Ein Azubiticket ist eine im Preis ermäßigte Zeitkarte zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Auszubildende. Üblicherweise handelt es sich dabei um ein Jahresabonnement, seltener um eine Monatskarte. Zum Teil handelt es sich dabei um Zeitkarten, die auch von Schülern, Freiwilligendienstleistenden und (seltener) von Studenten erworben werden können. In Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland können Auszubildende ermäßigte Varianten des Deutschlandtickets erwerben. In Berlin und Brandenburg wurde ein solches Ticket im Juli 2026 eingeführt.
In Österreich sind Jahreskarten für Lehrlinge identisch mit den Schülertickets des jeweiligen Bundeslandes. Daher sind sie auch nur bis zum 24. Lebensjahr erhältlich (außer in Vorarlberg, wo eine abweichende Regelung gilt).
Die Landesregierung Baden-Württembergs führte zum 1. März 2023 das JugendTicketBW ein, ein 365-Euro-Jahresticket für alle jungen Menschen bis zum 21. Geburtstag sowie für Schüler, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende und Studenten bis zum 27. Geburtstag. Voraussetzung ist ein Wohnsitz oder ein Schul- bzw. Hochschulstandort in Baden-Württemberg. Das JugendticketBW galt in allen Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs in Baden-Württemberg.
Im Dezember 2023 wurde das Jugendticket BW durch das D-Ticket JugendBW zu denselben Konditionen abgelöst. Das D-Ticket JugendBW kostete anfangs 30,42 €, seit 2025 39,42 Euro und seit 2026 45 Euro.
In Tübingen wird das D-Ticket JugendBW für Einwohner Tübingens von der Stadt gefördert (Deutschlandticket JugendBW Tübingen) und kostet daher nur 36 Euro im Monat.
Im September 2023 wurde in Bayern eine für Auszubildende um 20 Euro im Monat ermäßigte Variante des Deutschlandtickets eingeführt. Anspruch darauf haben Auszubildende, die Berufsschulen oder vergleichbare Bildungseinrichtungen in Bayern besuchen oder ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben. Seit 2025 beträgt der Preis 38 Euro im Monat, ab 2026 liegt er bei 43 Euro.
Unabhängig davon gibt es in Bayern zahlreiche 365-Euro-Tickets für Azubis, etwa im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, die jeweils verbundweit gelten.
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg führte zum 1. August 2019 ein in Berlin und Brandenburg geltendes verbundweites Jahresticket für Auszubildende zum Preis von zunächst 365 Euro ein (Preis bei Einmalzahlung), das VBB-Abo Azubi. Zuletzt kostete es 34,50 Euro pro Monat.
Das Angebot lief 2025 aus, d. h., es wurden keine neuen Verträge mehr abgeschlossen. Bis zum Jahresende 2024 abgeschlossene Abonnements behielten weiter ihre Gültigkeit. Als Nachfolgeangebot soll ein ermäßigtes Deutschlandticket für Azubis eingeführt werden. Ein ermäßigtes Deutschlandticket für Azubis wird ab Juli 2026 verfügbar sein. Es soll für Azubis in vollschulischer Ausbildung 37,80 Euro kosten. Für Auszubildende in dualer Ausbildung ist das Ticket nur verfügbar, wenn der Arbeitgeber einen Deutschlandticket Job-Vertrag abgeschlossen hat. Der Preis richtet sich nach der Höhe des Arbeitgeberzuschusses und beträgt maximal ebenfalls 37,80 Euro.
In Bremen, Bremerhaven und dem Umland gibt es das TIM-Ticket, ein Abonnementticket für Auszubildende, das im gesamten Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen gültig ist und 31,50 Euro im Monat kostet (ab 2027 32,50 Euro im Monat).
Im Hamburger Verkehrsverbund erhalten Auszubildende das hvv Deutschlandticket für Azubis für 34,80 Euro. Bei dualer Ausbildung ist die Voraussetzung dafür, dass der Arbeitgeber einen Jobticket-Vertrag hat und einen Zuschuss zum hvv Deutschlandticket für Azubis zahlt. Berechtigte für den Sozialrabatt der Stadt Hamburg (z. B. Empfänger von Bürgergeld) erhalten das hvv Deutschlandticket für Azubis kostenlos.
Auszubildende mit Wohnort oder Ausbildungsstandort in Hessen erhalten das Schülerticket Hessen für 398 Euro im Jahr (Preis bei Einmalzahlung). Das Ticket gilt in Hessen und angrenzenden Gebieten wie etwa Mainz.
Am 1. Februar 2021 wurde ein Azubiticket eingeführt. Das Ticket galt zunächst landesweit in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2023 wurde das Azubiticket als ermäßigtes Deutschlandticket für 29 Euro im Monat angeboten. Seit 2025 beträgt der Preis 38 Euro, ab 2026 43 Euro.
