Bad Krozingen

Wappen Deutschlandkarte
Bad Krozingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Krozingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 55′ N, 7° 42′ OKoordinaten: 47° 55′ N, 7° 42′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 233 m ü. NHN
Fläche: 35,69 km²
Einwohner: 21.620 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 606 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79189
Vorwahl: 07633
Kfz-Kennzeichen: FR, MÜL, NEU
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Basler Straße 30
79189 Bad Krozingen
Website: www.bad-krozingen.de
Oberbürgermeister: Volker Kieber (CDU)
Lage der Stadt Bad Krozingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
KarteFrankreichLandkreis WaldshutLandkreis LörrachFreiburg im BreisgauLandkreis EmmendingenSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis RottweilAu (Breisgau)AuggenBad KrozingenBadenweilerBallrechten-DottingenBötzingenBollschweilBreisach am RheinBreitnauBuchenbachBuggingenEbringenEhrenkirchenEichstetten am KaiserstuhlEisenbach (Hochschwarzwald)Eschbach (Markgräflerland)Feldberg (Schwarzwald)FriedenweilerGlottertalGottenheimGundelfingen (Breisgau)HartheimHeitersheimHeitersheimHeuweilerHinterzartenHorbenIhringenKirchzartenLenzkirchLöffingenMarch (Breisgau)MerdingenMerzhausenMüllheim im MarkgräflerlandMüllheim im MarkgräflerlandMünstertal/SchwarzwaldNeuenburg am RheinNeuenburg am RheinOberried (Breisgau)PfaffenweilerSt. Peter (Hochschwarzwald)St. MärgenSchallstadtSchluchsee (Gemeinde)Sölden (Schwarzwald)Staufen im BreisgauStegenSulzburgTitisee-NeustadtUmkirchVogtsburg im KaiserstuhlWittnau (Breisgau)
Karte

Bad Krozingen (bis 1933 Krozingen, alemannisch Chrozige) ist eine Große Kreisstadt und ein Kurort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geographie

Lage

Bad Krozingen liegt im Breisgau, etwa 16 Kilometer südwestlich von Freiburg und 45 km nördlich von Basel, umgeben von Feldern (Gemüse, Spargel, Mais) und Weinreben. Durch die Stadt, die zusammen mit Staufen ein Mittelzentrum bildet, fließt der kleine Fluss Neumagen, der auf dem Stadtgebiet bei Biengen in die Möhlin mündet, die wiederum bei Breisach den Rhein erreicht.

Das Landschaftsschutzgebiet Krozinger und Schlatter Berg ist seit 1993 ausgewiesen.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden Bad Krozingens sind, von Norden aus im Uhrzeigersinn: Breisach am Rhein, der Freiburger Stadtteil Munzingen, Schallstadt, Ehrenkirchen, Staufen im Breisgau, Heitersheim, Eschbach und Hartheim.

Stadtgliederung

Zu Bad Krozingen gehören die vor der baden-württembergischen Gemeindereform der 1970er-Jahre selbständigen Gemeinden Biengen, Hausen an der Möhlin, Schlatt und Tunsel. Die ehemaligen Gemeinden sind identisch mit den Ortsteilen der Stadt. Die vier Ortsteile Biengen, Hausen an der Möhlin, Schlatt und Tunsel sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem.

Zu den Ortsteilen:

Geschichte

Einige Funde (Vorratsgefäß und trapezförmiges Steinbeil) weisen darauf hin, dass die Region schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. In der vorchristlichen Zeit und weit darüber hinaus war die Region von Kelten und Merowingern besiedelt. Gewann-, Fluss- und Ortsnamen wie Neumagen, Möhlin, Kems, Tunsel, Belchen oder Rhein bezeugen dies. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. eroberten die Römer den heutigen Südwesten. Aus der folgenden Zeit fand man auf der Gemarkung Bad Krozingens u. a. die Überreste eines römischen Vicus, Teile von Töpfereien mit Brennöfen, einen römischen Brunnen und Fundamente mehrerer Gutshöfe. Bei einer Rettungsgrabung westlich der Basler Straße wurden 2019/20 größere Bereiche der römischen Siedlung aufgedeckt.

