Banff Centre for Arts and Creativity

Das Banff Centre for Arts and Creativity (kurz auch Banff Centre) ist eine Kunst- und Kultureinrichtung in Banff (Alberta). Sie bietet Aus- und Weiterbildungsprogramme in den darstellenden und bildenden Künsten ebenso wie Führungstrainings und den Besuch von Veranstaltungen an. Sie ist in den Rocky Mountains am Hang des Sacred Buffalo Guardian Mountain gelegen.

Einige Gebäude des Banff Centre

Geschichte

Die Institution wurde 1933 als Banff School of Drama von der University of Alberta gegründet und zunächst durch einen Zuschuss der in den USA ansässigen Carnegie-Stiftung finanziert. Elizabeth Sterling Haynes, Theodore und Eliot Cohen, Gwillym Edwards sowie Gwen Pharis waren die ersten Mitarbeiter des Zentrums; Haynes und Cohen unterrichteten im ersten Sommer rund 230 Personen. Zunächst wurde nur ein einziger Kurs im Bereich Schauspiel angeboten. Es folgten weitere Kurse, etwa für Kindertheater. 1935 erhielt das Zentrum den Namen The Banff School of Fine Arts. Bei einer Evaluierung empfahl die Carnegie-Stiftung, dass die University of Alberta ab 1938 die finanzielle Verantwortung übernehmen solle.

Gruppe im Banff School of Fine Arts (1937)

In der Folge differenzierte sich das Kunstprogramm aus und war weiterhin erfolgreich. 1953 wurden zusätzlich Konferenzen und 1954 auch Management-Programme eingeführt. Seit 1966 ist das Zentrum mit der University of Calgary als Trägereinrichtung verbunden. 1970 wurde die Einrichtung in The Banff Centre for Continuing Education umbenannt. 1978 erhielt das Zentrum von der Provinz Alberta volle Autonomie als Bildungseinrichtung ohne Abschlussvergabe; es wurde unter die Leitung eines Verwaltungsrats gestellt.

Das Zentrum wurde 1999 von der kanadischen Bundesregierung als „National Training Institute“ ausgewiesen und beherbergte ab 2003 auch die Banff International Research Station. Der Name der Einrichtung wurde 2008 offiziell in The Banff Centre und 2016 in Banff Centre for Arts and Creativity geändert.

Bedeutung als Bildungsstätte

Als Einrichtung im tertiären Bildungsbereich bietet das Banff Centre eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungsprogrammen in mehr als einem Dutzend Disziplinen an – darunter darstellende und bildende Kunst, Literatur, indigene Kunst, Führungskräfteentwicklung, Bergkultur. Insbesondere hat es sich der Förderung von Kreativität und künstlerischer Exzellenz verschrieben und bringt Künstler, Vordenker und Gemeinschaften zusammen, um gemeinsam zu gestalten, zu kooperieren, sich auszutauschen, Visionen zu entwickeln, zu lernen und Inspiration zu finden. Mit einem breiten Spektrum an Programmen, Aufenthaltsstipendien und Ressourcen wird versucht, den vielfältigen Bedürfnissen und Interessen der interessierten Kunstschaffenden, Kreativen und Führungskräfte gerecht zu werden. Es zählt weltweit zu den führenden Zentren für Kunst, Kreativität und berufliche Weiterbildung.

Banff International Workshop in Jazz & Creative Music

Dieses Programm entstand 1974 durch Oscar Peterson und Phil Nimmons zum intensiven, gemeinsamen Musizieren und richtet sich an Musikschaffende in den Bereichen des Jazz bzw. der Creative Music. Seit seiner Gründung bringt dieses Programm in mehrwöchigen Sommerschulen Musiker aus der ganzen Welt zusammen, um zu lernen, sich auszutauschen, Neues zu schaffen, zu experimentieren, zu verfeinern und zu transformieren. Ziel ist es, aufstrebende Musiker dabei zu unterstützen, sich zu bedeutenden Komponisten und Interpreten zu entwickeln, wobei Kreativität, Gemeinschaft und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen.

Zu den weiteren Leitern des Programms gehörten ab 1982 Dave Holland (mit Don Thompson und Kenny Wheeler), ab 1989 Steve Coleman, ab 1991 Hugh Fraser, ab 1999 Kenny Werner und ab 2002 Dave Douglas (der zahlreiche weitere Mentoren einlud). Seit 2013 wird es von Vijay Iyer geleitet.

Walter Phillips Gallery

Bedeutung als Veranstaltungsstätte

Das Banff Centre for Arts and Creativity gilt als die größte Kunsteinrichtung im westlichen Kanada. Dort entstandene Arbeiten werden das ganze Jahr über im Zentrum in öffentlichen Aufführungen, Veranstaltungen und Ausstellungen präsentiert. Das Banff Centre veranstaltet daher jährlich Hunderte von öffentlichen Konzerten, (Musik)theater- und Tanzaufführungen, Festivals, Galerieausstellungen sowie Vorträge, deren Eintritt zum Teil kostenlos ist. Zu den herausragenden Veranstaltungen zählen das Banff Centre Mountain Film & Book Festival und die Banff International String Quartet Competition. Über die eigenen Räumlichkeiten hinaus kooperiert das Banff Centre mit nationalen und internationalen Kunstinstitutionen, um die dort geschaffene Kunst weltweit auf Bühnen, in Konzertsäle und in Ausstellungen zu bringen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Moira Day, Marilyn Potts: Elizabeth Sterling Haynes: Initiator of Alberta Theatre. In: Theatre Research in Canada / Recherches théâtrales Au Canada. Band 8, Nr. 1, 1987 (unb.ca).
  2. 1 2 3 Marsha Lederman: Banff Centre beset by turbulence – and not just because of the pandemic. In: The Globe and Mail. 9. Januar 2021, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ History of Banff Centre for Arts and Creativity. Banff Centre, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 Banff Centre for Arts and Creativity. In: alis.alberta.ca. Abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  5. 1 2 A Brief History of Jazz and Creative Music. Banff Centre, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ Banff International Workshop in Jazz & Creative Music | House Program. Banff Centre, 2019, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
  7. 1 2 Banff Centre for Arts and Creativity. In: tripadvisor.com. Abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).