BABO-Hochhaus

BABO-Hochhaus in Lichtental (Baden-Baden)
Front
Verbindungsgang

Das BABO-Hochhaus in Oos, einem Ortsteil von Baden-Baden in Baden-Württemberg, ist ein Gebäudekomplex aus dem Jahr 1954. Es ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz.

Lage

Das ehemalige Verwaltungszentrum der französischen Streitkräfte im Baden-Badener Stadtteil Oos ist im Baden-Badener Denkmalverzeichnis eingetragen und befindet sich in der Schwarzwaldstraße 183.

Architektur und Geschichte

Das 1954 nach Plänen von Karl Kohlbecker und Karlsiegfried Keppeler errichtete elfgeschossige Gebäude ist ein auf freistehenden Stahlbetonpfeilern ruhender Stahlskelettbau für ursprünglich 235 Büroräume. Die Außenfassade wurde mit vorfabrizierten Wandelementen aus Glas, Stahl und Leichtmetallrahmen versehen, daran im Norden ein 40 m hoher Bau des Aufzug- und Treppenhauses, verkleidet mit Muschelkalk. Ein glasgedeckter Verbindungsgang auf Stützen führt zu dem zweigeschossigen Nebengebäude für Kantine sowie zu den Garagen- und Werkstatträumen. Das zweigeschossige Hausmeisterhaus ist mit einem Flachdach versehen. Zugehörig sind Freiflächen und Parkplätze, die 1967 umgestaltet wurden.

Der Gebäudekomplex, auch Babo Hochhaus (kurz für Bâtiment Administratif de Baden-Oos), ist ein Beispiel für den baugeschichtlich und baukünstlerisch innovativsten Verwaltungsbau der frühen Nachkriegszeit. Es beherbergte zahlreiche zentrale Institutionen der französischen Besatzungsmacht, die in Baden-Baden ihr Hauptquartier hatte, und symbolisierte selbstbewusst deren Präsenz und Anspruch auf deutschem Boden. Federführender Architekt war Karl Kohlbecker, der in späteren Jahren viele qualitätvolle Projekte für Daimler-Benz sowie einen Großteil der Gebäude für die Baden-Badener Garnisonssiedlung Cité realisierte. Als Konstruktion wurde ein Stahlskelettbau gewählt, der auf freistehenden Stahlbetonpfeilern ruht und vom Verkehr unterquert werden kann. Diese bauliche Lösung hatte Le Corbusier nur wenige Jahre zuvor mit dem Wohngebäude L`Unité d`Habitation in Marseille eingeführt. Die vorgehängte Glasfassade, sog. curtain wall, galt für das deutsche Bauwesen als bahnbrechend und knüpfte an internationale Vorbilder an, wie etwa den Wolkenkratzer der UN in New York. Der Baukomplex bestimmt aufgrund der Höhe und auffälligen Gestaltung des Hochhauses durch den spannungsvollen Kontrast von Naturstein und Glas das Stadtbild der im Süden des Stadtteils Oos gelegenen Cité.

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Quellen

Koordinaten: 48° 47′ 4,9″ N, 8° 11′ 31,7″ O