Basic Education bzw. Nai Talim ist ein 1937 von Mahatma Gandhi entworfenes pädagogisches Konzept, das mit Grundbildung für alle übersetzt werden kann. Das Konzept gründete in seinen Erfahrungen mit dem britischen Bildungssystem. Er sah die indischen Kinder kulturell entfremdet und kritisierte Karrieredenken, Verachtung der Handarbeit, das Entstehen einer neuen Elite und die wachsende Industrialisierung und Urbanisierung.
Die drei Säulen der Pädagogik Gandhis sind die lebenslange, die soziale und die ganzheitliche Erziehung. Erziehung ist für Gandhi die ´moralische Entwicklung der Persönlichkeit´, ein Prozess, der das ganze Leben lang dauert.
Das Handlungsziel der Pädagogik Gandhis kann mit dem Begriff Lernen durch Aktivität umschrieben werden. Die „Basic Education“ sollte folgende Aspekte berücksichtigen:
Nach 1947 wurden vielfältige Aktivitäten entwickelt, um die Basic Education zu verwirklichen, wie am Thakkar Bapa Teacher Training College Bapagram, 17 km von Bangalore entfernt. Bis Mitte der achtziger Jahre versickerten vielzählige Anstrengungen. Kritiker meinen, dass dieses Konzept zu langfristig angelegt sei, das Land bräuchte eine wesentlich schnellere Entwicklung.
Angesichts der rasanten Wirtschaftsentwicklung Indiens, so die Wirtschaftswoche, mit einer jedoch größer werdenden sozialen Schere zwischen den Kasten, stellt sich die Frage nach der Bedeutung von „Basic Education“ für die indische Gesellschaft neu: nunmehr unter dem Aspekt von Empowerment, um Kinder zu stärken. Im Sinne der Soziologie bei Emil Durkheim kann Basic Education zur Integration der Gesellschaft beitragen, zumal Mahatma Gandhi den Wertebezug in der Persönlichkeitsentwicklung betont. Die große Bedeutung eines wertebildenden Ansatzes von Basic Education hatte der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Amartya Sen, auf einer Konferenz in Edinburgh hervorgehoben.
„The principal idea is to impart the whole education of the body, mind and soul through the handicraft that is taught to the children.“