Beate Reese (* 7. August 1960 in Lemgo) ist eine deutsche Museumsleiterin, Kunsthistorikerin und Kuratorin.
Beate Reese studierte Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum bei Max Imdahl, Werner Busch und Reinhart Schleier, bei dem sie auch ihre Promotion zum Thema Melancholie in der Malerei der Neuen Sachlichkeit einreichte. Sie begann ihre Museumstätigkeit als Volontärin am Osthaus Museum in Hagen. 1993 kuratierte sie ihre erste größere Ausstellung mit Eva Niestrath, der Großen Dame der Hagener Kunstszene. So war sie an dem Projekt open box (1990/1998) von Michael Fehr, dem damaligen Direktor des Osthaus Museums, mit zwei Beiträgen beteiligt.
1995 wurde sie stellvertretende Leiterin und Kuratorin der Städtischen Galerie in Würzburg. Anlässlich des 100. Geburtstag von Albert Renger-Patzsch 1997 thematisierte sie die frühen Fotografien des berühmten Würzburgers mit einer Einzelausstellung. 1999 organisierte sie in der Städtischen Galerie die erste Einzelausstellung mit dem Künstler und Fotografen Valentin Schwab. Früh interessierte sich Reese für die Kunst in ihrer Bedeutung für die Stadtentwicklung. Zusammen mit der Leiterin der Städtischen Galerie, Marlene Lauter, und dem Stadtbaurat Christian Baumgart wurde eine Neukonzipierung der Galerie ausgearbeitet. 2002 konnte die Städtische Sammlung in das Museum im Kulturspeicher umziehen.
Reese betreute die Sammlung des Museums. 2002 kuratierte sie eine Einzelausstellung mit Marie-Jo Lafontaine unter dem Titel Videoskulptur und Fotografie. Zu ihrem Ausstellungsfeld gehörte zudem die Klassische Moderne, etwa Emy Roeder. Außerdem musste Beate Reese den äußerst problematischen Aspekt der Verstrickung der Sammlungsgeschichte des Hauses mit der Kunst des Nationalsozialismus aufarbeiten. Mit ihrer Ausstellung und dem Ausstellungskatalog Tradition und Aufbruch (2003) und in der Folge durch weitere Ausstellungen bereitete sie die Ausstellung Tradition und Propaganda (2013) vor. Die Aktivitäten des Kulturspeichers wurden 2005 mit dem Bayerischen Museumspreis der Versicherungskammer Bayern ausgezeichnet.
Von 2009 bis 2023 war Reese Museumsleiterin des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr. Die Ausstellungsthematik mit Kunst des 20. Jahrhunderts, der zeitgenössischen Kunst und der Betreuung zweier Sammlungen in Würzburg setzt Reese bis heute in Mülheim fort. Sie begann gezielt mit den Sammlungsbeständen des Hauses zu arbeiten. Ausstellungen mit Pablo Picasso, Otto Pankok, Werner Gilles usw. In Mülheim konnte sie ihre Ausstellungspolitik durch den großen Sammlungsbestand des Museums ausweiten: Neue Sachlichkeit, Verschollene Generation, Kunst nach 1945, Kunst von 1950 bis 1960, die Konfrontation von Altem mit Neuem, Einzel- und Gruppenausstellungen mit zeitgenössischer Kunst aus Mülheim gehörten zu ihren Themen.
Die Ausstellungen Jagd auf die Moderne. Verbotene Künste im Dritten Reich (2012) und Befreite Moderne. Kunst in Deutschland 1945–1949 (2015/2016) belegen, wie sich Beate Reese dem Konzept der Moderne mit ihrer Ausstellungsplanung einen Ausdruck zu geben sucht.
Dem 1957 in Mülheim an der Ruhr geborenen Comiczeichner Hendrik Dorgathen und dem Mülheimer Fotografen Heiner Schmitz räumte sie jeweils eine Einzelausstellung ein. Zu dieser Gruppe von Einzelausstellungen gehört beispielsweise noch die von Knut Wolfgang Maron.
Anlässlich des 100. Todestages von August Macke 2014 widmete die Stiftung Sammlung Ziegler, die im Kunstmuseum untergebracht ist, dem rheinischen Expressionisten im Museum eine Sonderausstellung. Die Ausstellung war mit 30.000 Besuchern in zwei Monaten nicht überraschend. Reese stellt von Anfang an die Moderne allerdings in ein breites Spektrum der möglichen Rezeption. Seit ihrer Übernahme konnte Reese jährlich wachsende Besucherzahlen melden. Die 25.000 Besucher jährlich sind Ausdruck ihrer Politik und eine in Zahlen ausgedrückte Anerkennung. Sie ermöglichte Projekte wie Young Art Experts.
Seit März 2015 waren Ferdinand Ullrich, Direktor der Kunsthalle Recklinghausen, und Beate Reese Sprecher der RuhrKunstMuseen. Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post war 2015 einer von acht Standorten von China 8.
Ab 2018 ist Beate Reese in die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des Museums organisationstechnisch involviert. Diese endeten mit der Neueröffnung im Mai 2024.
Ende 2018 eröffnet sie in einem leerstehenden Ladenlokal in der Schlossstraße das „Museum Temporär“ als Interimsmuseum auch über die Corona-Zeit hinweg. Dieses schloss im Dezember 2022. Ausstellungen beispielsweise mit Joseph Beuys, Laas Abendroth und zum Thema Bauhaus.
Ihre Aufbauarbeit – insbesondere die Begleitung der 5-jährigen Sanierungspause des denkmalgeschützten Museumsgebäudes im historischen Reichspostamt der Ruhrtalstadt Mülheim – wird von Stefanie Kreuzer fortgesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reese, Beate |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Museumsdirektorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin |
| GEBURTSDATUM | 7. August 1960 |
| GEBURTSORT | Lemgo (Deutschland) |