Das Unterrichtsministerium ist eines der ältesten Ministerien Österreichs. Es wurde im Kaisertum1848 (Revolution) als k.k. Ministerium des öffentlichen Unterrichts gegründet und wurde von 1849 an im Palais Rottal in Wien als k.k. Ministerium für Cultus und Unterricht geführt. Von 1867 (Ausgleich) an war das Ministerium nur für Cisleithanien zuständig; Transleithanien regelte die Materie nun eigenständig. 1919–1923, am Beginn der Ersten Republik, war das Ministerium mit dem Innenministerium in einem gemeinsamen Ressort verbunden, dann wurde das Unterrichtsministerium wieder eigenständig und blieb dies von 1945 an auch in der Zweiten Republik. Am 24. Juli 1970 wurden die Wissenschaftsagenden in der Bundesregierung Kreisky I in das neu gegründete Wissenschaftsministerium ausgegliedert. Nur von 2000 bis Jänner 2007 gab es in den Bundesregierungen Schüssel I und Schüssel II wieder ein Gesamtbildungsministerium zusammen mit kulturellen Angelegenheiten. Mit 1.März 2014 ist das Unterrichtsministerium hervorgegangen aus dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur(BMUKK), die Frauenagenden wurden zu diesem Zeitpunkt aus dem Zuständigkeitsbereich des Bundeskanzleramtes übernommen. Bis 30.Juni 2016 war die Bezeichnung Bundesministerium für Bildung und Frauen(BMBF), per 1.Juli 2016 wurden die Agenden für Frauen und Gleichstellung in das Gesundheitsministerium, nunmehr als Bundesministerium für Gesundheit und Frauen(BMGF) bezeichnet, übertragen. Mit Jänner 2018 wurde mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung(BMBWF) erneut ein Gesamtbildungsministerium geschaffen. 2025 wurden erneut die Wissenschafts- und Forschungsagenden ausgegliedert und in ein neues Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung integriert.
Zeitraum
Unterrichtsministerium
1848
Ministerium des öffentlichen Unterrichts
1849
Ministerium für Cultus und Unterricht
1861–1867
sistiert
1867–1918
Ministerium für Kultus und Unterricht
1918–1920
Staatsamt für Inneres und Unterricht
1919–1923
Bundesministerium für Inneres und Unterricht
1923–1938 1945–1971
Bundesministerium für Unterricht Innenpolitik dem Bundeskanzleramt eingegliedert
1971–1984
Bundesministerium für Unterricht und Kunst Kunstangelegenheiten in Abgrenzung zum neuen Wissenschaftsministerium betont
1985–1991
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport Sportressort von Sinowatz betont
Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten (BMUK)
1996–1997
1997–2000
2000–2007
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) In der Regierung SchüsselI wurden die Wissenschaftsagenden in das bisherige Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten eingegliedert; die Verkehrsagenden wurden dem neu geschaffenen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zugeteilt.
2007–2014
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk)
Bundesministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik amBundeskanzleramt
2014–2016
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Öffentlicher Dienst amBundeskanzleramt
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF)
2025–
Bundesministerium für Bildung (BMB)
Aufgaben
Das Bundesministerium für Bildung ist zuständig für:
Koordination im Bereich der Elementarpädagogik
Schulwesen einschließlich Schulerhaltung
Schulerrichtung und Schulauflassung mit Ausnahme der Schulerhaltung, Schulerrichtung und Schulauflassung der land- und forstwirtschaftlichen Bundesschulen
Erziehungswesen in den Angelegenheiten der Schülerheime
Aus- und Weiterbildung sowie Dienstprüfung der Lehrer
Mitwirkung des Bundes in Angelegenheiten des Dienstrechts und der Erstellung der Stellenpläne für Landeslehrer, soweit sie nicht in den Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft fällt;
Kindergarten- und Hortwesen
Angelegenheiten der Pädagogischen Hochschulen
Angelegenheiten der schulischen Stiftungen und Fonds. Dazu zählt insbesondere die Innovationsstiftung für Bildung.
