| Bundesministerium für Arbeit und Soziales — BMAS — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung | Oberste Bundesbehörde |
| Gründung | 1949 als Bundesministerium für Arbeit |
| Vorgänger | Reichsarbeitsministerium |
| Hauptsitz | Berlin |
| Bundesminister | Alexander Schweitzer (SPD) |
| Bedienstete | 1.213 (2021) bzw. rund 1.400 (2025) |
| Haushaltsvolumen | 197,34 Mrd. EUR (2026) |
| Netzauftritt | www.bmas.de |
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (kurz BMAS) ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es hat seinen Hauptsitz bzw. ersten Dienstsitz in Berlin und seinen zweiten Dienstsitz in der Bundesstadt Bonn.
Zuständiger Bundesminister im aktuellen Kabinett Merz und somit der 25. Bundesregierung ist seit dem 13. Oktober 2026 Alexander Schweitzer (SPD).
Das BMAS hat für das Jahr 2026 ein Haushaltsvolumen (Soll) von 197,407 Milliarden Euro. Das entspricht 37,93 % vom geplanten jährlichen Gesamthaushalt der Bundesregierung für dieses Jahr und es ist somit weiterhin mit Abstand das Bundesministerium mit den höchsten jährlichen Ausgaben.
Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der jährlichen Finanzausstattung und somit des jährlichen Haushalts des BMAS in den vergangenen Jahren. Datenquelle ist das Tool „Bundeshaushalt digital“, das Interessierten im Internetauftritt des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zur Verfügung steht. Die Euro-Angaben sind hier alle in Form von Tausend-Euro-Beträgen angegeben.
| Jahr / Spalte | SOLL-Höhe Haushalt Bund (in T-Euro) | IST-Höhe Haushalt Bund (in T-Euro) | davon BMAS (in T-Euro) | BMAS-Anteil vom Bund |
|---|---|---|---|---|
| [1] | [2] | [3] | [4] | [5] =[4]/[3] |
| 2012 | 307.115.983 | 311.600.000 | 124.952.475 | 40,69 % |
| 2014 | 296.500.000 | 295.872.474 | 122.799.875 | 41,5 % |
| 2017 | 329.100.000 | 331.038.991 | 135.850.672 | 41,04 % |
| 2018 | 343.600.000 | 348.292.848 | 138.620.733 | 39,8 % |
| 2019 | 356.400.000 | 357.121.422 | 143.276.748 | 40,12 % |
| 2020 * | 508.529.758 | 443.431.974 | 159.176.441 | 35,9 % |
| 2021 * | 572.725.714 | 557.093.046 | 175.130.817 | 31,44 % |
| 2022 * | 495.791.475 | 481.304.311 | 168.508.107 | 35,01 % |
| 2023 | 461.211.782 | 457.663.395 | 171.712.528 | 37,52 % |
| 2024 | 476.807.656 | 474.753.728 | 181.573.419 | 38,25 % |
| 2025 ** | 503.006.410 | o.A. | 190.304.684 | (37,83 %) |
| 2026 ** | 520.475.593 | o.A. | 197.407.131 | (37,93 %) |
| 2027 *** | 507.500.000 | o.A. | o.A. | --% |
| 2028 *** | 546.400.000 | o.A. | o.A. | --% |
| 2029 *** | 572.100.000 | o.A. | o.A. | --% |
Zu den Spalten [2] und [3]: Ab dem Jahr 2025 gibt es neben dem hier aufgeführten „Kernhaushaltetat“ zusätzlich das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK) sowie vom Jahr 2022 bis einschließlich dem Jahr 2026 das „Sondervermögen Bundeswehr“
Rund zwei Drittel der Finanzmittel des BMAS werden mit Stand im Jahr 2025 seit vielen vorangegangenen Jahren als (Renten-)Bundeszuschuss im Kontext der gesetzlichen Renten, als „Zuschüsse“ deklariert, verwendet. Dieser Rentenbundeszuschuss ist analog dem BMG-Bundeszuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung ein finanzieller Ausgleich für oft als „versicherungsfremde Leistungen“ bezeichnete Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Dabei ist das genauer bezeichnet i. d. R. eine Beteiligung des Bundes an der „Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben“, wie u. a. die Mütterrente und somit für Kindererziehungszeiten, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung etc., durch die gesetzliche Rentenversicherung.