Ab dem 4. Jahrhundert waren die Alemannen hier sesshaft. Die ältesten Nachweise einer alamannischen Besiedlung sind Gräber u. a. in der ehemaligen römischen Straßenstation und im Gräberfeld „Unterer Stollen“ mit 204 Bestattungen. Nach Ausweis der reichen Grabbeigaben wurde es zwischen 500 und 700 n. Chr. belegt. Erstmals wurde Krozingen als „Scrozzinga“ im Jahr 808 n. Chr. in den Urkundenbüchern des Klosters St. Gallen erwähnt, vermutlich nach dem Geschlecht des alemannischen Adligen Crozzo genannt. Der Ort entstand aus dem alten Siedlungskern Oberkrozingen, Kems und Unterkrozingen als alemannische Siedlung am Übergang der Römerstraße Basel-Offenburg über den Neumagen.

Pfirt’sches Schlösschen

Bis zum Übergang an das Kurfürstentum Baden mit dem Frieden von Pressburg im Jahr 1805 gehörte Krozingen zum vorderösterreichischen Breisgau und hatte wechselnde Ortsherren. Dies waren die Schnewlin von Landeck, die Herren von Schauenburg und die Herren von Pfirt. Nach ihnen ist das ehemalige Pfirt’sche Schlösschen benannt, in dem die Ortsherrschaft ihren Sitz hatte und das heute die Volksbank beherbergt.

Im Ersten Weltkrieg waren die Menschen in der Kommune trotz ihrer Möglichkeiten als Selbstversorger mit Mangel und Hunger konfrontiert. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Ort wurden zur Versorgung der Stadt Freiburg herangezogen.

Bei der Suche nach Erdöl, das im Oberrheingraben vermutet wurde, stieß man 1911 stattdessen auf Thermalwasser, das für die Zukunft Krozingens als Kurort entscheidend wurde. Nach weiteren Bohrungen und dem Beginn eines Kurbetriebs wurde Krozingen im Jahre 1933 das Prädikat „Bad“ verliehen. Ein modernes Kurhaus wurde 1959 fertiggestellt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform in den 1970er-Jahren wurden die damals selbständigen Gemeinden Biengen (am 1. Dezember 1971), Hausen an der Möhlin (am 1. September 1973), Schlatt (am 1. Januar 1973) und Tunsel (am 1. Januar 1974) nach Bad Krozingen eingemeindet. Vom aufgelösten Landkreis Müllheim kam die Gemeinde zum neu geschaffenen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Am 1. September 2005 wurde Bad Krozingen zur Stadt ernannt – die Gemeinde war mit etwa 16.000 Einwohnern zur zweitgrößten Gemeinde des Landkreises geworden.

Zum 1. Januar 2025 wurde Bad Krozingen zur Großen Kreisstadt erklärt.

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bad Krozingen – Station Müllheim (273 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 2,7 3,3 6,7 10,4 14,2 19,0 21,3 20,0 15,4 10,7 6,5 4,1 ⌀ 11,2
Mittl. Tagesmax. (°C) 6,2 7,7 12,3 16,8 20,4 25,3 27,6 27,0 22,2 16,2 10,5 8,0 ⌀ 16,7
Mittl. Tagesmin. (°C) −0,8 −0,7 1,2 3,8 8,0 12,6 13,8 13,3 9,2 5,8 2,5 0,3 ⌀ 5,8
Niederschlag (mm) 61 46 40 71 96 105 88 86 49 54 54 42 Σ 792
Regentage (d) 17 14 14 14 16 13 11 12 10 12 13 14 Σ 160
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
6,2
−0,8
7,7
−0,7
12,3
1,2
16,8
3,8
20,4
8,0
25,3
12,6
27,6
13,8
27,0
13,3
22,2
9,2
16,2
5,8
10,5
2,5
8,0
0,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Politik

Kommunalwahl 2024
Wahlbeteiligung: 57,2 % (2019: 55,0 %)
 %
40
30
20
10
0
38,4 %
25,4 %
14,0 %
22,2 %
KFB d
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+5,1 %p
+1,9 %p
+2,0 %p
+10,6 %p
KFB
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 
2019: FDP/Freie Bürger
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Gemeinderat

Sitzverteilung 2024 im Gemeinderat Bad Krozingen
    
Insgesamt 23 Sitze

Nach der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 beträgt die Zahl der Sitze im Gemeinderat Bad Krozingen 23. Bei einer Wahlbeteiligung von 57,2 % (+2,2) ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei/Liste Stimmenanteil G/V %p Sitze G/V
CDU38,4 %+ 5,19+ 1
Grüne25,4 %+ 1,96+ 1
SPD14,0 %+ 2,03± 0
KFB (Krozinger Freie Bürger)22,2 %+ 2,65+ 2
Rathaus von Bad Krozingen

