Ben Witter

Ben Witter (* 24. Januar 1920 in Hamburg; † 12. Dezember 1993 ebenda) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben und Werk

Als Jugendlicher war Witter Mitglied im Deutschen-Pfadfinder-Bund und besuchte, obwohl aus einfachen Verhältnissen stammend, eine höhere Schule. Nach einer Ausbildung zum Verlagsbuchhändler und Antiquar begann er ein Volontariat beim Hamburger Fremdenblatt und arbeitete nach Bestehen der Schriftleiterprüfung als Lokalredakteur. Im Frühjahr 1943 wurde Witter als „untragbarer Intellektueller“ auf Betreiben des Reichspropagandaamtes Hamburg entlassen. Aufgrund einer in seiner Kindheit erlittenen Meningitis-Erkrankung war er nicht wehrdiensttauglich und wurde infolgedessen unter anderem zur Bergung und Identifizierung von Bombenopfern während der Operation Gomorrha dienstverpflichtet.

Nach Kriegsende arbeitete Witter im Redaktionsstab der neu gegründeten Tageszeitung Die Welt, von 1948 bis 1953 als Chefreporter. Auf Wunsch Ernst Schnabels wurde Witter 1953 ständiger Mitarbeiter beim Nordwestdeutschen Rundfunk. Gleichzeitig wurde er Kolumnist und Reporter der Wochenzeitung Die Zeit. Besondere Aufmerksamkeit erhielten seine Prominentenporträts und Spaziergänge mit Prominenten, die 1969 und 1982 auch in Buchform erschienen.

Zu seinem schriftstellerischen Werk gehören Gedichte, Erzählungen, Romane und Kinderbücher.

Kissenstein Ben Witter auf dem Friedhof Ohlsdorf

Von seinem Erstling, Tagebuch eines Müßiggängers (1962), bis in die späten Jahre (Müßiggang ist allen Glückes Anfang, 1985) widmete er sich der Kunst der Selbstbetrachtung. Siegfried Lenz, ein Verfechter und Herausgeber von Witters Erzählwerken, lobte dessen Sinn für Feinheiten: „Um die armen Winkel des Ich zu vermessen, ist ihm das Unscheinbare allemal bedeutend genug.“

Witter war auch bekannt als Vorleser eigener Werke. Sein Müßigkeit ist allen Glückes Anfang z. B. erschien bereits ein Jahr vor Druck in Auszügen als Lesung auf Schallplatte. „(…) nach dem Hören ist man sogleich versucht, einen achtsameren Umgang mit sich zu pflegen“, schrieb Lenz für den Plattentaschentext.

Ben Witter starb 1993 an Herzversagen. Sein Vermögen wurde in die Ben-Witter-Stiftung überführt, die jährlich den testamentarisch gestifteten Ben-Witter-Preis für Journalisten vergibt. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Witter wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg im Planquadrat D 13 südlich von Kapelle 4 beigesetzt.

Ehrungen

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ben Witter in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 13. August 2026.
  2. ↑ Preisträger der Jahre 1962 bis 1997 (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)