Die Banesh-Zeit bezeichnet eine archäologische Periode in der iranischen Provinz Fars. Sie wird über eine spezifische Keramik definiert, die in der Flussebene des Kur und in der Region Mamasani gefunden wurde. Die Periode (3650–2600 v. Chr.) wird in einen frühen, mittleren und späten Zeitraum unterteilt, wobei die späte Banesh-Zeit als eigentlicher Beginn der Bronzezeit in Fars angesehen wird.
Die Banesh-Zeit wird in die späte Kupferzeit und die frühe Bronzezeit (4. und 3. Jahrtausend v. Chr.) datiert. Sie untergliedert sich in verschiedene Phasen: die frühe Banesh-Zeit (3650–3350 v. Chr.), die frühe mittlere Banesh-Zeit (3350–3140 v. Chr.), die späte mittlere Banesh-Zeit (3140–2930 v. Chr.) sowie die späte Banesh-Zeit (2900–2600 v. Chr.).
Die Chronologie der Bronzezeit in Fars basiert auf der Analyse von Bevölkerungswandel, Siedlungsstrategien sowie den Beziehungen zwischen Tief- und Hochland. Die Banesh-Zeit steht am Anfang der Bronzezeit in Fars. Der Anfang könnte auf das Ende der Lapui-Zeit und den Anfang der frühen Banesh-Phasen angesetzt werden. Da die Keramik der Lapui-Zeit in der frühen bis mittleren Banesh-Zeit schrittweise durch die Keramik der Banesh-Zeit ersetzt wurde und das Muster der Besiedlung in diesen Zeitspannen gleich blieb, wird der Beginn der Bronzezeit in Fars für die späte Banesh-Zeit (2900–2600 v. Chr.) angesetzt. In diesem Zeitraum sank die Zahl der Bevölkerung in Fars markant und die Texte der Proto-Elamiter waren im Hochland verschwunden. Das wirtschaftliche System, das einen großen Teil des Südens Irans am Ende der Kupferzeit vereint hatte, war zusammengebrochen.
| Zeitspanne (v. Chr.) | Archäologische Perioden | Historische Phasen | |
|---|---|---|---|
| Fars | Chuzestan | ||
| ca. 2900–2600 | Späte Banesh | Susa III C | |
| ca. 2600–2200 | Übergang Banesh Kaftari | Susa IVA–B | |
| ca. 2200–1900 | Frühe Kaftari | Susa V | Altelamisch/Schimaschki |
| ca. 1900–1800 | Mittlere Kaftari | Susa V | Altelamisch/Sukkalmah |
| ca. 1800–1600/1500 | Späte Kaftari | Susa VI | Altelamisch/Sukkalmah |
| ca. 1600/1500–1300 | Qaleh | Susa VII– | Mittelelamisch I |
| ca. 1300–1000 | Qaleh/Mittelelamisch/Shogha-Teimuran | Susa VIII– | Mittelelamisch II–III |
Die Banesh-Zeit zeichnet sich durch das Aufkommen einer spezifischen Massenproduktion von mineralisch und pflanzlich gemagerten Keramikformen aus, einschließlich der Glockentöpfe (bevelled-rim ware), die in Mesopotamien charakteristisch für die Uruk-Zeit sind. Der früheste Nachweis eines Glockentopfs stammt vom Fundort Tol-e Spid mit einer absoluten Datierung von 3760–3520 v. Chr. (Phase 19 der Grabungssequenz). Der Nachweis korrespondiert mit den Daten der frühen Susa-II-Periode in Chuzestan (3800–3100 v. Chr.), ist aber deutlich früher als die Datierung der späten Uruk-Zeit (3300–3100 v. Chr.). Das Aufkommen vorderasiatisch-mesopotamisch geprägter Keramik im iranischen Hochland wird unterschiedlich interpretiert: Die Hypothesen reichen von einer lokalen (endogenen) Entwicklung über einen Einfluss susianischer Bevölkerungsgruppen bis hin zu mesopotamischer Kolonialisierung, politischer Dominanz oder der Infiltration durch mesopotamische Handwerker. Obwohl die Ursachen für das Auftauchen mesopotamischer Keramik in der frühen Banesh-Periode immer noch ungeklärt sind, ist es das erste Anzeichen für das Vorkommen sowohl lokaler als auch eindringender, massenhaft produzierter Gefäßformen, die für die Banesh-Zeit weit verbreitet sind.
Die Keramik der Banesh-Zeit besteht hauptsächlich aus mineralisch (grit-tempered) und pflanzlich gemagertem (vegetal- (straw-) tempered) Ton. In der späten Banesh-Zeit traten vermehrt kleine, mineralisch gemagerte, kielförmige (carinated) Gefäße und Becher mit aufgemalten Dekorationen auf, die typisch für diese Periode waren. Die in braunen, kastanienbraunen und schwarzen Tönen gehaltenen Dekorationen stellten geometrische Motive oder Tiere dar, die manchmal über eine weiß beschichtete Oberfläche oder horizontale Linien gemalt waren. Typisch für die Keramik sind eingedrückte Verzierungen am Gefäßrand.
Die Banesh-Zeit ist in Tall-e Malyan in der Flussebene des Kur, in Tol-e Nurabad und an der Oberfläche verschiedener Orte in der Region Mamasani nachgewiesen.
Die Keramik der Banesh-Zeit wurde erstmals mit Sammlungen auf der Oberfläche durch William M. Sumner 1972 identifiziert. In einer zweiten Studie vor Ort, die vom amerikanischen Anthropologen John R. Alden 1979 veröffentlicht wurde, wurde die Chronologie verfeinert.