(Ober-)Bürgermeister

Seit 19. Januar 2014 ist Volker Kieber (CDU, bis 2025 parteilos) Bürgermeister von Bad Krozingen. Im November 2013 wurde er mit 89,5 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang erstmals zum Bürgermeister gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl am 24. Oktober 2021 wurde er mit 94,41 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Seit der Erhebung Bad Krozingens zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 2025 trägt er die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Davor war von 1998 bis 2014 Ekkehart Meroth (CDU) Bürgermeister der Stadt. Von 1982 bis 1998 war Wolfgang Fuchs Bürgermeister. Von 1955 bis 1981 amtierte Herbert Hellmann.

Verwaltungsgemeinschaft

Mit der Gemeinde Hartheim besteht eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft. Bad Krozingen ist die erfüllende Gemeinde und hat den Vorsitz im gemeinsamen Ausschuss, der mit je drei Gemeinderäten beider Gemeinden paritätisch besetzt ist.

Wappen

Blasonierung: In Blau über einer goldenen Weltkugel ein von Strahlen umgebenes goldenes Gottesauge.
Das merkwürdige Wappenbild beruht auf einer allmählichen Umgestaltung und Umdeutung des alten Siegelbildes und Ortszeichens der Gemeinde. Das älteste bekannte Siegel, an einer Urkunde aus dem Jahre 1686 überliefert, zeigt innerhalb der Umschrift „Gemeinde Crotzingen“ ein geometrisches Gebilde. Es stellt möglicherweise in vereinfachter Form einen Sester (Getreidemaß) dar. Dieses Zeichen begegnet einem in verschiedenen Varianten nicht selten als Dorfmarke und ist wohl auch hier als solche anzusehen. Eine Herleitung aus dem Rad im Wappen des Ortsadels ist ebenso unwahrscheinlich wie die Deutung als Armbrustebene mit einem aufgesetzten gestürzten Pfeil (Stadler) oder gar die Erklärung als über der Weltkugel schwebendes Gottesauge. Im 19. Jahrhundert kam die Deutung des Siegelbildes als Weltkugel und Gottesauge auf. Die Gemeinde beharrte auf diesen Symbolen und ihrer Deutung, als das Generallandesarchiv 1901 einen historisch begründeten Entwurf für ein neues Wappen vorlegte. 1921 wurde die bisher gebräuchliche Wappenzeichnung festgelegt, in der das „Gottesauge“ mit den üblichen Strahlen versehen ist.

Städtepartnerschaften

Gréoux-les-Bains, Naoiri und Bojnice sind wie Bad Krozingen Thermalbadeorte.

Zweckverband

Bad Krozingen ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Kapellen

Katholische Kirche St. Alban
Evangelische Christuskirche

Museen

Litschgi-Haus
Schloss mit der Sammlung historischer Tasteninstrumente

Stadtmuseum im Litschgihaus

Das Stadtmuseum Bad Krozingen zeigt archäologische Funde aus rund 9000 Jahren Besiedelungsgeschichte in Bad Krozingen. Die Ausstellung umfasst u. a. Exponate aus der Jungsteinzeit, der Keltenzeit, der römischen Epoche sowie der Zeit der Merowinger. Besonders hervorzuheben ist die Präsentation zur römischen Besiedlung entlang einer ehemaligen Fernstraße im ungefähren Bereich der ehemaligen B3. Weitere Museumsbereiche widmen sich historischen Persönlichkeiten mit Bezug auf die Stadt, darunter der lettischen Schriftstellerin Zenta Mauriņa, dem Historiker und Benediktinerpater Marquard Herrgott sowie dem mittelalterliche Ortsherrn Johann Heinrich von Landeck. Das in der oberen Basler Straße gelegene Museum ist dienstags und donnerstags sowie jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Archäologiepark im Kurgarten

Im Neubaugebiet Kurgarten wurden bei Ausgrabungen von 2011 bis 2015 unter anderem ein steinzeitliches Kammergrab aus der Zeit um 3500 vor Christus und ein römischer Gutshof aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus freigelegt, die am originalen Fundplatz im Grundriss visualisiert wurden und durch Infotafeln im sogenannten Archäologiepark erklärt werden.

