Barometer-Frage

Ein Sturmglas oder Goethe-Wetterbarometer, ein früher praktischer Barometertyp. In Calandras Aufsatz wird der Typ des Geräts nicht genannt, obwohl die Antworten des Schülers auf die Verwendung eines tragbaren Aneroidbarometers hinweisen.

Die Barometer-Frage ist eine moderne Sage in Bildung und Wissenschaft. Für die Lösung eines Problems, das eigentlich eine (institutionell) anerkannte Lösung besitzt, werden möglichst unkonventionelle alternative Lösungswege angeboten.

Genutzt wird die Barometer-Frage u. a. als Anekdote, um für Kreativität und unkonventionelle Denkrichtungen zu sensibilisieren.

Inhalt

Es gibt zahlreiche Varianten, die jedoch im Kern identisch sind:

„Beschreibe, wie man die Höhe eines Hochhauses mit Hilfe eines Barometers ermittelt.“

Die erwartete Antwort besteht darin, dass der Prüfling mit Hilfe des Barometers am Boden und auf dem Dach des Hochhauses Messwerte für den Luftdruck ermittelt und mit Hilfe der barometrischen Höhenformel die Höhe des Gebäudes berechnet (→ barometrische Höhenmessung).

Die kursierenden Geschichten und Anekdoten zu dieser Frage basieren darauf, dass ein Prüfling statt dieser erwarteten Antwort eine zwar funktionierende, aber vollkommen andere Lösung anbietet. In vielen Versionen wird dem Prüfling zuerst eine falsche Antwort vorgeworfen, nach Protesten oder der Befragung Unparteiischer gilt die Frage dann aber doch teilweise oder vollständig als richtig beantwortet. Häufig wird behauptet, die Prüfung habe in Kopenhagen stattgefunden und der Prüfling sei der junge Niels Bohr gewesen. Zuverlässige Quellen dazu liegen jedoch nicht vor, die ältesten bekannten Quellen stammen aus den 1950er Jahren.

Unabhängig von der Diskussion um die mögliche Urheberschaft haben die Frage und ihre möglichen Antworten einen wichtigen didaktischen Nebeneffekt: Sie vermitteln dem Lernenden, dass man bei einer klar erscheinenden Fragestellung auch mit unkonventionellen Lösungswegen zum Ziel kommen kann.

Alternative Lösungen

Kompliziert:

Auffällig ist bei diesen Antworten, dass die von dem Prüfer erwarteten Messungen mit dem Barometer (Luftdruck) durch andere Messungen (Zeit, Länge, Temperatur oder elektrische Spannung) ersetzt werden, es wären also theoretisch weitere Hilfsmittel erforderlich, um die Gebäudehöhe zu ermitteln. Falls kein bestimmtes Längenmaß vorgegeben wäre, könnte man für das Ausmessen des Seiles oder des Schattens (s. o.) auch die oben erwähnten Barometereinheiten verwenden.

Darüber hinaus kursieren weitere Lösungswege, die ohne Messungen auskommen. Diese Antworten beruhen nicht auf physikalischen oder mathematischen Gesetzen:

Siehe auch