

Bella Pochez, geborene Weil (gestorben 17. September 1888 in Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen; gestorben 18. Februar 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau) war eine jüdische Widerstandskämpferin und Holocaust-Opfer aus Fécamp.
Pochez wurde in einer jüdischen Familie im Elsass geboren. Sie heiratete 1910 in Paris Maurice Pochez. Das Ehepaar ließ sich in Fécamp, Département Seine-Maritime, in der Normandie nieder.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs war sie zunächst in der in Fécamp angesiedelten „Ortskommandantur“ für die Deutschen als Dolmetscherin 1940 tätig. In ihrer Position war es ihr möglich, zahlreiche an die Kommmandatur gerichtete Denunziationsbriefe abzufangen, weshalb sie das französische Gedenken dem Widerstand zurechnet. Nach zwei Jahren wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft entlassen.
Am 21. Januar 1943 wurde sie selbst anonym als Jüdin denunziert. Sie wurde in Fécamp von zwei französischen Gendarmen festgenommen und im Sammellager Drancy interniert. Am 13. Februar 1943 wurde sie mit dem Convoi No. 48 von Drancy ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort in der Gaskammer ermordet.
Ihr Name ist auf der Mur des Noms (Wand der Namen) der Gedenkstätte „Mémorial de la Shoah“ in Paris und in Yad Vashem verzeichnet. Im Jahr 1980 wurde sie auf einer Stele mit der Inschrift „Den für Frankreich in Konzentrationslagern verstorbenen Deportierten“ auf dem Friedhof von Fécamp eingetragen. Ein Straße in Fécamp ist nach ihr benannt. Im Mai 2022 wurde ein Raum des Lycée Maupassant nach ihr benannt und im Oktober wurde einer der drei Stolpersteine in Fécamp mit ihrem Namen verlegt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pochez, Bella |
| ALTERNATIVNAMEN | Weil, Bella (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | jüdisches französisches Holocaust-Opfer |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1888 |
| GEBURTSORT | Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen |
| STERBEDATUM | 18. Februar 1943 |
| STERBEORT | KZ Auschwitz |