Sammlung historischer Tasteninstrumente Neumeyer-Junghanns-Tracey im Schloss

Im südlichen Ortsgebiet von Bad Krozingen liegt in einem kleinen Park das sich in Privatbesitz befindliche Renaissance-Schloss der Freiherren von Gleichenstein. Ursprünglich war das Schloss Bad Krozingen im Jahre 1579 als Propsteigebäude des Benediktinerklosters St. Blasien durch Abt Caspar II. erbaut worden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es von Johann Caspar Bagnato umgebaut. Die nicht öffentlich zugängliche Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert im Stil des Rokoko umgestaltet. Im Schloss befindet sich seit 1974 eine Sammlung von rund 50 historischen Tasteninstrumenten, die der Cembalist Fritz Neumeyer (1900–1983) zusammengetragen hatte und die seine Schüler Rolf Junghanns und Bradford Tracey geerbt und betreut hatten. Einige dieser Instrumente sind regelmäßig bei den Bad Krozinger Schlosskonzerten zu hören. Die Sammlung kann im Rahmen der Konzerte besichtigt werden.

Museum im Rathaus Biengen

Das Museum im Rathaus Biengen wurde nach zweijähriger Vorbereitung und viel ehrenamtlicher Arbeit im Juli 2005 eröffnet. Viele Bürger arbeiten – unter dem Dach des Dorfvereins Biengen e. V. – ehrenamtlich und in ihrer Freizeit bei der Besucherbetreuung, der Zusammenstellung von Sonderausstellungen und bei den notwendigen Renovierungsarbeiten und Umbauten mit. Das Museum will einen Einblick geben in die Alltagsgeschichte der Menschen, die hier vor Generationen gelebt haben.

Mediathek

Eine öffentliche Bibliothek (Mediathek) mit 27 000 Medien zu allgemeinen, gesellschaftlichen, kulturellen und naturwissenschaftlichen Themen befindet sich seit April 2015 in Bahnhofsnähe.

Litschgikeller

St. Josefshaus

Der Litschgikeller in der Basler Straße wurde 2024 umfassend renoviert. Dort finden diverse Kleinkunstveranstaltungen wie Kabarett, Theater, Stand Up-Comedy sowie kleinere Musikveranstaltungen und Konzerte statt.

JOKI-Kino am Bahnhof

Das JOKI wurde im Oktober 2002 gegründet. Bis zur Eröffnung des JOKI am Bahnhof am 26. März 2015 fanden die Kinovorführungen im St. Josefshaus mit einem 35 mm-Projektor und einer großen Leinwand statt. Jetzt finden alle Vorstellungen im Untergeschoss der Mediathek am Bahnhof statt. Das Kino wird vom Joki-Kino e. V. geführt. Die Stadt und die Medien- und Filmförderung Baden-Württemberg förderten den Neubau des Kinos im neuen Standort Bahnhofstraße 3b und unterstützen den Betrieb, wo täglich (außer mittwochs) Filme vorgeführt werden. Das Kino verfügt über 112 Sitzplätze sowie drei Rollstuhlplätze.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

ÖPNV

Bahnhof von Bad Krozingen

Bad Krozingen liegt an der Rheintalbahn und hat einen Bahnhof, der im Taktverkehr von den Regionalzügen der Strecke Offenburg–Basel Badischer Bahnhof bedient wird. Außerdem zweigt hier die Münstertalbahn der SWEG nach Staufen und Münstertal von der Hauptstrecke der Deutschen Bahn ab.

Am 31. Oktober 2003 wurde der Verein Bürgerbus Bad Krozingen unter Beteiligung vieler Bürger gegründet. Zunächst einmal ist ein Bürgerbus ein ganz normales öffentliches Verkehrsmittel, das nach Fahrplan auf einer konzessionierten Linie fährt. Das Besondere daran ist, dass nach dem Motto Bürger fahren für Bürger der Bürgerbus von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird. Der Bürgerbus, ein Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen, kann dort eingesetzt werden, wo gewerblicher Linienverkehr wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Dadurch kann er auch in nachfrageschwachen Bereichen oder Zeiten die Mobilität der Bürger gewährleisten, ohne übermäßige Kosten zu verursachen. Der eigentliche Betrieb wurde am 1. Juli 2004 aufgenommen. Im Augenblick sind drei Linien in Betrieb.

