Barbara Sichtermann wurde 1943 als Tochter der Künstlerin Illa Blaue und eines Juristen in Erfurt geboren und wuchs in Kiel auf. Nach dem Abitur 1963 an der Kieler Gelehrtenschule besuchte sie die Schauspielschule Bochum und spielte Theater. 1968 zog sie nach Berlin, wo sie Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre studierte. Von 1974 bis zu dessen Tod 1982 lebte Sichtermann mit Peter Brückner zusammen, aus dieser Ehe gibt es einen gemeinsamen Sohn; als Witwe adoptierte sie noch zwei weitere Kinder. Seit 1978 ist Sichtermann freie Publizistin und Schriftstellerin. Sowohl in Essays als auch in ihren Sachbuchveröffentlichungen schreibt sie u.a. über Frauenemanzipation, Pädagogik oder die Entwicklung des deutschen Fernsehens nach der Freigabe des Markts für Privatanbieter. 1995 und 1998 erschienen ihre beiden Romane. Bis 2015 war sie über 25 Jahre Jurorin des Grimme-Preises und von 2010 bis 2012 Jurorin des Hauptstadtkulturfonds.
Veröffentlichungen
Leben mit einem Neugeborenen. Ein Buch über das 1. Halbe Jahr. Fischer, Frankfurt am Main 1981.
Vorsicht Kind. Eine Arbeitsplatzbeschreibung für Mütter, Väter und Andere. Wagenbach, Berlin 1983.
Weiblichkeit. Zur Politik des Privaten. Wagenbach, Berlin 1983.
Auszug: Von einem Silbermesser zerteilt. In: Marlis Gerhardt (Hrsg.): Essays berühmter Frauen. Insel, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-458-33641-9, S.180–191.
Wer ist wie? Über den Unterschied der Geschlechter. Wagenbach, Berlin 1983.
„Nein, Nein, will nicht.“ Was tun, wenn Kinder trotzen? Rowohlt, Reinbek 1984.
FrauenArbeit. Wagenbach, Berlin 1987.
mit Brigitte Siegel: Den Laden schmeißen. Ein Handbuch für Frauen, die sich selbständig machen wollen. Fischer, Frankfurt am Main 1989.
Der tote Hund beißt. Karl Marx neu gelesen. Wagenbach, Berlin 1991.
Fernsehen. Wagenbach, Berlin 1994.
Vicky Victory. Roman, Hoffmann und Campe, Hamburg 1995.
Fremde in der Nacht. Roman, Ullstein, Hamburg 1998.
mit Ingo Rose: Fräulein Doktor im Kaiserreich. Die Lebensgeschichte der Franziska Tiburtius. Osburg Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-95510-336-1.
mit Ingo Rose: Fahren Sie sofort los! Alexandra Kollontai: Ein Frauenleben zwischen Auflehnung und Macht. Kremayr & Scheriau, Wien 2024, ISBN 978-3-218-01436-6
mit Simon Brückner/Jens Johler (Hrsg.): Das verordnete Schweigen. Zensur von Fall zu Fall. Osburg Verlag, Hamburg 2024, ISBN 978-3-95510-359-0
Barbara Sichtermann 2015 in Frankfurt am Main
Literatur
Ilse Lenz: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14729-1.
↑Eva Berger:Hommage an die Emanzipation: Eine freie Radikale. In: Die Tageszeitung: taz. 26.November 2014, ISSN0931-9085 (taz.de[abgerufen am 11.März 2023]).