Azumi-Spitzmaus

Azumi-Spitzmaus
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Soricinae
Gattung: Rotzahnspitzmäuse (Sorex)
Art: Azumi-Spitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Sorex hosonoi
Imaizumi, 1954
Verbreitung
Verbreitungsgebiet der Azumi-Spitzmaus

Die Azumi-Spitzmaus (Sorex hosonoi) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen auf der Insel Honshū in Japan endemisches Säugetier in der Gattung der Rotzahnspitzmäuse. Das Typusexemplar stammt aus dem Landkreis Kitaazumi in der Präfektur Nagano. Laut molekulargenetischen Untersuchungen ist die Knirpsspitzmaus (Sorex minutissimus) die Schwesterart. Beide Spitzmäuse sind geografisch getrennt. Dagegen kommt die Shinto-Spitzmaus (Sorex shinto) in einigen Gebieten gleichzeitig vor.

Merkmale

Für diese kleine Spitzmaus sind eine Kopf-Rumpf-Länge von 54,5 bis etwas über 58 mm, eine Schwanzlänge von 42 bis 55,5 mm und ein Gewicht von fast 3 bis 5,5 g dokumentiert. Damit ist sie etwas kleiner als die ähnliche Shinto-Spitzmaus, wobei der Schwanz im Verhältnis zum Körper länger ist. Die Art hat auch eine längere Zahnreihe als die andere Spitzmaus. Bei beiden Arten besteht der diploide Chromosomensatz aus 42 Chromosomen (2n=42).

Verbreitung und Lebensweise

Die Populationen bewohnen die Japanischen Alpen, das Okuchichibu-Gebirge und das Bergland Shigayama. Sie leben auf 900 bis 2900 Meter Höhe, wobei die Art oberhalb von 1500 Metern selten ist. Als Habitat dienen Buschland, Bergwiesen und Bergwälder. Die Azumi-Spitzmaus bevorzugt felsige Stellen an Wasserläufen und Wasserfällen.

Am häufigsten wird das Tier zur Dämmerung und nachts registriert. Es kann gut laufen und springen sowie auf Felsen und Pflanzen klettern. In Gefangenschaft gehaltene Exemplare ruhten auf einem Ast 10 cm über dem Grund. Im Umfeld des Berges Haku-san erfolgte die Fortpflanzung zwischen Juli und September. Weibchen waren mit bis zu sechs Embryos trächtig. Zur Nahrungswahl und Reviergröße gibt es keine Daten.

Gefährdung

Gebietsweise kann sich die Nutzung der Bergregionen als Skigebiete negativ auswirken. Welche Auswirkungen das gleichzeitige Vorkommen der Shinto-Spitzmaus hat, ist nicht bekannt. Die IUCN listet die Azumi-Spitzmaus aufgrund einer stabilen Gesamtpopulation als nicht gefährdet (least concern).

Wikispecies: Azumi-Spitzmaus (Sorex hosonoi) – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Sorex hosonoi).
  2. 1 2 3 4 Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 8 - Insectivores, Sloths and Colugos. 8 - Insectivores, Sloths and Colugos. Lynx Edicions, 2018, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 397–398 (englisch, Sorex hosonoi).
  3. 1 2 Sorex hosonoi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Laginha Pinto Correia, D., 2015. Abgerufen am 7. Juni 2026.