
Bally Bagayoko (* 31. Juli 1973 in Levallois-Perret) ist ein französischer Politiker (LFi). Seit dem 21. März 2026 ist er Bürgermeister von Saint-Denis; bei der ersten Kommunalwahl der neu geschaffenen Gemeinde gewann seine Liste am 15. März 2026 im ersten Wahlgang 50,77 Prozent der gültigen Stimmen.
Bagayoko wurde in Levallois-Perret geboren und wuchs in Saint-Denis auf. Er arbeitete als Führungskraft bei der RATP. Vor seiner Bekanntheit in der Kommunalpolitik wurde er in Saint-Denis vor allem als Basketballtrainer bekannt; binnen fünf Jahren führte er die Mannschaft von einem lokalen Niveau in die Nationale 3 und engagierte sich sozial.
Ende 2000 gewann Patrick Braouezec ihn für die Kommunalpolitik, und 2001 zog Bagayoko erstmals in den Gemeinderat von Saint-Denis ein. Im Jahr 2008 gewann er im Kanton Saint-Denis-Nord-Est ein Mandat im Generalrat des Département Seine-Saint-Denis und wurde dort Vizepräsident mit Zuständigkeit für neue Informationstechnologien und städtische Dienste. 2019 bestimmte ihn La France insoumise zum Spitzenkandidaten der Liste Faire Saint-Denis en commun für die Kommunalwahl 2020. Ende 2025 wurde er Spitzenkandidat eines Bündnisses aus La France insoumise, Parti communiste français und Seine-Saint-Denis au cœur für die Kommunalwahl in Saint-Denis.
Nach seinem Wahlsieg vom 15. März 2026 wurde er am 21. März 2026 als Bürgermeister eingesetzt. Kurz nach seiner Wahl wurde ihm von der extremen Rechten fälschlich die Aussage untergeschoben, Saint-Denis sei eine „schwarze Stadt“; dies hatte er jedoch nie gesagt. Ende März 2026 kündigte er nach einer auf CNews als rassistisch kritisierten Fernsehszene rechtliche Schritte an und rief auch auf Grund darauf folgender zahlreicher rassistischer Beleidigungen, die über das Internet verbreitet wurden, zu Kundgebung auf, zu der etwa 6.000 Menschen kamen.
Während der Hitzewellen im Mai und Juni 2026 warf die Opposition Bally Bagayoko vor, nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um im Sommer 2026 das Baden im Canal Saint-Denis ermöglicht zu haben, wie dies in Paris im Canal Saint-Martin geschehen war. Im Juni 2026 ließ er den Grundsatz verabschieden, jedem 15-Jährigen im Herbst 2026 kostenlos ein Fahrrad zur Verfügung zu stellen.
Im Mai 2026 nahm er das offizielle Porträt des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron aus seinem Büro im Rathaus von Saint-Denis ab. Diese Geste brachte ihm eine Rüge seitens des Präfekten von Seine-Saint-Denis ein, obwohl das Aufhängen dieses Porträts in Rathäusern keine gesetzliche Verpflichtung darstellt, sondern vielmehr ein durch die republikanische Tradition fest verankerter Brauch ist.
Während der Proteste an französischen Lycées im Oktober 2026, die Bagayoko unterstützte, löste seine Äußerung, dass Gewalt unter bestimmten Umständen legitim sein könne, Diskussionen aus. Er tanzte auch mit demonstrierenden Schülern, die rund um das Lycée Paul Eluard in Saint-Denis eine Blockade gebildet hatten. Zuvor hatte er aber einen brennenden Mistkübel vom Schulzaun wegzogen. Bagajoko war dort selbst zur Schule gegangen. Patrice Faure, der Präfekt der Pariser Polizei, leitete die Äußerung wegen mutmaßlicher Anstiftung zu kriminellen Handlungen an die Staatsanwaltschaft weiter. Bagayoko verteidigte seine Äußerung und erklärte, es handele sich nicht um Anstiftung, und rechtfertigte seine Anwesenheit im Umfeld der Proteste mit den Worten: „Dort sollte ein gewählter Amtsträger sein.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bagayoko, Bally |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 31. Juli 1973 |
| GEBURTSORT | Levallois-Perret |