Als Grundgefühl, Primäraffekt oder Basisemotion werden jene Gefühle und Affekte bezeichnet, die als wesentlicher Bestandteil jeder menschlichen Existenz angesehen werden. Lange wurde das Konzept der Basisemotionen Freude, Überraschung, Wut, Traurigkeit, Angst oder Ekel als Beispiel herangezogen, das in allen Kulturen gleichermaßen anzutreffen sei und auf dieselbe Art zum Ausdruck gebracht werde. Das gilt inzwischen als widerlegt.
Man kann den Begriff Basisemotion mit den beiden folgenden – einander nicht ausschließenden – Definitionen umreißen:
Im 4. Jh. v. Chr. unterschieden die Kyrenaiker zwei Affekte (pathê): Unlust (ponos) und Lust (hêdonê). Mit diesen verband Aristoteles (384–322 v. Chr.) folgende seelischen Vorgänge: Begierde (epithymia), Zorn (orgê), Furcht (phobos), Mut (tharsos), Neid (phthonos), Freude (chara), Freundschaft (philia), Hass (misos), Sehnsucht (pothos), Eifer (zêlos) und Mitleid (eleos).
1649 beschrieb Descartes sechs primäre Leidenschaften: neben Freude und Traurigkeit Verwunderung, Liebe, Hass und Begehren.
1658 reduzierte Spinoza diese auf drei Grundgefühle: Begierde, Freude und Trauer.
1872 veröffentlichte Charles Darwin The expression of the emotions in man and animals (deutsch: Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren).