Schlagzeuger Robbie McIntosh hatte in der schottischen Soulband The Senate gespielt, die zwischen 1967 und 1970 zahlreiche amerikanische Soulstars wie Ben E. King, Joe Tex sowie Sam & Dave auf ihren Europatourneen begleitete, und kam zuletzt von Brian Augers Oblivion Express. Hamish Stuart war zuvor Leadsänger der Glasgower Band Dream Police. Die Bläser Roger Ball und Malcolm Duncan waren als Dundee Horns gefragte Studiomusiker, unter anderem für Stone the Crows, Family, Johnny Nash, Vinegar Joe und Mama Cass, und stießen über die Band Mogul Trash zur Average White Band.
Im Januar 1973 trat die Average White Band bei Eric Clapton’s Rainbow Concert in London auf. Den Platz im Vorprogramm hatte ihr Claptons persönlicher Manager Bruce McCaskill verschafft, der die Gruppe anfangs unentgeltlich als Roadmanager betreute. Die britische Musikpresse reagierte äußerst positiv. Bonnie Bramlett setzte bald danach auf die musikalische Unterstützung der AWB, um ihre Platte Sweet Bonnie Bramlett in Los Angeles aufzunehmen. Den Kontakt hatte McCaskill hergestellt, der aus der Zeit von Delaney & Bonnie and Friends gute Verbindungen zu den Bramletts besaß. Die Band reiste dafür im Frühjahr 1973 geschlossen in die USA und wirkte an drei Titeln mit. Das 1973 erschienene Debüt Show Your Hand, herausgebracht von dem soul-unerfahrenen Label Music Corporation of America (MCA), erhielt nur wenig Aufmerksamkeit. Jörg Gülden berichtete im Oktober 1973 in der Musikzeitschrift Sounds begeistert von einem Konzert in der Hamburger Fabrik und nannte die Band die „einzige ernstzunehmende europäische Antwort auf den neuen Soul-Boom aus den Staaten“. Die Musiker selbst wehrten sich allerdings dagegen, als Soulband abgestempelt zu werden, und bestanden auf der Bezeichnung Rhythm and Blues. In Atlantic Records sah das Sextett schließlich eine für seine Musik adäquate Firma, fortan stand zudem Produzent Arif Mardin der Band zur Seite. Mit Erfolg: Das 1974 erschienene Nachfolgealbum Average White Band erlangte deutlich mehr Abnehmer. Die ausgekoppelte Single Pick Up the Pieces gilt als Klassiker der Funkmusik. Das Instrumental erreichte in den USA Platz 1 der Popcharts.
Am 23. September 1974 starb McIntosh auf einer Party nach einem Konzert im Club „Troubadour“ in Los Angeles an einer Überdosis Heroin und musste durch Steve Ferrone ersetzt werden.
Rhythmischer Soul-Funk war 1975 auf dem Album Cut the Cake zu hören, das sich sehr gut verkaufte. Es wurde dem verstorbenen Freund und Bruder Robbie McIntosh gewidmet. Die 1976er Alben Soul Searchin’ und Person to Person verkauften sich ebenfalls gut. Mit dem Album Benny and Us (mit Ben E. King) erreichte die Band im Sommer 1977 ihren letzten Höhepunkt. Ende 1982 löste sich die Band auf.
1989 kam es zu einer Wiedervereinigung der AWB durch Gorrie, McIntyre, Ball und Ferrone mit dem neuen, zweiten Sänger neben Gorrie, Eliot Lewis, der auch als Gitarrist, Keyboarder und Bassist agierte. Chaka Khan, Ronnie Laws und die Ohio Players halfen bei der LP Aftershock. Im März 1994 erschien ein Remix von Let’s Go Round Again in der unteren Hälfte der britischen Single-Charts.
Im Juli 2015 gründeten die ehemaligen Bandmitglieder Malcolm Duncan, Hamish Stuart und Steve Ferrone The 360 Band. „Molly“ Duncan erlag am 8. Oktober 2019 in seinem Haus in Bocholt einem Krebsleiden.
| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |
|---|---|---|---|---|
| 1973 | Show Your Hand auch bekannt als: Put It Where You Want It |
— | US39 (13 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 23. September 1973 Charteinstieg US: 1975 |
| 1974 | AWB | UK6 (14 Wo.)UK |
US1 (43 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 19. August 1974 |
| 1975 | Cut the Cake | UK28 (4 Wo.)UK |
US4 (24 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 10. Juni 1975 |
| 1976 | Soul Searching | UK60 (1 Wo.)UK |
US9 (32 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 24. Juni 1976 |
| 1977 | Benny & Us | — | US33 (21 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: Juli 1977 mit Ben E. King |
| 1978 | Warmer Communications | — | US28 (17 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 24. März 1978 |
| 1979 | Feel No Fret | UK15 (14 Wo.)UK |
US32 (15 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 7. März 1979 |
| 1980 | Shine | UK14 (13 Wo.)UK |
US116 (12 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: Mai 1980 |
Weitere Studioalben
| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |
|---|---|---|---|---|
| 1976 | Person to Person | — | US28 (18 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 29. Dezember 1976 |
Weitere Livealben
| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |
|---|---|---|---|---|
| 1980 | Volume VIII | — | US182 (2 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 25. August 1980 |
| 1994 | The Best of the Average White Band - Let's Go Round Again | UK38 (4 Wo.)UK |
— | |
| 2019 | Gold | UK99 (1 Wo.)UK |
— |
Erstveröffentlichung: 7. Juni 2019 |
Weitere Kompilationen
| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1974 | Pick up the Pieces AWB |
UK6 (9 Wo.)UK |
US1 (17 Wo.)US |
R&B5 (20 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 26. Juli 1974 |
| 1975 | Cut the Cake Cut the Cake |
UK31 (4 Wo.)UK |
US10 (15 Wo.)US |
R&B7 (17 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: April 1975 |
| If I Ever Lose This Heaven Cut the Cake |
— | US39 (8 Wo.)US |
R&B25 (11 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 29. August 1975 | |
| School Boy Crush Cut the Cake |
— | US33 (7 Wo.)US |
R&B22 (13 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 10. November 1975 | |
| 1976 | Queen of My Soul Soul Searching |
UK23 (7 Wo.)UK |
US40 (8 Wo.)US |
R&B21 (10 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 10. September 1976 |
| 1977 | A Love of Your Own Soul Searching |
— | — | R&B35 (13 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 7. Januar 1977 |
| Cloudy Person To Person |
— | — | R&B55 (9 Wo.)R&B |
||
| Get It Up Fro Love Benny And Us |
— | — | R&B21 (14 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 17. Juni 1977 mit Ben E. King | |
| 1978 | Your Love Is A Miracle Warmer Communications |
— | — | R&B33 (9 Wo.)R&B |
|
| 1979 | Walk on By Feel No Fret |
UK46 (5 Wo.)UK |
US92 (3 Wo.)US |
R&B32 (13 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 11. Mai 1979 |
| When Will You Be Mine Feel No Fret |
UK49 (5 Wo.)UK |
— | — |
Erstveröffentlichung: 20. Juli 1979 | |
| 1980 | Let’s Go Round Again Shine |
UK12 (11 Wo.)UK |
US53 (8 Wo.)US |
R&B40 (9 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 11. April 1980 |
| For You, for Love Shine |
UK46 (4 Wo.)UK |
— | R&B60 (6 Wo.)R&B |
Erstveröffentlichung: 12. Juli 1980 | |
Weitere Singles