
Avishai Dekel (hebräisch אבישי דקל; * 13. Januar 1951 in Jerusalem; † 17. November 2025) war ein israelischer Physiker und Hochschullehrer, der sich insbesondere mit Astrophysik und Kosmologie befasste.

Avishai Dekel, Sohn von Yehuda und Nehama Dekel, leistete von 1969 bis 1972 Militärdienst in den Verteidigungsstreitkräften und wurde zuletzt zum Major der Reserve. Er absolvierte ein Physikstudium an der Hebräischen Universität Jerusalem und schloss dort 1980 seine Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften ab. Er war als Forschungsstipendiat am California Institute of Technology (Caltech) und anschließend als Assistenzprofessor an der Yale University, ehe er 1986 als Professor für Physik an die Hebräische Universität Jerusalem berufen wurde und dort den nach André Aisenstadt benannten Lehrstuhl für Theoretische Physik innehatte. Er wurde bekannt für seine Beiträge zur Kosmologieforschung, insbesondere zur Erforschung der Galaxienentstehung und der großräumigen Struktur des Universums, die von Dunkler Energie und Dunkler Materie dominiert wird. Bekannt wurde er zu Beginn seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit vor allem durch seine Arbeiten zum Verständnis von Zwerggalaxien und zur Supernova-Rückkopplung (1986, 2003) und durch die Analyse großräumiger kosmischer Strömungen und frühe Schätzungen fundamentaler kosmologischer Parameter (1989 bis 2001). Er war zugleich zwischen 1997 und 2001 Leiter des Racah-Instituts für Physik und unternahm Studien zur Struktur von Galaxienhalos aus Dunkler Materie (2000 bis 2003).

Dekel war zeitweilig Inhaber der Miller-Professur an der University of California, Berkeley sowie zwischen 2004 und 2006 Inhaber des nach Blaise Pascal benannten Lehrstuhls für Forschung an der École Normale Supérieure in Paris und leistete zwischen 2003 und 2012 Beiträge zu zentralen Fragen der Theorie der Galaxienentstehung. Daneben war er von 2005 bis 2011 Dekan für Gemeinschaft und Jugend der Hebräischen Universität und als Nachfolger von Joan Adler von 2008 bis 2011 Präsident der Israelischen Physikalischen Gesellschaft, woraufhin Yigal Meir seine Nachfolge antrat.
Avishai Dekel lehrte außerdem als regelmäßiger Gastwissenschaftler an der University of California, Santa Cruz, sowie an anderen führenden Universitäten in den USA und Europa und war zwischen 2015 und 2016 als Inhaber des nach Joseph-Louis Lagrange benannten Stipendiums in Paris tätig. Er war außerdem Leiter des Informatikausschusses, Mitglied des Exekutivausschusses des Kuratoriums und Mitglied des ständigen Ausschusses der Hebräischen Universität. Zuletzt konzentrierte sich seine Forschung auf die Galaxienentstehung in ihrer aktivsten Phase im frühen Universum. Dabei verwendete er analytische Modelle und modernste Computersimulationen. Er untersuchte, wie kontinuierliche Ströme kalten Gases und verschmelzende Galaxien aus dem kosmischen Netz zu Sternentstehungsscheiben führen und heftige Gravitationsinstabilitäten in diesen Scheiben auslösen. Er erforschte ferner, wie diese Instabilität zur Bildung kompakter, sphäroidaler Galaxienkomponenten mit zentralen massereichen Schwarzen Löchern führt.
Aus seiner 1971 geschlossenen Ehe mit Zippora Dekel gingen die Kinder Ofer und Amir hervor.
Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit veröffentlichte Avishai Dekel mehr als 250 Artikel in Fachzeitschriften. sowie:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dekel, Avishai |
| ALTERNATIVNAMEN | אבישי דקל (hebräisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer Astrophysiker und Kosmologe |
| GEBURTSDATUM | 13. Januar 1951 |
| GEBURTSORT | Jerusalem |
| STERBEDATUM | 17. November 2025 |