
Axel Troost (* 1. September 1954 in Hagen; † 6. Januar 2023 in Leipzig) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (Die Linke). Er war von 2005 bis 2017 sowie kurzzeitig 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Troost erwarb 1973 das Abitur an der Schule Schloss Salem. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg und schloss als Diplom-Volkswirt ab. 1982 erlangte er dort seine Promotion zum Dr. rer. pol. mit der Arbeit Staatsverschuldung und Kreditinstitute – die öffentliche Kreditaufnahme im Rahmen des gesamten Kredit- und Dienstleistungsgeschäfts der Geschäftsbanken.
Ab 1981 war Troost Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik und seit 1984 geschäftsführender Gesellschafter des Progress-Instituts für Wirtschaftsforschung (PIW GmbH) in Bremen und Teltow. Daneben war er von 1990 bis 2001 Geschäftsführer der Büro für Strukturforschung Rostock gGmbH in Rostock.
Troost, der von 1970 bis 1973 Mitglied der SPD und von 1976 bis 1984 Mitglied der DKP war, gehörte zu den Mitbegründern der WASG und war von 2005 bis 2007 Mitglied ihres geschäftsführenden Bundesvorstandes. Ab der Fusion der Linkspartei.PDS und der WASG gehörte er dem Bundesvorstand der Partei Die Linke an. Von 2005 bis 2007 war er Landessprecher im Landesverband Bremen und von 2009 bis 2011 Mitglied des Landesvorstandes des Landesverbandes Sachsen. Ab Juni 2012 war er stellvertretender Vorsitzender der Partei. Beim digitalen Bundesparteitag im Februar 2021 kandidierte er satzungsgemäß nicht erneut für dieses Amt, wurde aber in den Parteivorstand gewählt, dem er bis zum 8. Parteitag im Juni 2022 angehörte.
Von 2005 bis 2021 war Troost (mit Unterbrechung) Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion. In der 16. Wahlperiode war er stellvertretendes Mitglied in der Föderalismuskommission II und Mitglied im HRE-Untersuchungsausschuss, der die Vorgänge in der Hypo Real Estate im Rahmen der Finanzkrise beleuchten sollte. In der 17. Wahlperiode war er einer der Parlamentarischen Geschäftsführer und Mitglied im Finanzausschuss sowie im Unterausschuss Kommunales.
In der 18. Wahlperiode war er erneut finanzpolitischer Sprecher und Obmann im Finanzausschuss, Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Sprecher der sächsischen Landesgruppe der linken Bundestagsabgeordneten.
Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Troost auf Platz 6 der Landesliste Sachsen seiner Partei, erhielt aber kein Mandat mehr. Am 16. Februar 2021 rückte er für den ausgeschiedenen Michael Leutert in den Bundestag nach. Mit dem Ende der Legislaturperiode im Oktober 2021 schied er wieder aus dem Bundestag aus.
Axel Troost war ab 2010 Vorstandsmitglied des Instituts Solidarische Moderne (ISM) und ab 2014 einer der fünf Sprecher sowie der Geschäftsführer des ISM. Er war langjähriges Mitglied von Attac und des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi). Nach langer Mitgliedschaft in der IG Metall war er ab 2009 ver.di-Mitglied.
Ab November 2017 war er Senior Fellow für Wirtschafts- und Europapolitik beim Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS).
Axel Troost war verheiratet und hatte zwei Kinder und drei Enkel. Er starb am 6. Januar 2023 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren in Leipzig.
Am 17. Juni 2023 fand eine Gedenkveranstaltung und Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. In dieser wurden von Rudolf Hickel, Andrea Ypsilanti, Mechthild Schrooten, Achim Truger und anderen sein politökonomisches Werk und zentrale Themen daraus diskutiert.
als Herausgeber
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Troost, Axel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (Die Linke), MdB |
| GEBURTSDATUM | 1. September 1954 |
| GEBURTSORT | Hagen |
| STERBEDATUM | 6. Januar 2023 |
| STERBEORT | Leipzig |