Außerdem wird Bad Krozingen mit den Regionalbussen der Südbadenbus GmbH und der Rast Reisen GmbH ans Umland angebunden. Seit 2015 besteht zudem die Regiobuslinie 309, welche Bad Krozingen auf direktem Weg mit Breisach am Rhein verbindet.

Radverkehr

Seit Juli 2024 nimmt Bad Krozingen am Fahrradverleihsystem Frelo teil. Es bestehen zehn Stationen, sechs davon in der Kernstadt und jeweils eine in den Teilorten Hausen, Biengen, Schlatt und Tunsel.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Bad Krozingen über Heitersheim mit Müllheim im Markgräflerland und über Ehrenkirchen und Pfaffenweiler mit Freiburg verbunden.

Durch Bad Krozingen verlaufen die folgenden beiden Landes-Radfernwege:

Durch Bad Krozingen verläuft der Oberrhein Römer-Radweg durch Markgräflerland und Kaiserstuhl von Grenzach-Wyhlen nach Riegel.

Der Europäische Radwanderweg von Mulhouse nach Freiburg verbindet Bad Krozingen mit der Nachbarstadt Staufen. Der Markgräfler Radwanderweg führt in diesem Abschnitt identisch durch das Markgräfler Land von Weil am Rhein nach Freiburg.

Vor allem für den Pendlerverkehr ist die Errichtung eines Radschnellweges nach Freiburg über Pfaffenweiler und Schallstadt geplant.

Straßenverkehr

Durch die Kernstadt führte die Bundesstraße 3, die den Kurort sehr belastete; sie ist seit dem Sommer 2009 als Umgehungsstraße angelegt. Beim Ortsteil Hausen befindet sich ein Anschluss an die Bundesautobahn 5, über den die benachbarten Großstädte Basel, Mülhausen und Freiburg sowie der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg gut erreicht werden können.

Kurbetrieb

Das Thermalbad Vita Classica

Mit der Erbohrung der ersten Thermalquelle 1911 begann die Entwicklung zum Kur- und Badeort. 1933 erhielt der Ort das Kurortprädikat Bad und weitere Bohrungen folgten. Im Laufe der Jahre entstand ein Gesundheitszentrum aus Vita Classica-Therme, Reha-Kliniken und Herzzentrum. Das Mineral-Thermalwasser ist je nach Becken zwischen 29 und 36 Grad Celsius warm und hat einen Mineraliengehalt von über 4000 Milligramm pro Liter. Mit 2180 Milligramm Kohlensäure pro Liter besitzt das Wasser außerdem eine der höchsten Kohlensäurekonzentrationen weltweit. Im 40 Hektar großen Kurpark befindet sich das Kurhaus, 1959 nach Plänen von Horst Linde erbaut und 1982 erweitert,

Kirchliche Einrichtungen

Katholische Kirchengemeinde

Bad Krozingen war Sitz des Dekanats Neuenburg des Erzbistums Freiburg. Seit 2008 ist dieses Bestandteil des Dekanats Breisach-Neuenburg, dessen Sitz ebenfalls in Bad Krozingen ist. Ab 2015 werden die Seelsorgeeinheit Bad Krozingen und Seelsorgeeinheit Hartheim zusammengelegt.

In Bad Krozingen existieren die folgenden Pfarrgemeinden:

  • St. Alban in Bad Krozingen
  • St. Leodegar in Biengen
  • St. Michael in Tunsel
  • St. Sebastian in Schlatt

Evangelische Kirchengemeinde

Im Ort sind folgende evangelische Einrichtungen ansässig:

  • Pfarramt der Christuskirche
  • Haus der Kurseelsorge
  • Diakonisches Werk
  • Krankenhaus-Seelsorge
  • Ökumenische Kurseelsorge

Das Dekanat ist nach Bad Krozingen umgezogen. Spatenstich für ein neues Zentrum des evangelischen Kirchenbezirks war im Juni 2014. Bisher war es in Müllheim beheimatet.

Weitere Religionsgemeinschaften

Bildung

Medien

Über das Lokalgeschehen in Bad Krozingen berichtet die Wochenzeitung ReblandKurier. Außerdem gibt es noch weitere Zeitungen mit Lokalbezug, so die in Freiburg im Breisgau täglich erscheinende Badische Zeitung. Das kostenlose Amtsblatt der Gemeinde, der Stadtanzeiger, wird wöchentlich an alle Haushalte verteilt.