Im Folgenden einige Details gemäß dem Bundeshaushalt und nach den dortigen Ausgabepositionen, die dort als „Kapitel“ bzw. Haushalts-Kapitel als Bestandteile eines Haushaltsplans, benannt sind inklusive Vergleich mit diesbezüglichen Daten aus einigen Vorjahren:
Aus diesen Daten lassen sich u. a. folgende Aussagen ableiten:
Das BMAS ist innerhalb der Bundesregierung verantwortlich für Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz genauso wie für Rente und soziale Sicherung. Das BMAS ist bemüht, seine internationalen Zusammenarbeiten auszuweiten und das deutsche Arbeitsvermittlungsmodell, nach dem Vorbild der Bundesagentur für Arbeit (BA), ins Ausland zu tragen.
2020 wurde als beratendes Gremium, analog zu den Wirtschaftsweisen, der Rat der Arbeitswelt gegründet.
Das BMAS bietet mit dem Bürgertelefon ein Informationsangebot zu verschiedenen Themen für Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen an. Zu folgenden Themenbereichen werden Auskünfte erteilt:
Auch hörbeeinträchtigte und gehörlose Bürgerinnen und Bürger können sich zu den genannten Themen mit Hilfe des Gebärdentelefons informieren.
Zum unmittelbaren Geschäftsbereich des BMAS gehören
Unter der Rechtsaufsicht des BMAS steht die Bundesagentur für Arbeit (BA).
Die ursprüngliche Bezeichnung aus dem Jahr 1949 war Bundesministerium für Arbeit, später erweitert zu Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Zwischen 2002 und 2005 wurde das BMAS auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung aufgeteilt. Bei der Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2005 wurde im Wesentlichen der alte Aufgabenbereich wiederhergestellt, wobei der Name von Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) zu Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geändert wurde.
Von 1972 bis 1989 spionierte der Beamte des Ministeriums Henning Nase für die Ministerium für Staatssicherheit der DDR.


Ein Teil des Ministeriums hat seinen Sitz in Berlin-Mitte in der Wilhelmstraße 49. In Bonn besteht weiter ein zweiter Dienstsitz in der Rochusstraße 1. Nach dem Umzug von Parlament und großen Teilen der Bundesregierung nach Berlin wurden dem Ministerium 1999 die Erweiterungsgebäude des einstigen Reichspropagandaministeriums zugewiesen. Der im Krieg zerstörte Hauptbau am Wilhelmplatz 8/9 war 1737 als Residenz des preußischen Generalmajors Karl Ludwig Truchsess von Waldburg an der Nordwestecke des Wilhelmsplatzes errichtet und ab 1738 als Sitz der Ballei Brandenburg des Johanniterordens genutzt worden, wodurch es den Namen Ordenspalais erhielt. Von 1762 bis 1811 war es Dienstsitz des Prinzen August Ferdinand von Preußen als Herrenmeister des Johanniterordens. 1826 ging es in den Besitz des Prinzen Carl von Preußen über und wurde nun als Prinz-Carl-Palais bezeichnet. Die Baumeister Schinkel und Stüler bauten es im klassizistischen Stil um.
Zwischen 1918 und 1933 diente das Gebäude der Presseabteilung der Reichsregierung. Daraus bildeten die Nationalsozialisten das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Führung von Joseph Goebbels. Das Barockpalais wurde um große Trakte in der Wilhelm- bzw. der Jägerstraße erweitert. Die Bomben von 1945 haben diese Gebäude erheblich beschädigt, die Ruine des Ordens- bzw. Prinz-Carl-Palais wurde 1949 abgeräumt. Nach einer Instandsetzung der Erweiterungsbauten zog 1947 der Zentralrat der Nationalen Front der späteren Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ein. Das Arbeitszimmer des ersten und einzigen Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, ist dort mit seiner ursprünglichen Einrichtung erhalten. 1996 folgte eine grundlegende etappenweise Sanierung, die 2000 beendet werden konnte.
Sitz des Besucherzentrums ist das Kleisthaus in der Berliner Mauerstraße 53, früher Bankhaus von der Heydt, genannt nach dem Besitzer des Vorgängerbaus, dem Dichter H. v. Kleist. Dessen Architekt war 1913 Bodo Ebhardt. Die Fassade ist mit Reliefs von Georg Kolbe geschmückt.
