Der Master of Divinity (Abk. M.Div. auch lateinisch Magister Divinitatis) ist ein postgradualer, beruflich ausgerichteter theologischer Studienabschluss, der insbesondere in Nordamerika weit verbreitet ist und von vielen theologisch-akademischen Einrichtungen als Standardqualifikation für ordinierten kirchlichen Dienst angesehen wird. Dieser Abschluss bereitet Studierende auf leitende geistliche Rollen vor, indem er Kernbereiche wie biblische Sprachen, Dogmatik, Kirchengeschichte sowie praktische Seelsorge vermittelt und häufig Praxisphasen beinhaltet.
Der Master of Divinity wird derzeit nicht von deutschen Hochschulen direkt vergeben, kann aber auch in Deutschland an Instituten erworben werden, die mit ausländischen Hochschulen kooperieren.
So wird der M.Div. in Deutschland beispielsweise im Rahmen eines Präsenzstudiums an der Akademie für Weltmission angeboten, das in Zusammenarbeit mit der Columbia International University erfolgt.
Ebenso ist es möglich, über das Theologische Seminar Rheinland einen auch in Deutschland anerkannten Master of Divinity der nordamerikanischen Kairos University zu erlangen.
Der Master of Divinity hat in den meisten US-Bundesstaaten den Bachelor of Divinity als ersten akademischen Abschluss im Fachgebiet Theologie abgelöst. Stärker als der Master of Theology (M.Th.) und Master of Arts in Theologie (M.A.) ist der Master of Divinity ein akademischer und praxisbezogener Mastergrad. Die M.Div.-Programme sind typischerweise auf mindestens 72 US-Semestercredits gemäß den Akkreditierungsstandards der Association of Theolocical Schools (ATS) angelegt.
Die US-Akkreditierungsorganisation ATS (Association of Theological Schools) hat vier Paradigmen für Master of Divinity-Studiengänge formuliert, die sich in den Studienprogrammen widerspiegeln sollten (Zitat in deutscher Übersetzung):
Die folgenden Themengebiete sind häufig Bestandteil des M.Div.-Programms:
Neben den Praxisanteilen ist in der Regel auch eine wissenschaftlich fundierte Masterarbeit notwendig, um den Abschluss M.Div. zu erhalten. Praktika finden, unabhängig von der Konfession der Hochschule, häufig in einer Kirchengemeinde oder kirchlichen Projekten statt und können unterschiedliche Schwerpunkte wie etwa Seelsorge oder Diakonie haben.
Im Vergleich dazu integriert auch das in Deutschland übliche Theologiestudium Praxiserfahrungen. Beispielsweise schreibt die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin für den Studiengang Evangelische Theologie (Erste Theologische Prüfung) zwei Praktika vor: ein Gemeindepraktikum und ein weiteres Praktikum zu unterschiedlichen theologischen Arbeitsfeldern (z. B. Diakonie, Spezialseelsorge, Kultur- und Medienarbeit, Religionspolitik, Ökumene und interreligiöser Dialog, Bildungsarbeit) in einer Diakonischen Einrichtung, in Kirche und Gemeinde oder in anderen sozialen, kulturellen und politischen Einrichtungen.