
Basil Schader (* 19. Oktober 1951 in Zürich; † 10. Mai 2026) war ein Schweizer Germanist, Albanologe, Sprachdidaktiker und Autor. Er ist Autor wissenschaftlicher Publikationen, von Lehrmitteln, didaktischen Handbüchern, belletristischen Texten sowie literarischer Übersetzer aus dem Albanischen.
Schader wuchs in Zürich auf; seine Eltern waren der Architekt Jacques Schader (1917–2007) und Eira Annemarie Schader-Berger (1919–2018). Nach der Matura an der Kantonsschule Trogen studierte er in Zürich und Tübingen klassische Philologie, brach das Studium aber 1973 ab. Von 1974 bis 1976 liess er sich am Oberseminar des Kantons Zürich zum Primarlehrer ausbilden. 1979 begann er an der Universität Zürich ein Studium der Germanistik, Pädagogik und Literaturkritik, das er 1985 mit einer Dissertation über den Zürcher Sprachdidaktiker Johann Jakob Redinger (1619–1688) abschloss. 1987 bis 1989 folgte ein Zusatzstudium in Volkskunde/europäischer Ethnologie, ab 1999 ein Fernstudium in albanischer Sprache und Literatur an der Universität Tirana, das er 2005 mit einem Doktorat abschloss.
Von 1976 bis 1981 war Schader Unterstufenlehrer in Hinwil, ab 1982 Deutschdidaktiker am Primarlehrerseminar des Kantons Zürich beziehungsweise an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH), wo er von 2002 bis 2011 den Bereich Deutsch als Zweitsprache leitete. Seit 2008 arbeitete er im Teil-, später im Vollpensum als Projektleiter für das Zentrum International Projects in Education (IPE) an der PHZH. Ende 2016 wurde er pensioniert. Neben seinen beruflichen Aktivitäten war Schader tätig als Autor und Redaktor von Lehrmitteln und didaktischen Handbüchern, Leiter von Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland und Mitglied von Kommissionen und Arbeitsgruppen.
Ab 1992 war er verheiratet mit Erica Bauhofer Schader († 10. August 2022). Er starb am 14. Mai 2026 im Alter von 74 Jahren.
Schwerpunkte bildeten zunächst die Comenius-Forschung (1983–1986) und volkskundliche Untersuchungen zur nationalen Festkultur der Gegenwart (Leitung eines gleichnamigen Forschungsprojekts im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 21; 1988–1990). Ab 1993 spezialisierte sich Schader im Bereich Interkulturelle Pädagogik und Mehrsprachigkeitsdidaktik und war Mitglied verschiedener multinationaler Forschungsgruppen. In seinen diesbezüglichen Publikationen legte er einen speziellen Akzent auf die unterrichtspraktische Nutzung und Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Den primären Forschungsschwerpunkt seit 2002 bildeten die sprachlichen Kompetenzen und der Schulerfolg albanischsprachiger Kinder und Jugendlicher in der Deutschschweiz sowie der albanische herkunfts- beziehungsweise muttersprachliche Unterricht und Möglichkeiten zu dessen qualitativer Verbesserung. Neben entsprechenden Publikationen leitete er von 2013 bis 2015 im Auftrag des IPE das Netzwerk Erst-, Zweit-Interkultur (NEZI) mit Teilnehmenden aus der Schweiz, Albanien, Kosovo und Nordmazedonien sowie Kooperationsprojekte mit der Republik Kosovo zur Entwicklung von Lehrmittelstandards und von aktuellen Materialien für den albanischen muttersprachlichen Unterricht.
Von 2014 bis 2016 betreute er die Konzeption und Herausgabe der mehrsprachigen Reihe «Materialien für den herkunftssprachlichen Unterricht» und, in Zusammenarbeit mit Sabrina Marruncheddu, die dazu gehörende Website. 1996 erhielt er zusammen mit Femzi Braha den Preis der Peter-Hans-Frey Stiftung für besondere pädagogische Leistungen.
Ab 2021 schrieb Schader belletristische Werke. Für den Band «Schweiz, sonderbare Schweiz. Fakten, Fakes und fast Vergessenes» verwendete er neben seinem eigenen Namen auch die Pseudonyme Rex Luftkatz und G.V. Miffensohn.
Zusammen mit seiner Frau engagiert sich Schader seit 1996 in der weitläufigen Gemeinde Balldren (heute Teil der Zentrumsgemeinde Lezha) in Nordalbanien für das Schulwesen. Mithilfe von Sponsoren konnten in den Ortsteilen Torovica, Kolajak und Shkëmbi i Kuq Schulgebäude ausgebaut und saniert werden, diese und weitere Schulen werden zudem regelmässig infrastrukturell (Computer, Bücher, Sportgeräte) unterstützt. In der Schweiz ist beziehungsweise war Schader Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft «Arsimi» zur Zusammenarbeit mit albanischen Bildungsinstitutionen und des Institut «Suisse d’Etudes Albanaises» (ISEAL). 2002 erhielt das Ehepaar Schader die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Balldren, 2003 die Ehrenmitgliedschaft des albanischen Lehrer- und Elternvereins «Naim Frashëri» in der Schweiz.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schader, Basil |
| ALTERNATIVNAMEN | Shader, Bazil |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Germanist, Albanologe und Didaktiker |
| GEBURTSDATUM | 19. Oktober 1951 |
| GEBURTSORT | Zürich, Schweiz |
| STERBEDATUM | 10. Mai 2026 |