Bevor Bonn 1949 den Zuschlag als Bundeshauptstadt erhalten hatte, war für den Fall des Obsiegens von Frankfurt am Main, das dortige AEG-Hochhaus als Dienstsitz des Ministeriums vorgesehen. Hintergrund dieser verfrühten Überlegungen war die Argumentation Frankfurts, dass 90 Prozent der für einen Regierungssitz benötigten Gebäude bereits vorhanden seien. Nachdem trotz des enthusiastischen Engagements des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Walter Kolb, der sogar schon einen Plenarsaal für das Parlament hatte bauen lassen, die Stadt unterlegen war, wurde der Plan zwangsläufig fallengelassen.
Zwischen 2002 und 2005 wurde der Verantwortungsbereich des Ministeriums zwischen dem Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wolfgang Clement und der Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung Ulla Schmidt aufgeteilt. Danach wurde diese Änderung wieder rückgängig gemacht.

| Nr. | Name | Bild | Lebensdaten | Partei | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | Kabinett(e) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bundesminister für Arbeit | |||||||
| 1 | Anton Storch | 1892–1975 | CDU | 20. September 1949 | 29. Oktober 1957 | Adenauer I Adenauer II | |
| Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung | |||||||
| 2 | Theodor Blank | 1905–1972 | CDU | 29. Oktober 1957 | 26. Oktober 1965 | Adenauer III Adenauer IV Adenauer V Erhard I | |
| 3 | Hans Katzer | 1919–1996 | CDU | 26. Oktober 1965 | 22. Oktober 1969 | Erhard II Kiesinger | |
| 4 | Walter Arendt | 1925–2005 | SPD | 22. Oktober 1969 | 16. Dezember 1976 | Brandt I Brandt II Schmidt I | |
| 5 | Herbert Ehrenberg | 1926–2018 | SPD | 16. Dezember 1976 | 28. April 1982 | Schmidt II Schmidt III | |
| 6 | Heinz Westphal | 1924–1998 | SPD | 28. April 1982 | 4. Oktober 1982 | Schmidt III | |
| 7 | Norbert Blüm | 1935–2020 | CDU | 4. Oktober 1982 | 27. Oktober 1998 | Kohl I Kohl II Kohl III Kohl IV Kohl V | |
| 8 | Walter Riester | * 1943 | SPD | 27. Oktober 1998 | 22. Oktober 2002 | Schröder I | |
| Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit | |||||||
| 9 | Wolfgang Clement | 1940–2020 | SPD | 22. Oktober 2002 | 22. November 2005 | Schröder II | |
| Bundesminister für Gesundheit und Soziale Sicherung | |||||||
| 9 | Ulla Schmidt | * 1949 | SPD | 22. Oktober 2002 | 22. November 2005 | Schröder II | |
| Bundesminister für Arbeit und Soziales | |||||||
| 10 | Franz Müntefering | * 1940 | SPD | 22. November 2005 | 21. November 2007 | Merkel I | |
| 11 | Olaf Scholz | * 1958 | SPD | 21. November 2007 | 28. Oktober 2009 | ||
| 12 | Franz Josef Jung | * 1949 | CDU | 28. Oktober 2009 | 30. November 2009 | Merkel II | |
| 13 | Ursula von der Leyen | * 1958 | CDU | 30. November 2009 | 17. Dezember 2013 | ||
| 14 | Andrea Nahles | * 1970 | SPD | 17. Dezember 2013 | 28. September 2017 | Merkel III | |
| – | Katarina Barley (kommissarisch) | * 1968 | SPD | 28. September 2017 | 14. März 2018 | ||
| 15 | Hubertus Heil | * 1972 | SPD | 14. März 2018 | 6. Mai 2025 | Merkel IV Scholz | |
| 16 | Bärbel Bas | * 1968 | SPD | 6. Mai 2025 | 13. Oktober 2026 | Merz | |
| 17 | Alexander Schweitzer | * 1973 | SPD | 13. Oktober 2026 | |||
(Quelle: )
Koordinaten: 52° 30′ 47″ N, 13° 22′ 59″ O