Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

Osterreich  Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Ehemalige österreichische Behörde
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesministerium
Gründung 1848
Aufgelöst 2022
Hauptsitz Wien 1, Stubenring 1
Behörden­leitung Martin Kocher, Bundesminister für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Haushaltsvolumen 2,18 Mrd. EUR (2022)
Website www.bmdw.gv.at
Martin Kocher, Bundesminister für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Sitz des Bundesministeriums im Gebäude des ehem. k.u.k. Kriegsministeriums am Stubenring 1

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (kurz BMDW) war das einerseits für Wirtschaftspolitik, Gewerbe und Industrie und andererseits für die Digitalisierung zuständige Bundesministerium der Republik Österreich. Es ist mit dem 8. Jänner 2018 aus dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hervorgegangen, hat jedoch die Kompetenzen und die Zuständigkeiten für Forschung und Wissenschaft dem Bundesministerium für Bildung abgegeben. Das österreichische Wirtschaftsministerium bildete sich aus einem Handels- und Gewerbeministerium (zeitweise auch Arbeitsministerium), Industrie-, Energie- und Bautenministerium, mit öffentlichen Arbeiten (zeitweise auch Verkehrsministerium), welche sich noch aus Monarchiezeiten herleiten. Mit dem Arbeitsministerium Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, dem Technologieministerium Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gibt es derzeit in Österreich noch drei weitere Ministerien für wirtschaftliche Angelegenheiten, die sich speziell um Arbeitsmarktpolitik, um Forschung und Entwicklung, respektive um Land-, Forst- und Wasserwirtschaft kümmern. Das österreichische Familienministerium (mit Jugend) wurde 1983 von Fred Sinowatz geschaffen (und umfasste zeitweise auch Frauen und Konsumentenschutz oder war mit einem Sozialministerium vereint). Mit der Umbildung der Ministeriumsstruktur unter Kanzler Fayman wurden die Agenden der Wirtschaftspolitik mit dem der Familienpolitik, einem klassischen Kernportefeuille eines Sozialministeriums, zusammengefasst, gleichzeitig aber die Arbeitsmarktpolitik, ebenfalls eine Aufgabe eines Wirtschaftsministerium, dem Sozialministerium zugeteilt, sodass sich heute zwei Ministerien sowohl um sozialpolitische wie um wirtschaftsrelevante Angelegenheiten kümmern. Diese Aufteilung ist eine Reaktion auf die Lage in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007. Der Bereich des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend umfasst zurzeit die Rechtsmaterie von ca. 110 Bundesgesetzen, 625 Verordnungen und zahlreichen Kundmachungen sowie bilateraler und multilateraler Abkommen, die im Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich kundgemacht sind. Bei der Regierungsumbildung im Juli 2022 wanderte das Digitalisierungsressort ins Finanzministerium und das Wirtschaftsressort ging im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft auf.

Geschichte

  Handels- / Industrie­ministerium Bauten­ministerium Arbeits­ministerium Familien­- und Jugendministerium
Wirtschafts­ministerium
1848 Ministerium für Handel und öffentliche Arbeiten      
1861–1867 Ministerium für Handel und Volkswirtschaft
1867–1918 ?
1918 Staatsamt für Gewerbe, Industrie und Handel und Staatsamt für Kriegs- und Übergangswirtschaft
1919 Staatsamt für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten
1920 Bundesministerium für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten
1923–1938 Bundesministerium für Handel und Verkehr Bundesministerium für soziale Verwaltung
1945 Staatsamt für Industrie, Gewerbe, Handel und Verkehr
1945–1966 Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau
1966–1987 Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Industrie Bundesministerium für Bauten und Technik 1983 Bundesministerium für Familie, Jugend und Konsumentenschutz

1987
Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie
1995 Bundesministerium für Jugend und Familie
1997 Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales 1996 Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie

2000
Die meisten Angelegenheiten des Wirtschaftsministeriums werden mit dem Ressort Arbeit zusammengefasst, diverse operative Angelegenheiten, vor allem Straßenbau, gehen an das Verkehrsministerium, das Ressort Wasserwirtschaft an das Land- und Forstwirtschaftsministerium. Die Sozialagenden werden mit dem Familienministerium zusammengelegt.
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen
2003
Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz
2007
Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
2008 Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
2014 Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Bundesministerium für Familien und Jugend
2018 Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Bundeskanzleramt
2020 Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend
2021 2021 Bundesministerium für Arbeit 2021
2022 Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft Bundesministerin für Frauen, Familie, Integration und Medien im Bundeskanzleramt

Aufgaben

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ist zuständig für:

Organisation

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort gliedert sich wie folgt:

Geschäftsbereiche

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort hat folgende nachgeordnete Dienststellen:

Folgende ausgegliederte Einrichtungen sind dem Ressortbereich zuzuordnen:

Bundesminister

Commons: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesfinanzgesetz 2022. (PDF) Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 5. März 2022 (Seite 16).
  2. ↑ Bundesministeriengesetz 1986. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  3. ↑ Geschäfts- und Personaleinteilung, Stand 1. März 2022 (Memento vom 19. Januar 2022 im Internet Archive).

Siehe auch