Angelegenheiten der schulischen Mobilitätsprogramme
Struktur
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist wie folgt gegliedert:
Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Kabinett des Herrn Bundesministers
Interne Revision
Ombudsstelle für Schulen
Datenschutzbeauftragter
Ressortsprecherin
Chief Digital Officer (CDO)
Chief Information Officer (CIO)
Informationssicherheitsbeauftragte
Koordination Menschenrechte
Generalsekretär
Präsidialsektion: Präsidialagenden; Digitalisierung; Gleichstellung und Diversitätsmanagement
Abteilung Präs/1: Kommunikation, Bürgerservice
Abteilung Präs/2: Event- und Veranstaltungsmanagement, Campaigning
Abteilung Präs/3: Projektmanagement im Ressortbereich und sektionsübergreifende Reformvorhaben
Gruppe Präs/A: Budget, Infrastruktur und Bau
Abteilung Präs/4: Risikomanagement im Ressortbereich und Koordinierung sicherheitsrelevanter Agenden
Abteilung Präs/5: Budgetangelegenheiten; Gesamtkoordination aller budgetrelevanten Maßnahmen
Abteilung Präs/6: Facility-Management
Abteilung Präs/7: Schulerhaltung für Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Pädagogische Hochschulen
Abteilung Präs/8: Schulerhaltung für Burgenland, Steiermark, Vorarlberg, Wien und Pädagogische Hochschulen
Abteilung II/8: Personalentwicklung von Pädagogen und schulischem Unterstützungspersonal und Schulleitungen
Abteilung II/9: Aus-, Fort- und Weiterbildung Elementarpädagogen BAfEP
Abteilung II/10: Sachaufwand Pädagogische Hochschulen, Bundesschulen und Förderabrechnungen
Gruppe II/C: Personalmanagement für den nachgeordneten Bereich
Abteilung II/11: Personalangelegenheiten des Verwaltungspersonals der nachgeordneten Dienststellen und -behörden
Abteilung II/12: Grundsätzliche Personalangelegenheiten des lehrenden Personals; Ernennungs- und Besetzungsverfahren
Abteilung II/13: Personalvollzug des lehrenden Personals der Pädagogischen Hochschulen, Zentrallehranstalten und Auslandsschulen
Abteilung II/14: HR Strategie für den nachgeordneten Bereich und Klasse Job
Sektion III: Bildungsentwicklung und Bildungsmonitoring
Abteilung III/1: EU-Bildungszusammenarbeit und multilaterale Angelegenheiten
Abteilung III/2: Rechtliche EU-Angelegenheiten
Abteilung III/3: Bildungsentwicklung und -controlling
Abteilung III/4: Bildungsstatistik und -monitoring
Abteilung III/5: Qualitätsentwicklung und -sicherung
Abteilung III/6: Standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung / Reife- und Diplomprüfung
Abteilung III/7: Externe Evaluation von Schulen
Abteilung III/8: Bilaterale internationale Angelegenheiten; Weltweit Unterrichten; Holocaust-Education/Erinnerungspolitik – international; Nationale Strategie gegen Antisemitismus
Geschäftsbereiche
Das Bundesministerium für Bildung hat insbesondere folgende nachgeordnete Dienststellen:
9 Bildungsdirektionen (diesen sind die Bundesschulen mit Ausnahme der Zentrallehranstalten nachgeordnet)
↑Loebenstein, Egon (Hg.). 1948. 100 Jahre Unterrichtsministerium: 1848 – 1948: Festschrift des Bundesministeriums für Unterricht in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag.
1234Wendepunkte und Kontinuitäten. Zäsuren der demokratischen Entwicklung in der österreichischen Geschichte. In: Forum Politische Bildung (Hrsg.): Sonderband der Informationen zur Politischen Bildung. 1998, 1848: Einrichtung des Unterrichtsministeriums, S.22–41 (politischebildung.com (Memento vom 25. Juli 2020 im Internet Archive) [PDF; 422kB]). Schreibweise Ministerium für Kultus und Unterricht ab ca. der Jahrhundertwende üblicher
↑BGBl. Nr.439/1984: Änderung des Bundesministeriengesetzes 1973 und des ÖIG-Gesetzes sowie Erlassung damit zusammenhängender Bestimmungen über den Wirkungsbereich einzelner Bundesministerien, in Kraft getreten 1. Jänner 1985