Freizeit- und Sportanlagen

Aquarado

Regelmäßige Veranstaltungen

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Schlosskonzerte (übers Jahr verteilt)

Ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

In Bad Krozingen geboren

Mit Bad Krozingen verbunden

Ehrenbürger

Seit 1950 wurde folgenden, bereits verstorbenen Personen die Ehrenbürgerwürde verliehen:

Literatur

Commons: Bad Krozingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Bad Krozingen – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Hauptsatzung der Stadt Bad Krozingen. (PDF) bad-krozingen.de, 22. Oktober 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. November 2016; abgerufen am 13. November 2016.
  3. ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. 4. Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, S. 65–69. ISBN 3-17-007174-2
  4. ↑ Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2641, 1. Juli 770 – Reg. 522. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 193, abgerufen am 2. Mai 2018.
  5. ↑ Marcel El-Kassem, Bertram Jenisch, Arne Schmid-Hecklau: Rückblick auf 2000 Jahre Bad Krozinger Ortsgeschichte. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2020, S. 47.
  6. ↑ StiASG, Urk. I 178. Online auf e-chartae, abgerufen am 12. Juni 2020.
  7. ↑ Manfred Hermann: St. Alban Kirche. seelsorgeeinheit-bad-krozingen.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. März 2016; abgerufen am 22. September 2026.
  8. ↑ Pfirt’sches Schlösschen, heute Volksbank (Lammplatz). bad-krozingen.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Februar 2014; abgerufen am 3. Februar 2014.
  9. ↑ Vgl. Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg. Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie, Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2022, S. 32–49, 82–104.
  10. ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  11. ↑ Bad Krozingen wird Große Kreisstadt. In: baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 1. Mai 2024.
  12. ↑ Ute Wehrle: Wolfgang Fuchs ist tot. In: badische-zeitung.de. 5. September 2008, abgerufen am 12. Januar 2025.
  13. ↑ Hochzeit und ein runder Geburtstag (Memento vom 10. November 2017 im Internet Archive) badische-zeitung.de, 26. Juli 2011
  14. ↑ Der grenzüberschreitende örtliche Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein
  15. ↑ Evangelische Kirchengemeinde Bad Krozingen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2017; abgerufen am 22. August 2014.
  16. ↑ Bibliothek. bad-krozingen.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Februar 2015; abgerufen am 25. Februar 2015.
  17. ↑ Filmspaß in neuen Räumlichkeiten. badische-zeitung.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. November 2016; abgerufen am 22. September 2026.
  18. ↑ https://www.joki-kino.de
  19. ↑ Fahrplansuche. Abgerufen am 7. April 2022.
  20. ↑ Andrea Drescher: Bad Krozingen hat bereits fünf Frelo-Stationen. In: Badische Zeitung. 21. März 2025, abgerufen am 11. Juli 2025.
  21. ↑ Das RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de
  22. ↑ Badischer Weinradweg auf www.schwarzwald-tourismus.info
  23. ↑ Oberrhein Römer-Radweg durch Markgräflerland und Kaiserstuhl auf www.schwarzwald-tourismus.info
  24. ↑ Rats- und Bürgerinfosystem. Abgerufen am 17. März 2023.
  25. ↑ Horst Ossenberg: Das Bürgerhaus in Baden. Band 25. E. Wasmuth, Tübingen 1986, ISBN 978-3-8030-0037-8, S. 137 (Auszug in der Google-Buchsuche).
  26. ↑ Das Mineral-Thermalwasser. Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  27. ↑ Bad Krozingen: Soll der Kurort ruhen oder brummen? In: netzwerk südbaden. Abgerufen am 3. Juli 2021.
  28. ↑ Ute Wehrle: Die Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen investiert rund 700.000 in das Kurhaus. Badische Zeitung, 3. Juni 2015, abgerufen am 3. Juli 2021.
  29. ↑ Markus Donner: Stadt würdigt Verdienste von Lothar Böhnert. 23. Juni 2008, abgerufen am 2. August 2025.
  30. ↑ Ehrenbürger und Verdienstmedaillen. bad-krozingen.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2017; abgerufen am 12. Juni 2018.