Aynaz Najafi (persisch آیناز نجفی; * 1992 in Isfahan) ist eine iranische Malerin und bildende Künstlerin. In ihrer Malerei nutzt sie die Bildsprache der persischen Miniatur für zeitgenössische Darstellungen von Identität, Widerstand und der politischen Situation iranischer Frauen.
Najafi wurde 1992 in Isfahan geboren und schloss ein Masterstudium zur Geschichte des antiken Iran ab, wobei sie sich mit dem Einfluss manichäischer Miniaturen auf die islamische Kunst Irans beschäftigte. In Isfahan lernte sie die persische Miniaturmalerei bei Reza Mostajeran und eignete sich deren traditionelle Techniken an. Nach ihrem Umzug nach Italien im Jahr 2022 setzte sie ihre Ausbildung an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand fort und ließ sich in Rom nieder. Im Iran stellte sie selbst politisch verschlüsselte Arbeiten nicht öffentlich aus und verkaufte Bilder heimlich an Interessierte. Nach ihrer Übersiedlung stellte sie in Italien und den Vereinigten Staaten aus und konnte ihren Lebensunterhalt mit ihrer Kunst bestreiten. Zugleich berichtete sie von Hassnachrichten und Morddrohungen regimetreuer Iraner, die sie auch in Italien erreichten.
Najafis Werk greift zur Thematisierung patriarchaler Machtstrukturen, staatlicher Repression und der Lebenswirklichkeit iranischer Frauen die Ästhetik und Erzählweise der persischen Miniaturmalerei auf. Während ihre Arbeiten im Iran politische Aussagen häufig symbolisch verschlüsselten, wurde ihre Bildsprache nach dem Umzug nach Italien und im Umfeld der Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ direkter und konfrontativer. In Italien erweiterte sie ihre Bezugspunkte um Renaissance- und Barockmalerei; insbesondere Motive von Artemisia Gentileschi und Sandro Botticelli übertrug sie in einen iranischen politischen Kontext. So variierte sie das Judith-und-Holofernes-Motiv, indem sie an die Stelle des Holofernes Vertreter des iranischen Klerus setzte, und brachte bei einer Pietà nach Sandro Botticelli christliche Bildtraditionen mit persischen Ornamenten zusammen. Najafi arbeitet auf festem, faserreichem Papier mit Aquarell, Gouache, schwarzen Konturlinien und teilweise Blattgold; auf die Zentralperspektive verzichtet sie bewusst. Die 2026 in Los Angeles gezeigte Einzelausstellung Unveiled umfasste sechs Gemälde der Werkgruppe Unveiled; what was hidden is no longer asking for permission to be seen und stellte die Identität, Widerstandskraft und Auflehnung iranischer Frauen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2026 präsentierte sie bei Voices from Iran an der Universität Utrecht Arbeiten unter dem Titel Les demoiselles de Tehran: Women, Identity and Resistance in Contemporary Iran. Im August und September 2026 war sie an der Gruppenausstellung Summer of a Revolution im Kunstverein Ruhr in Essen beteiligt, die künstlerische Positionen zu Krieg, Repression und der Unterdrückung von Frauen zusammenbrachte. Dort wurde Teheran Femmes II (2026), eine Gouache und Kollage auf handgeschöpftem Papier, gezeigt.
| Personendaten | |
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| NAME | Najafi, Aynaz |
| KURZBESCHREIBUNG | iranische Malerin und bildende Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1992 |
| GEBURTSORT | Isfahan |