Axeman of New Orleans

Axeman of New Orleans (dt.: ‚Axtmann von New Orleans‘) ist das von der Presse verliehene Pseudonym eines nie mit Sicherheit ermittelten Serienmörders (oder mehrerer zusammenwirkender Personen). Die Mordserie fand in New Orleans zwischen 1911 und 1919 statt, zwischen 1911 und 1918 gab es eine lange Pause. Nach 1919 wurden keine Taten bekannt, die der Serie zuzuordnen sind.

Vorgehensweise

Die Taten waren dadurch gekennzeichnet, dass die Überfälle nachts stattfanden, wenn die Opfer im Bett lagen. Der oder die Täter drangen in die Häuser der Opfer ein, indem sie in der Regel ein Brett aus der Hintertür entfernten. Dann begaben sich der oder die Täter in die Schlafzimmer der Opfer und schlugen mit einer Axt – und in einem Fall einem Beil – auf den Kopf der Opfer ein. Es wurden keine Gegenstände geraubt. Die Axt wurde oft am Tatort oder in unmittelbarer Nähe zurückgelassen.

Morde

Insgesamt zeigte die Auswahl der Opfer keine erkennbaren Muster. Dem Täter werden folgenden Taten zugeschrieben:

Theorien zur Täterschaft

Der oder die Täter konnten bis heute nicht mit Sicherheit ermittelt werden. Zur Täterschaft gab es folgende Theorien und Gerüchte:

Organisiertes Verbrechen

Die erste Theorie lautete, dass es sich um Taten der Mafia oder der Black Hand Gang im Zusammenhang mit Schutzgelderpressung gegen Lebensmittelhändler handelte. Dagegen spricht zum einen, dass es sich nicht nur um Opfer italienischer Herkunft und nicht immer um Lebensmittelhändler handelte, zum anderen, dass sich unter den Opfern auch Frauen und Kinder befanden und die damalige Mafia es vermied, Frauen und Kinder zu töten. Außerdem gab es zur damaligen Zeit keine Mafia-Organisation in New Orleans.

Joseph Mumfre

Mrs. Pepitone, die Ehefrau des letzten Opfers, glaubte in einem gewissen Joseph Mumfre den Mann erkannt zu haben, der am 27. Oktober das Zimmer ihres Mannes verließ. Mumfre lebte in New Orleans und zog kurz nach dem Mord an Mike Pepitone nach Los Angeles. Zwischen 1911 und 1918 sowie zwischen der letzten Tat 1918 und der ersten 1919 hatte er Gefängnisstrafen verbüßt, was die Unterbrechung der Mordserie erklären würde. Weitere Beweise für die Täterschaft von Joseph Mumfre wurden nicht gefunden. Mrs. Pepitone verfolgte Mumfre nach Los Angeles und tötete ihn am 2. Dezember 1920 auf offener Straße in Los Angeles. Sie verbüßte dafür eine dreijährige Haftstrafe.

Künstlerische Darstellung

Bis heute inspirieren die nie aufgeklärten Taten Musiker, Zeichner, Filmemacher und Literaten. Joseph John Davilla komponierte kurz nach der Mordserie den Song The mysterious Axman’s Jazz (Don’t Scare Me Papa). Der Axtmann tauchte auch in der TV-Serie American Horror Story auf. Der britische Schriftsteller Ray Celestin nahm den historischen Fall zur Grundlage seines Kriminalromans Höllenjazz in New Orleans (engl. The Axeman's Jazz), in dem der junge Louis Armstrong die Fährte des Mörders aufnimmt. Er erschien erstmals 2014 und liegt auch in deutscher Übersetzung vor.

Einzelnachweise

  1. ↑ Mordserie des „Axeman of New Orleans“. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 17. Februar 2020.
Personendaten
NAME Axeman of New Orleans
ALTERNATIVNAMEN Axtmann von New Orleans (deutsch)
KURZBESCHREIBUNG Täter einer Mordserie in New Orleans
GEBURTSDATUM vor 1911
STERBEDATUM 20. Jahrhundert