Ein ermäßigtes Deutschlandticket für Auszubildende und Schüler zum Preis von 29 Euro sollte ursprünglich zum Schuljahreswechsel 2024/2025 eingeführt werden. Das Deutschlandticket Azubi Niedersachsen wurde schließlich im Januar 2026 eingeführt. Es kostet als Jobticket 31,50 Euro, für Selbstzahler 50,40 Euro.
Auszubildende im Elektrohandwerk in Nordrhein-Westfalen erhalten seit Februar 2026 ein kostenloses Deutschlandticket als Teil ihrer Vergütung.
In Mainz wurde am 1. September 2022 ein 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende eingeführt, die CleverCard. Die CleverCard ist im gesamten Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden gültig. In den hessischen Schulferien (inklusive letztem Schultag und dem Wochenende nach den Ferien) gilt sie im gesamten Verbundraum des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Voraussetzung ist ein Wohnsitz in Mainz, Wackernheim oder Zornheim und ein Ausbildungsstandort in Mainz.
Am 1. Mai 2023 wurde unter dem Namen Junge-Leute-Ticket ein ermäßigtes Deutschlandticket für Auszubildende sowie Schüler und Freiwilligendienstleistende eingeführt. Voraussetzung ist neben dem Status als Schüler, Auszubildender oder Freiwilligendienstleistender ein Wohnsitz im Saarland. Das Ticket kostet 44,40 Euro – die restlichen 18,60 Euro schießt das Land zu. Ab 2027 wird das Ticket 48,20 Euro kosten.
In Sachsen gab es das AzubiTicket Sachsen. Es kostete 48 Euro für einen Verbundraum. Weitere Verbundräume konnten für 5 Euro pro Verbundraum dazugekauft werden, so dass das Ticket für 68 Euro in ganz Sachsen und im Verbundraum des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, der z. T. in Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt, genutzt werden konnte.
Das Ticket wurde zum 31. Juli 2024 eingestellt.
In Thüringen gibt das Azubi-Ticket Thüringen. Mit der Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 wurde die Bezuschussung des Azubi-Ticket Thüringen durch die Landesregierung abgeschafft, so dass es aktuell 233,09 Euro im Monat kostet.
Nach österreichischem Recht erhält der Lehrling im Rahmen der Schülerfreifahrt einen Freifahrtausweis mit Foto, der die Benutzung nur der für den Weg zum Ausbildungsort benötigten Verbindung erlaubt. Dieser Freifahrtausweis kostet einen jährlichen Eigenanteil von 29,60 Euro. Er kann aber oft durch Aufzahlung in eine Jahreskarte für das gesamte lokale Streckennetz umgewandelt werden. Die weitere Aufzählung befasst sich mit diesen Jahreskarten, in deren Preis die 29,60 Euro Eigenanteil jeweils bereits enthalten sind. Genau wie bei der Schülerfreifahrt beschränkt sich die Gültigkeit dieser Tickets auf Lehrlinge bis zum 24. Lebensjahr.
In Kärnten gibt es das JUGEND.mobil-Ticket. Es kostet 143 Euro und ist 12,5 Monate gültig.
Hier gibt es das OÖVV Jugendticket-Netz. Es kostet 108 Euro und ist 13 Monate gültig.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich zahlt Lehrlingen, deren Lehrbetrieb in Oberösterreich liegt und die ein OÖVV Jugendticket-Netz oder ein Klimaticket haben, einen Mobilitätsbonus von 100 Euro.
In der Ostregion gibt es das Top-Jugendticket. Damit kann der ÖPNV in allen drei Bundesländern an allen Tagen benutzt werden. Es kostet 101 Euro und ist 12,5 Monate gültig.
In Salzburg gibt es die SUPER s’COOL-CARD. Sie ist 12 Monate gültig und kostet 99 Euro.
Hier gibt es das Top-Ticket Schüler*innen & Lehrlinge. Es kostet 155 Euro und ist 13 Monate gültig.
In Tirol gibt es das Lehrticket Tirol. Es kostet 112,60 Euro und ist 12 Monate lang gültig.
Hier gibt es das LehrlingsPlus. Es gilt 12 Monate lang und kostet für eine Lokal-Zone 68 Euro, für ganz Vorarlberg 119 Euro. Das Ticket kann anders als sonst in Österreich auch von Lehrlingen bezogen werden, die das 24. Lebensjahr schon erreicht haben.
Der Landtag hat im Juni 2024 beschlossen, dass ab dem Schuljahr 2025/2026 alle in Liechtenstein wohnhaften Schüler und Auszubildenden ein kostenloses Jahresabo (Bildungsabo) für den öffentlichen Verkehr mit LIEmobil erhalten.
Das Bildungsabo gilt an 365 Tagen im Jahr auf dem gesamten Netz des Verkehrsbetrieb LIECHTENSTEINmobil sowie bis in einige Gemeinden in den Nachbarländern Schweiz und Österreich.