Ein Riesz-Raum ist ein Vektorraum mit einer Verbandsstruktur, die so beschaffen ist, dass die lineare und die Verbandsstruktur im Sinne der unten gegebenen Definition verträglich sind. Im Jahr 1928 wurde dieser Raum von Frigyes Riesz definiert und trägt deshalb heute seinen Namen.
Sei ein -Vektorraum mit einer Halbordnung .
Dann heißt ein Riesz-Raum wenn folgende Axiome erfüllt sind:
1. (Translationsinvarianz) Für alle gilt:
2. (Monotonie der Skalarmultiplikation) Für alle und alle gilt:
3. ist ein Verband, das heißt für alle existieren
Das Supremum notiert man als und das Infimum als .
Für und gelten folgende Rechenregeln:
Riesz-Räume bieten Voraussetzungen für eine abstrakte Maß- und Integrationstheorie. Die zentrale Aussage in diesem Zusammenhang ist der Spektralsatz von Freudenthal. Dieser Satz garantiert für Riesz-Räume auf abstrakte Weise die Approximationseigenschaft von Funktionen durch Treppenfunktionen. Der Satz von Radon-Nikodým und die Poissonsche Summenformel für beschränkte harmonische Funktionen auf der offenen Kreisscheibe sind Spezialfälle des Spektralsatzes von Freudenthal. Dieser Spektralsatz war einer der Ausgangspunkte für die Theorie der Riesz-Räume.
Eine Norm auf einem Riesz-Raum heißt Verbandsnorm, wenn gilt, dass wenn , auch folgt, dass . Ein Riesz-Raum mit einer Verbandsnorm nennt man normierter Riesz-Raum. Ist er vollständig bezüglich der Verbandsnorm, dann nennt man ihn einen Banachverband.