| Film | |
| Titel | BRDDR |
|---|---|
| Produktionsland | Berlin (West) |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | 12 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin |
| Stab | |
| Regie | Lilly Grote, Irina Hoppe |
| Drehbuch | Lilly Grote, Irina Hoppe |
| Musik | Jimi Hendrix, Joseph Haydn, Hanns Eisler |
| Kamera | Lilly Grote, Irina Hoppe |
| Schnitt | Lilly Grote, Irina Hoppe |
BRDDR ist ein experimenteller Studentenkurzfilm von Lilly Grote und Irina Hoppe von 1981 über die Berliner Mauer von West-Berliner Seite aus.
Der Film dokumentiert den Abriss der alten Berliner Mauer und den Aufbau einer neuen in der Nähe des Weigandufers und der Harzer Straße in Neukölln. Eine Kinderstimme macht Sprachspiele mit einem Graffiti darauf und liest danach Artikel über den Sozialistischen Schutzwall bzw. die Berliner Mauer aus den verschiedenen Fassungen von Meyers Neuem Lexikon aus Leipzig und Frankfurt am Main vor, dazu erklingen die DDR-Nationalhymne und danach die bundesdeutsche Hymne im Hintergrund.
BRDDR war ein studentischer Seminarfilm von Lilly Grote und Irina Hoppe an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) in West-Berlin. Er wurde im April 1981 bei den Oberhausener Kurzfilmtagen erstmals öffentlich gezeigt. Dieses führte zu einem offiziellen Protest der DDR-Delegation, was ansonsten sehr selten vorkam, da sich die Festivalleitung stets um gute Kontakte zu den Ostblockländern bemühte. In der führenden DDR-Filmzeitschrift Film und Fernsehen gab es eine scharfe Kritik durch den Chefredakteur, auch in anderen östlichen Filmzeitschriften wurde dieses kritisch bemerkt.
2009 wurde der Film bei der Viennale in Wien wieder gezeigt und 2024 im Berliner Zeughauskino. Er ist auch auf der Kurzfilmrolle Eine Zeitreise durch Berlin (1908–1988) der Deutschen Kinemathek enthalten.
Über den Film wurde in verschiedenen westdeutschen Zeitungen während der Oberhausener Kurzfilmtage berichtet, vor allem wegen des DDR-Protestes. Sebastian Feldmann von der Rheinischen Post schrieb beispielsweise
„BRDDR haben Lilly Grote und Irina Hoppe ihre leichtgewichtige und witzige Fingerübung genannt. Sie hat vor anderen Arbeiten den Vorzug, dass sie vielfältig interpretierbar ist. Sie wurde – ich meine: unverdient – zum meist- und längstdiskutierten Film der Oberhausener Informationstage.“
Der Filmwissenschaftler Klaus Kreimeier hob diesen und einen weiteren Film aus den deutschen Beiträgen des Festivals von 1981 besonders hervor
„In den wenigen guten Filmen aus Deutschland, ob hüben oder drüben, verbinden sich präzis definierte Trauer mit politischem Witz und Suche nach neuen, ungewohnten Bildern – so im Beuys-Porträt von Werner Nekes und Dore O.2, so auch in der ätzenden und traurigen Elegie auf Gesamtdeutschland BRDDR von Lilly Grote und Irina Hoppe. Zwei verkannte, nahezu übersehene Filme im Gros des Durschnitts und der Allerweltware.“