
Eine Baum- oder Waldbesetzung wurde erstmals 1969 in den USA praktiziert und ist eine meist öffentlichkeitswirksame Aktionsform von Umweltschützern, mit der die Rodung von Bäumen verhindert werden soll. Aufgrund der Gefahren beim Baumklettern und des hohen Aufwands zur Räumung derartiger Blockaden, ist die Aktionsform sehr öffentlichkeitswirksam. Mit der Besetzung von Bäumen soll auch symbolisch auf eine drohende Zerstörung von Naturräumen hingewiesen werden. Baumbesetzung ist eine Protestform der Direkten Aktion. Gesetzesverstöße werden von den Besetzenden oft in Kauf genommen. In der Regel finden Baumbesetzungen unmittelbar vor zu erwartenden Fällungen statt.
Die einfachste Form einer Baumbesetzung ist das Erklettern eines Baumes vor dessen Rodung. Weitere Techniken sind das Einhängen in Hängematten und die Errichtung von Plattformen zum Aufenthalt. Häufig werden in Bäumen Baumhäuser errichtet und von Besetzern dauerhaft bewohnt.
Im Rahmen Rechtsgüterabwägung wird eine Gefahr für das Leben des Baumbesetzers gesehen. Folglich wird in der Regel die Polizei hinzu gezogen, um Baumbesetzer zu entfernen. In Deutschland ist aus versicherungstechnischen Gründen ab einer Höhe von 3,50 m der Einsatz von Höheninterventionsteams, sogenannte „Klettercops“, nötig, um Aktivisten zu entfernen. In der Regel sind dies SEK-Beamte. Diese sollen den Baumbesetzer mit Techniken der professionellen Höhenrettung aus dem Baum räumen.
Die Räumung einer Baumbesetzung ist sehr zeitaufwändig. Je höher Aktivisten sitzen, desto schwereres Gerät muss herangeführt werden. In der Regel kommen Hebebühnen zum Einsatz. Diesen Fakt machen sich die Besetzer zunutze, um der Presse und Öffentlichkeit spektakuläre Bilder zu liefern. In der Regel kann und soll eine Baumbesetzung viel öffentliches Interesse auf einen bestimmten Themenkomplex lenken.
Um rund um die Uhr im Baum bleiben und sich erholen zu können, verwenden Aktivisten häufig Hängematten in der Höhe. Wenn es genügend Zeit und Spenden gibt, errichten die Besetzer auch Baumhäuser und Plattformen, die sie teilweise ganzjährig bewohnen.
Seit der Besetzung des Dannenröder Waldes im Jahr 2019 richten sich die Besetzungen meist gegen den Klimawandel und fordern eine Verkehrswende. Einzelne Infrastrukturprojekte werden als Symptom und Ursache globaler Probleme verstanden und deswegen blockiert. Die Aktivisten sprechen sich gegen die angeblich feudalen Strukturen im gegenwärtigen Wirtschaftssystem aus. Die Aktivisten fordern die praktische Gleichheit aller Menschen, da meist farbige, außereuropäische Menschen, sowie weibliche Personen besonders unter den Auswirkungen der Klimakrise, aber auch unter den gegenwärtigen, globalen Gesellschaftsstrukturen leiden würden.



Die Aktionen werden von vielfältigen Bündnissen und Akteuren unterstützt, die größten in Deutschland sind derzeit: